7.000er

Expedition zum Himlung Himal (7.126 m)

Himlung Himal | Der wenig bestiegene Siebentausender an der Grenze zu Tibet

Die Erstbesteigung des Himlung Himal erfolgte 1992 durch eine japanische Expedition. Erst 10 Jahre später wiederholte ein französisches Team die Besteigung. 2010 erkundete und bestieg unser Bergschulleiter Hans Honold als Expeditionsleiter mit 3 Gästen den Himlung über eine neue Route. Diesem Aufstieg folgen im Wesentlichen heute alle namhaften Expeditionen und machen den Himlung zu einem vielversprechenden und erfolgreichen Siebentausender mit hohen Gipfelchancen.

Bereits der Anmarsch zum Berg ist eine kulturell höchst interessante Reise für sich. Dem Annapurna Trail folgend erfolgt der Zustieg durch ein langes vergessenes und unzugängliches Tal ins tibetisch geprägte Phugong. Unser Basislager schlagen wir auf einer großen Wiese mit fliesendem Wasser und einer grandiosen Aussicht auf den Himlung auf. Den Pangri Gletscher querend erfolgt die Besteigung des Himlung über einfaches Blockgelände, einer Gletscherpassage mit 2 weiteren Hochlagern und einem letzten Anstieg durch die bis zu 50° steile gleichmäßige Firn- und Eiswand auf den Gipfel des Himlung Himal.

Die technisch wenig schwierige neue Route macht den Berg zu einem idealen Ziel für Alpinisten, die erste Siebentausender Erfahrung sammeln möchten.

Für wen ist die Reise geeignet

Schwierigkeit

4.0

Anforderung

Kondition
Ernsthaftigkeit

Die Expedition zum Himlung Himal eignet sich für konditionsstarke und erfahrene Bergsteiger mit Westalpenerfahrung. Technisch gesehen ist der Berg ein leichter Siebentausender. Klettertechnische Fertigkeiten sind nicht notwendig. Im Aufstieg müssen vergletscherte Passagen und bis zu 40° steile Firn- & Eisflanken in selbständigen und eigenverantwortlichen Seilschaften begangen werden. Einzelne, bis zu 50° steile Passagen werden mit Fixseilen versichert. Die Gipfeletappe ist lang und erfordert eine ordentliche Portion Kondition und Durchhaltewillen. Du verfügst über eine Ausdauer für mehrtägige Aufstiege von 1.000 bis 1.900 Höhenmeter in großer Höhe. Tägliche Gehzeiten von 4 bis 8, am Gipfeltag auch bis zu 14 Stunden liegen im Bereich des Möglichen. Gesundheitlich und physisch bist Du in bester Verfassung. Eine Erfahrung aus vorherigen Expeditionen ist nicht erforderlich, aber natürlich von Vorteil. Du bist neugierig auf fremde Kulturen, anpassungsfähig und bereit auf Komfort zu verzichten. Am Berg ist Teamfähigkeit und Kameradschaft von jedem Teilnehmer gefordert.

Reiseablauf

Tourbeginn:

21.00 Uhr Treffpunkt mit dem Bergführer ist am Flughafen Tribhuvan / Ausgang aus dem Sicherheitsbereich

Tourende:

12.00 Uhr Treffpunkt mit dem Bergführer ist am Flughafen Tribhuvan / Ausgang aus dem Sicherheitsbereich

1. Tag – Anreise nach Kathmandu

Von Deutschland fliegen wir gemeinsam nach Kathmandu.

2. Tag – Ankunft in Kathmandu

Ankunft in der Hauptstadt Kathmandu. Am Flughafen werden wir bereits von unseren nepalesischen Freunden empfangen. Mit dem Minibus fahren wir ins Hotel. Je nach Ankunftszeit besteht noch die Möglichkeit, die eine oder andere Sehenswürdigkeit Kathmandus zu besichtigen. Abendessen in einem der Restaurants in der Stadt und Übernachtung im Hotel.

3. Tag – Das alte Kathmandu Swayambunath

Während unser Bergführer beim Expeditionsbriefing im Tourismus-Ministerium ist, besteht für die Expeditionsteilnehmer der Tag zur Verfügung, um die Wahrzeichen Kathmandus zu erkunden. Die vergoldete Stupa von Swayambunath gilt als größtes Wahrzeichen der newarischen Buddhisten und ist ein absolutes Muss für jeden Besucher Nepals. Unzählige Affen und 365 Pilgerstufen (eine Stufe für jeden Tag) führen uns hinauf zum höchsten Punkt des Affentempels. Von hier oben bietet sich dann bei klarer Sicht ein malerischer Blick über das Kathmandu-Tal. Den Nachmittag verbringen wir in den Gassen von Thamel für letzte Einkäufe. Abendessen noch einmal in einem der Restaurants in der Stadt.

4. Tag – Fahrt nach Bulbule

Früh geht es heute los. Die gesamte Expeditionsausrüstung wird auf Busse verladen und wir verlassen Kathmandu in Richtung Pokhara. Auf der rund 8-stündigen Fahrstrecke bekommt man einen sehr guten ersten Eindruck, was Verkehr und Transport in Nepal bedeutet. Unterwegs machen wir an einem der Restaurants zum traditionellen Dal Bhat Halt. Über Besisahar erreichen wir Bulbule, wo wir unsere erste Unterkunft in einer Lodge beziehen.

5. Tag – Mit dem Jeep nach Koto (2.600 m)

Noch vor wenigen Jahren war diese Strecke Teil des AnnapurnaTrails. Heute kann man die Strecke bei guten Bedingungen mit geländegängigen Jeeps befahren. Sollte dies nicht möglich sein, dann starten wir mit Tragtieren von Bulbule auf dem klassischen AnnapurnaTrail und wandern mit einem Zweitages-Marsch mit einer Zwischenübernachtung in Jagat nach Koto. Kleine Dörfer wechseln sich mit unzähligen Hängebrücken ab und machen die Etappen trotz der Temperaturen zu einem Erlebnis. Abendessen und Übernachtung erfolgen wieder in einer Lodge.

6. Tag – Weiter ins Naar Phu Valley nach Meta (3.550 m)

Heute verlassen wir den "Coca Cola Trek", wie der AnnapurnaTrail auch genannt wird. Der heutige Weg führt uns im stetigen Auf und Ab entlang des Flussverlaufs durch einen dicht bewachsenen Wald nach Norden und später steil hinauf in den nur wenig besiedelten Ort Meta. Unterwegs bietet sich die Möglichkeit bei einer heißen Quelle Stop zu machen. In unserer Lodge angekommen, essen wir zu Abend und genießen noch einmal den Komfort eines richtigen Bettes.

7. Tag – Über Kyang nach Phugong (4.100 m)

Die heutige Etappe gehört sicher zu den schönsten Trekkingstrecken in Nepal. Der tibetische Einfluss hier oben kommt jetzt immer mehr zum Tragen. Verlassene Khampa Dörfer mit Pferdeweiden bilden ein wunderbares Panorama zur Annapurna II und IV. Im verlassenen Ort Kyang machen wir eine kurze Rast in einer Lodge und nehmen uns anschließend die letzte eindrucksvolle Etappe vor. Über einen in den Fels gehauenen Weg geht es steil hinunter und dem Fluss entlang weiter nach Phugong. Der König von Nepal ließ diesen Weg in den Fels hauen, nachdem er bei einem Hubschrauberflug über sein Land feststellen musste, dass ein Teil Nepals nur von der tibetischen Seite erreichbar ist. Dies ist auch der Grund, warum die Region hier oben so lange von der Außenwelt abgeschnitten war und sich eine jahrhundertealte tibetische Tradition bewahren ließ. Zerfallene Wehrtürme und Manisteine säumen die letzten Meter bis nach Phu. Hier schlagen wir unser Camp auf und verbringen die erste Nacht im Zelt.

8. Tag – Akklimatisationstag in Phugong (4.100 m)

In "Phu" leben rund 350 tibetische Khampas nach ihrer jahrhundertealten Tradition. Den Ort besuchen praktisch nur Expeditionsteilnehmer, die den Himlung als Ziel haben. Dies macht den Ort besonders interessant für eine Erkundungstour und eine kleine Akklimatisations-Wanderung über den Ort hinaus. Von einem kleinen Hügel lässt sich zudem ein wunderbarer Blick auf unser Expeditionsziel erhaschen.

9. Tag – Ins Basislager des Himlung (4.850 m)

Die heutige Etappe ist kurz und verläuft am Rand des Pangrigletschers nach oben zu einer weitläufigen grünen Wiese mit einem kleinen Bach. Hier schlagen wir unser Basislager auf und richten uns für die Besteigung ein. Der Routenverlauf auf den Himlung lässt sich bereits sehr gut einsehen. Am Nachmittag beginnen wir bereits mit der Installation der ersten Fixseile für den Abstieg zum Gletscher.

10. Tag – Puja und Vorbereitung für die erste Etappe ins Lager 1 (5.400 m)

Für die Besteigung des Himlung holen wir uns noch den Segen des Lamas. Hierzu werden im Lauf des Vormittags alle Vorbereitungen getroffen. Am Nachmittag wird der Weg über den geröllbedecktenPangrigletscher markiert und die Moränenhänge für die folgenden Tage versichert. Letzte Vorbereitungen stehen auf dem Programm für den ersten Aufstieg ins Lager 1.

11. bis 24. Tag – Besteigung des Himlung Himal (7.126 m)

14 Tage stehen nun für die Besteigung des HimlungHimal zur Verfügung. Die erste Etappe führt zunächst an Fixseilen gesichert absteigend auf den Pangrigletscher und quert diesen auf gut markierter Route zum gegenüberliegenden Moränenrücken. Diesen steigen wir gemächlich auf bis zu einem flachen Felsplateau unweit des Gletscherbeginns. Hier errichten wir das Lager I.

Vom Lager I muss über einen steilen Moränenhang zum Gletscher aufgestiegen werden. Eine kleine Spaltenzone wird überwunden und öffnet die mäßig ansteigende Gletscheretappe in die 6.000 m Zone sowie weiter zu einem Gletscherabbruch. Dieser Abstieg und der folgende Aufstieg wird ebenfalls mit Fixseilen versichert. Unterhalb eines Serac-Abbruchs queren wir auf die Gletscherfläche unterhalb der Himlung Wand, wo wir in der weiten Ebene unser Lager II auf rund 6.100 maufschlagen.

Die Gipfeletappe ist lang und beginnt bereits in der Nacht. Zunächst folgen wir dem Gletscher vor die Südflanke des Verbindungsgrats vom Vorgipfel zum Himlung. Eine Randkluft und der nun folgende rund 100 Höhenmeter lange Aufstieg zum Grat müssen überwunden werden. Je nach Verhältnissen kann auch in diesem Bereich ein Fixseil notwendig werden. Dem Grat folgend beginnen wir den Aufstieg über die nun folgende 900 m hohe und rund 40° steile Gipfelflanke. Einzelne steilere Passagen mit 50° Neigung werden mit Fixseilen versichert. Auf rund 7.000 m flacht der Anstieg etwas ab und führt in einer Querung zum Gipfel des 7.126 m hohen HimlungHimal. Unter uns breitet sich nun die tibetische Hochebene aus, gegenüber thront der Achttausender Manaslu und belohnt den Gipfelanstieg zusätzlich. Der Abstieg erfolgt über die Aufstiegsroute zurück ins Basislager.

Die gesamte Strecke zum Lager II wird mehrmals im "JoJo Effekt" begangen, um größtmögliche Akklimatisation zu erlangen. Einzelne Unterbrechungen für Ruhetage im Basislager sind ebenfalls eingeplant.

Auf- und Abstieg:

1900 hm

Gehzeit

14 h

25. Tag – Abschiednehmen vom Himlung

Es wird Zeit das Basislager wieder abzubrechen. Eine lange Tagesetappe steht uns bevor, doch Dank der Höhenanpassung läuft es sich nun leicht. Über Phugong wandern wir das traumhafte Phu Valley wieder hinaus nach Meta, wo wir in einer Lodge übernachten.

26. Tag – Weiter nach Koto (2.600 m)

Unser Naar Phu Tal verlassend treffen wir wieder auf das bunte Treiben am AnnapurnaTrail. In Koto beziehen wir wieder Unterkunft in einer Lodge.

27. bis 28. Tag – Dem Annapurna Trail folgend nach Bulbule

Talauswärts folgen wir dem Trail und den vielen Trekkingtouristen nach Bulbule. Letzte Übernachtung in einer Lodge.

29. Tag – Rückfahrt mit dem Bus nach Kathmandu

Mit unserem Minibus fahren wir zurück in die Hauptstadt Nepals. Im Hotel beziehen wir unsere gemütlichen Zimmer und genießen den Rest des Tages am Pool oder bei letzten Einkäufen in der Stadt. Abendessen und Gipfelfest in einem Restaurant in der Stadt.

30. Tag – Rückflug nach Deutschland

Am Vormittag besteht noch die Möglichkeit die Annehmlichkeiten des Hotels zu genießen oder noch einmal das bunte Treiben Kathmandus zu erleben. Am Nachmittag erfolgen der Transfer zum Flughafen und der Rückflug nach Deutschland.

31. Tag – Ankunft in der Heimat

Ankunft je nach Flugverbindung im Laufe des Tages in Deutschland.

Unsere Empfehlungen im Anschluss:

Tierbeobachtungen im Chitwan Nationalpark (3-tägiger Anschluss von Kathmandu aus)

Highlights auf dieser Reise

Gipfel 7.126 m

Himlung

Der Himlung Himal erhebt sich 7.126 m hoch im Peri Himal, nur 1,5 km von der tibetischen Grenze entfernt. Der vergletscherte Siebentausender wurde vermutlich 1983 von einer japanischen Expedition erstbestiegen. An der Westflanke liegt der Pangrigletscher, an der Ostflanke der Thochegletscher.

Sattel 5.106 m

Larkya La

Der Pass liegt auf 5.106 m zwischen Dharmashala und Bimthang im nepalesischen Himalaya. Er bildet den höchsten Punkt der Manaslu-Umrundung und zählt zu den längsten Pässen des Himalaya.

Dorf 2.160 m

Bagarchhāp

Bagarchhāp liegt auf 2.160 m im Manang-Tal am Annapurna Circuit. Das Bergdorf am Marsyangdi dient als Etappenort zwischen Chame und Dharapani. Nach einem Erdrutsch 1995 siedelten viele Bewohner ins höher gelegene Danakyu um.

Gipfel 6.704 m

Chombi

Der Chombi erhebt sich auf 6.704 m im Peri Himal an der Grenze zwischen Nepal und China. Der vergletscherte Gipfel gehört zu den wenig erforschten Sechstausendern des Hohen Himalaya.

Gipfel 7.038 m

Gyaji Kang

Der Gyaji Kang erreicht 7.038 m Höhe im Peri Himal in Nepal, nur 8 km von der tibetischen Grenze entfernt. Der Siebentausender liegt 25 km nordwestlich des Manaslu im Einzugsgebiet des Marsyangdi. Die Erstbesteigung gelang 1994.

Gipfel 7.140 m

Nimjung

Der Nimjung erhebt sich 7.140 m hoch im Peri Himal in Nepal, nur 4,5 km von der tibetischen Grenze entfernt. Mit einer Prominenz von 1.920 m zählt er zu den eigenständigen Siebentausendern des Himalaya. Die Erstbesteigung gelang 1983 einer japanischen Expedition über den Ostgrat von Süden.

Gipfel 5.973 m

Gyala peak

Der Gyala Peak erhebt sich auf 5.973 m im Peri Himal an der nepalesisch-chinesischen Grenze. Der vergletscherte Gipfel liegt in einer wenig erschlossenen Region des Hohen Himalaya.

Gipfel 6.421 m

Karma Himal

Der Karma Himal erhebt sich auf 6.421 m im nepalesisch-chinesischen Grenzgebiet des Peri Himal. Der vergletscherte Gipfel liegt in einer wenig erschlossenen Region des Hohen Himalaya.

Gipfel 6.524 m

Phungi

Der Phungi erhebt sich auf 6.524 m im nepalesischen Peri Himal an der Grenze zu Tibet. Der vergletscherte Gipfel wurde 2014 für Expeditionen geöffnet und 2024 von japanischen Bergsteigern erstbestiegen.

Gipfel 6.566 m

Phu Khang North

Der Phu Khang North erhebt sich auf 6.566 m im nepalesisch-chinesischen Grenzgebiet des Peri Himal. Der vergletscherte Gipfel liegt in einer wenig erschlossenen Region des Hohen Himalaya.

Gipfel 7.035 m

Ratna Chuli

Der Ratna Chuli ist ein 7.035 m hoher Gipfel im Peri Himal an der Grenze zwischen Nepal und China. Der Berg liegt in einem West-Ost-verlaufenden Kamm, der die Wasserscheide zwischen Yarlung Tsangpo und Marsyangdi bildet. Die Erstbesteigung gelang 1996 einer japanisch-nepalesischen Expedition über den Westgrat.