Mont Blanc 4.807 m

Der höchste Berg der Alpen — und eine ernste Gletscher-Hochtour, kein Ziel für nebenbei.

Der Mont Blanc trägt über der Fels­kuppe eine Eis- und Schneekappe, deren höchster Punkt mit Wind und Niederschlag um mehrere Meter wandert. Er steht an der Grenze zwischen Chamonix und Courmayeur, im Mont-Blanc-Massiv. Zwei Normalwege führen hinauf, über den Mont Maudit und über die Goûter-Route. Er eignet sich für erfahrene Hochtouren-Geher, die genug Zeit für Akklimatisation mitbringen — vom ersten geführten Anlauf bis zur Trophäenwoche mit Eiger und Matterhorn.

Steckbrief

Lage — Mont-Blanc-Massiv, an der Grenze zwischen Frankreich (Chamonix) und Italien (Courmayeur). Höchster Punkt der Alpen.

Charakter — Die höchste Hochtour der Alpen. Der Gipfeltag selbst bleibt technisch überschaubar — was fordert, sind Höhe, Länge und die objektiven Gefahren.

Auf- & Abstieg — Aufstieg 1.700 Hm über die Trois-Monts-Route ab der Aiguille du Midi, Abstieg über die Goûter-Route. Rund 12 Stunden am Gipfeltag. Ausgangspunkt Chamonix.

Voraussetzung — Du bringst Hochtouren-Erfahrung mit, gehst sicher mit Steigeisen und Pickel und beherrschst die Frontzackentechnik. Über 4.200 m wird jeder Schritt zäh — hervorragende Kondition und mehrere Tage Akklimatisation sind Pflicht.

Die Hochtour auf den Mont Blanc — für wen sie geeignet ist

Im Sommer führen wir vier Touren auf den Mont Blanc. Der richtige Einstieg ist die Woche „Gut vorbereitet auf den Mont Blanc": mit Akklimatisation, Vorgipfeln und Reservetag baust Du die Höhe auf, die der Gipfeltag verlangt. Wer den Gran Paradiso mitnehmen will, kombiniert ihn als Akklimatisationsgipfel mit dem Mont Blanc; sie startet und endet auf der italienischen Seite in Courmayeur.

Für die Überschreitung über die rassigen Grate und für die Trophäenwoche „Die Giganten der Alpen" mit Eiger und Matterhorn brauchst Du umfangreiche Hochtouren-Erfahrung und Kletterei im zweiten, teils dritten UIAA-Grad. Allen gemeinsam ist: gute Kondition und ausreichend Zeit in der Höhe sind wichtiger als Klettertechnik. Im Frühjahr steht die geführte Skitour auf den Mont Blanc über die Route Royal und den Bossesgrat im Programm — eine schwierige Skitour für sehr sichere Skifahrer bei jeder Schneebeschaffenheit.

Wann auf den Mont Blanc?

Skihochtour
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Hochtour
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Trois-Monts-Route über den Mont Maudit

Unser Standard-Aufstieg beginnt an der Aiguille du Midi und der Cosmiques-Hütte. Über die Nordflanke des Mont Blanc du Tacul (4.248 m) geht es zur Schulter im Westgrat, dann steil zum Aufschwung am Mont Maudit (4.465 m) — die Schlüsselstelle, die letzten Meter mit Fixseilen. Vom Col de la Brenva führen die weiten Gipfelhänge an der Mur de la Côte vorbei zum höchsten Punkt der Alpen, mit Tiefblick zum Matterhorn und bis in die Südalpen. Wir wählen diesen Weg, weil wir über die Cosmiques-Hütte flexibler bei den Hüttenübernachtungen sind.

Goûter-Route über den Bossesgrat

Der zweite Normalweg führt über den Bossesgrat, vorbei am Vallot-Biwak, zur Goûter- und zur Tête-Rousse-Hütte. Er ist unser Standard-Abstieg, und die Skitour steigt hier über die Route Royal auf. Der Weg quert den Grand Couloir du Goûter, die gefährlichste Stelle des gesamten Anstiegs und einen der unfallträchtigsten Punkte der Alpen. Den Steinschlag löst die Temperatur aus: Solange Eis und Schnee das Gestein binden, hält das Couloir; sobald es warm wird, wird es zur Steinschlagrinne. Entscheidend sind darum Verhältnisse und Temperatur, nicht die Uhrzeit — in heißen Sommern kommen die Steine Tag und Nacht. Ob die Querung heute geht, lässt sich nur vor Ort beurteilen; manchmal heißt die richtige Entscheidung: heute nicht.

Hütten und Stützpunkte am Mont Blanc

Die eigentliche Felskuppe des Mont Blanc liegt bei rund 4.792 m — den Rest bis 4.807 m macht eine 15 bis 30 m dicke Schnee- und Eiskappe aus. Ihr höchster Punkt wandert durch Wind und Niederschlag entlang einer West-Ost-Achse um mehrere Meter. Erstbestiegen haben ihn Jacques Balmat und Michel Paccard 1786 — die Geburtsstunde des modernen Alpinismus.

Mit Bergführer auf den Mont Blanc

Am Aufschwung zum Mont Maudit hängen Fixseile, und die Schründe unter dem Tacul verlangen je nach Verhältnissen ein paar Meter Eiskletterei — dort führen wir am kurzen Seil. Weil die Schneeauflage zurückgeht, nehmen die technischen Schwierigkeiten von Jahr zu Jahr zu, und der Berg trägt viele Gefahren, Stein- wie Eisschlag. Ob die Verhältnisse passen, entscheiden wir tagesaktuell vor Ort — eine seriöse Zusage Wochen im Voraus gibt es nicht, und dass es beim ersten Versuch klappt, ist eher die Ausnahme. Geht der Gipfel heute nicht, stehen im Umkreis genug Ausweichziele.

In der Nähe des Mont Blanc

Häufige Fragen zum Mont Blanc

Wie schwer ist der Aufstieg, wie viele Tage brauche ich, welcher Weg führt hinauf — die wichtigsten Fragen zum Mont Blanc auf einen Blick. Für Details zur einzelnen Reise findest Du alles auf der jeweiligen Tourseite.

Wie hoch ist der Mont Blanc?

Der Mont Blanc misst 4.807 m und ist damit der höchste Berg der Alpen und Westeuropas. Seine Gipfelfelskuppe liegt bei rund 4.792 m — den Rest macht eine 15 bis 30 m dicke Schnee- und Eiskappe aus, deren höchster Punkt durch Wind und Niederschlag um mehrere Meter wandert.

Wie schwierig ist die Besteigung des Mont Blanc?

Der Gipfeltag verlangt Hochtouren-Erfahrung: sicheres Gehen mit Steigeisen und Pickel und Frontzackentechnik an der Steilstelle am Mont Maudit, wo Fixseile hängen. Am meisten fordern Höhe, Länge und die objektiven Gefahren — über 4.200 m wird jeder Schritt zäh, der Gipfeltag dauert bis zu zwölf Stunden. Voraussetzung sind hervorragende Kondition und mehrere Tage Akklimatisation; die genaue Einstufung findest Du in unserer Hochtouren-Schwierigkeitsbewertung.

Welche Routen führen auf den Mont Blanc?

Es gibt zwei Normalwege: die Trois-Monts-Route über Mont Blanc du Tacul, Mont Maudit und Col de la Brenva sowie die Goûter-Route über den Bossesgrat. Wir steigen standardmäßig über Trois Monts ab der Aiguille du Midi auf — über die Cosmiques-Hütte sind wir bei den Übernachtungen flexibler — und über Goûter ab.

Wie viele Tage braucht man für den Mont Blanc?

Entscheidend ist die Akklimatisation: mindestens drei, realistisch vier bis fünf Tage in der Höhe. Ohne mehrere Tage vorab, etwa am Gran Paradiso oder auf den Vorgipfeln der Woche, ist eine realistische Gipfelchance nicht gegeben — je höher Du vorher warst, desto besser.

Wann ist die beste Zeit für den Mont Blanc?

Als Hochtour geht der Mont Blanc von Juni bis September, früh in der Saison im Juni sind Gletscher und Schnee am besten. Danach hängt viel von Verhältnissen, Vorwinter und Temperaturen ab. Mit Ski führen wir ihn im April und Mai als Skihochtour.

Kann man auf den Mont Blanc wandern?

Nein. Der Mont Blanc ist eine hochalpine Gletscher-Hochtour mit Bergführer über Steigeisengelände und verdeckte Spalten, kein Wanderweg. Der berühmte Rundweg um das Massiv ist die Tour du Mont Blanc (TMB) — eine mehrtägige Wanderung, die den Gipfel nicht erreicht.

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