Großvenediger 3.657 m

Der höchste Gipfel der Venedigergruppe — die Besteigung des Großvenedigers über zwei Anstiege.

Über dem Obersulzbachkees läuft der Firngrat schmal auf das Gipfelkreuz zu, im Blick der Großglockner und die Zacken der Glocknergruppe. Der Großvenediger liegt in den Hohen Tauern, am Alpenhauptkamm zwischen Osttirol und Salzburg. Zwei Anstiege führen hinauf, Nord und Süd. Er eignet sich als erste echte Hochtour ebenso wie für Bergsteiger, die im Winter mit Ski herkommen — für den Gletscherkurs genauso wie für die lange Abfahrt.

Steckbrief

Lage — Venedigergruppe, Hohe Tauern — am Alpenhauptkamm, an der Grenze zwischen Osttirol und Salzburg.

Charakter — Vergletscherter Gipfel mit Firngrat. Beide Anstiege queren ein Kees mit Spaltenzonen, der letzte Teil führt über Firnhänge zum Gipfelgrat.

Auf- & Abstieg — Von der Kürsinger Hütte 1.200 Hm im Aufstieg über das Obersulzbachkees. Der Abstieg ist länger: über den Aufstiegsweg zurück zur Hütte und weiter hinunter ins Tal, rund 1.800 Hm. Ausgangspunkt Kürsinger Hütte, Gehzeit bis zu 10 Stunden.

Voraussetzung — Du bist trittsicher und schwindelfrei — auf einem Gletscherberg die Grundlage. Erfahrung mit Steigeisen und Spaltenbergung ist von Vorteil, aber kein Muss; die Einsteiger-Hochtour ist auf Deine erste Hochtour zugeschnitten.

Für wen ist die Hochtour auf den Großvenediger geeignet

Im Sommer ist der Großvenediger einer der Berge, an denen der Einstieg ins vergletscherte Hochgebirge gelingt. Die Einsteiger-Hochtour über die Kürsinger Hütte und die Hochtour über die Johannishütte richten sich an Bergsteiger, die schon erste Bergerfahrung mitbringen und nun zum ersten Mal auf einem Gletscher stehen wollen. Beide verlangen keine technische Kletterei, aber eine sehr gute Kondition — der Gipfeltag ist lang, mit langem Aufstieg und noch längerem Abstieg ins Tal.

Wer die Technik von Grund auf lernen will, ist im Hochtourenkurs richtig. Hier übst Du Steigeisen, Seil und Spaltenbergung im Gelände des Obersulzbachkees, bevor die Besteigung des Gipfels den Kurs abschließt — Vorerfahrung brauchst Du dafür nicht.

Geführte Skitour auf den Großvenediger

Im Winter ist der Großvenediger ein Skitourenklassiker. Die Skitour über die Johannishütte und das Defreggerhaus gilt als technisch einfach, verlangt aber gute Kondition und Vorsicht auf dem spaltenreichen Mullwitzkees. Vom Gipfel führt eine lange Abfahrt zurück ins Tal, mit einigen Varianten. Du fährst sicher im freien Gelände mit solidem Parallelschwung bei allen Schneearten.

Wer mehr will, geht die Skitourentage rund um die Kürsinger Hütte mit mehreren Dreitausendern oder die Genuss-Skitouren an der Johannishütte. Das anspruchsvollste Angebot ist die Skidurchquerung Hoch Tirol: Ihre erste Etappe überschreitet den Großvenediger, danach geht es über 2.000 Höhenmeter hinunter nach Innergschlöß. Dafür brauchst Du sehr gute Abfahrtstechnik in jedem Schnee.

Wann auf den Großvenediger?

Hochtouren
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Skihochtouren
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Nordanstieg über die Kürsinger Hütte

Von der Kürsinger Hütte steigst Du in gut einer Stunde zum Obersulzbachkees auf. Über den Gletscher geht es durch Spaltenzonen hinauf zur Venedigerscharte, dem Sattel zwischen Klein- und Großvenediger. Oberhalb der Scharte öffnet sich der Blick zur Glocknergruppe und weit in die Dolomiten, während Du über die Firnhänge den Gipfelgrat und über ihn den Gipfel erreichst. Rund 1.200 Höhenmeter im Aufstieg; der Abstieg führt über denselben Weg zurück zur Hütte und weiter ins Tal.

→ Zur geführten Einsteiger-Hochtour über die Kürsinger Hütte

Südanstieg über die Johannishütte

Von der Johannishütte steigst Du zum Defreggerhaus auf 2.962 m und über einen Felsrücken zum Mullwitzkees. Über das spaltenreiche Kees geht es hinauf zum Rainertörl auf 3.421 m, dann über den oberen Keesboden steiler werdend zur Gipfelkuppe. Nach einem kurzen, ausgesetzten Firngrat stehst Du am Gipfelkreuz. Mit rund 1.550 Höhenmetern im Aufstieg ist die Südseite die längere der beiden.

→ Zur geführten Hochtour über die Johannishütte

Hütten und Stützpunkte am Großvenediger

Die Erstbesteigung am 3. September 1841 war eine Expedition von 40 Mann unter Josef Schwab. 24 erreichten den Gipfel, darunter der 70-jährige Paul Rohregger, der schon 1828 Erzherzog Johann bei einem gescheiterten Versuch geführt hatte. Nach dem Initiator Ignaz von Kürsinger ist die Kürsinger Hütte über dem Obersulzbachkees benannt.

Mit Bergführer auf den Großvenediger

Beide Anstiege queren ein Kees mit Spaltenzonen — welche Schneebrücken tragen und wo die Spalten offen liegen, ändert sich über die Jahre und über den Tag. Am Großvenediger haben sich die Verhältnisse spürbar verändert; das beurteilen wir tagesaktuell, nicht Wochen im Voraus. Wir lesen Wetter und Gletscher, schätzen die Tagesform der ganzen Seilschaft ein und entscheiden ehrlich, ob der Gipfel heute aufgeht. Manchmal ist Umkehren die richtige Wahl — Alpinismus, kein Automatismus.

Der schönste Moment kommt meist früh am Morgen: Du stehst auf dem Gletscher, die ersten Sonnenstrahlen tauchen den Firn in warmes Licht, und der ganze Aufstieg ergibt auf einmal Sinn. Für viele ist der Großvenediger die erste echte Hochtour – und das Gefühl, zum ersten Mal auf einem vergletscherten Gipfel zu stehen, bleibt unvergesslich. Wenn Du das erleben willst, gehe ihn mit einem unserer Bergführer an.

— Hansi Stöckl, Bergführer

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Häufige Fragen zum Großvenediger

Welcher Anstieg ist der leichtere, wie schwer wird der Gipfeltag, wann ist die beste Zeit. Hier findest Du die Antworten, die vor der Buchung am häufigsten aufkommen.

Welche ist die leichteste Route auf den Großvenediger?

Es gibt zwei gleichrangige Normalwege, beide technisch einfach. Von Norden gehst Du von der Kürsinger Hütte über das Obersulzbachkees zur Venedigerscharte, rund 1.200 Höhenmeter; von Süden von der Johannishütte über das Defreggerhaus und das Mullwitzkees zum Rainertörl, rund 1.550 Höhenmeter. Beide queren einen Gletscher mit Spaltenzonen und enden über einen kurzen Firngrat am Gipfel — leicht heißt hier technisch einfach, nicht harmlos.

Welche Schwierigkeit hat der Großvenediger?

Der Gipfeltag ist technisch überwiegend leicht: Du musst sicher mit Steigeisen gehen und den kurzen Firngrat mit Trittsicherheit und etwas Schwindelfreiheit nehmen. Fordernd sind die Länge und der lange Gletscher mit verdeckten Spalten — dafür brauchst Du gute Kondition und gehst am Seil. Kletterei im engeren Sinn erwartet Dich nicht.

Wie lange dauert die Besteigung des Großvenedigers?

Rechne am Gipfeltag mit bis zu 10 Stunden Gehzeit. Über den Nordweg von der Kürsinger Hütte steigst Du rund 1.200 Höhenmeter auf, über den Südweg von der Johannishütte rund 1.550. Der Abstieg führt dabei weiter hinunter ins Tal als der Aufstieg hinaufführte — plan den langen Rückweg mit ein.

Von welcher Hütte startet man auf den Großvenediger?

Das hängt vom Anstieg ab, den Du bei der Buchung wählst. Von Norden ist die Kürsinger Hütte über dem Obersulzbachkees der Stützpunkt, von Süden die Johannishütte und das Defreggerhaus auf 2.962 m über dem Mullwitzkees. Beide Seiten führen über einen eigenen Gletscher zum Gipfel.

Welche Ausrüstung brauche ich für den Großvenediger?

Für den vergletscherten Gipfel brauchst Du Gletscherausrüstung: Steigeisen, Pickel, Anseilgurt und Seil, dazu die Bergschuhe. Die Gletscherausrüstung stellen wir Dir leihweise bei — Du musst sie nicht kaufen, um mitzugehen.

Wann ist die beste Zeit für den Großvenediger?

Als Hochtour zu Fuß gehst Du ihn von Mai bis September. Mit Ski liegt die beste Zeit im Frühjahr, von März bis Mai, wenn der Firn die langen Abfahrten trägt. Welche Verhältnisse ein Termin wirklich bringt, schätzen wir vor Ort ein.

Kann man den Großvenediger mit Ski gehen?

Ja, der Großvenediger ist ein Skitourenklassiker — vier unserer geführten Skitouren gehen über den Gipfel. Von der Johannishütte über das Mullwitzkees ist der Anstieg technisch einfach, verlangt aber gute Kondition und Vorsicht auf dem spaltenreichen Gletscher, hier steigst Du am Seil. Der Lohn ist die lange Abfahrt vom Gipfel; auf der Hoch-Tirol-Durchquerung sind es über 2.000 Höhenmeter hinunter nach Innergschlöß.

Kann man auf den Großvenediger wandern?

Nein, der Großvenediger ist vollständig vergletschert — bis zum Gipfel führt kein Wanderweg. Beide Anstiege queren einen Gletscher mit verdeckten Spalten, deshalb gehst Du mit Gletscherausrüstung am Seil und mit Bergführer. Wer keine Hochtouren-Erfahrung hat, steigt bei uns über den Einsteiger-Anstieg oder den Gletscherkurs ein.

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