Der Glacier-Nationalpark in den kanadischen Selkirk Mountains bildet mit seinen 131 Gletschern auf 1.349 km² eines der am stärksten vergletscherten Gebiete Nordamerikas. Das Glacier House galt als 'erstes Zentrum des Alpinismus' in Nordamerika — hier begannen 1888 William Spotswood Green und Henry Swanzy die systematische Erschließung der Columbia Mountains mit den ersten dokumentierten Besteigungen von Mount Bonney und Green's Peak.
Das alpine Spektrum reicht von anspruchsvollen Skitouren im legendären Rogers Pass bis zu hochalpinen Expeditionen auf Mount Dawson (3.377 m) und Mount Sir Donald (3.284 m). Der Rogers Pass erhält bis zu 17 Meter Schnee pro Winter und schuf damit seit der Eisenbahnära eine der lawinengefährlichsten, aber schneesichersten Regionen der Welt. Vier alpine Hütten von Parks Canada erschließen das Backcountry für mehrtägige Unternehmungen.
Die einzigartige Lage zwischen pazifischen und kontinentalen Wettersystemen bringt extreme Niederschläge von fast 20 Metern jährlich in subalpinen Bereichen. Diese Schneemassen speisen nicht nur die 131 Gletscher, sondern schaffen auch das Nakimu-Höhlensystem — eines der größten Kanadas mit der seltenen 'Mondmilch'-Formation aus bakteriell stabilisiertem Kalziumkarbonat.