Mont Blanc 4.807 m
Der höchste Berg der Alpen — und eine ernste Gletscher-Hochtour, kein Ziel für nebenbei.
Der Mont Blanc trägt über der Felskuppe eine Eis- und Schneekappe, deren höchster Punkt mit Wind und Niederschlag um mehrere Meter wandert. Er steht an der Grenze zwischen Chamonix und Courmayeur, im Mont-Blanc-Massiv. Zwei Normalwege führen hinauf, über den Mont Maudit und über die Goûter-Route. Er eignet sich für erfahrene Hochtouren-Geher, die genug Zeit für Akklimatisation mitbringen — vom ersten geführten Anlauf bis zur Trophäenwoche mit Eiger und Matterhorn.
Trois-Monts-Route über den Mont Maudit
Unser Standard-Aufstieg beginnt an der Aiguille du Midi und der Cosmiques-Hütte. Über die Nordflanke des Mont Blanc du Tacul (4.248 m) geht es zur Schulter im Westgrat, dann steil zum Aufschwung am Mont Maudit (4.465 m) — die Schlüsselstelle, die letzten Meter mit Fixseilen. Vom Col de la Brenva führen die weiten Gipfelhänge an der Mur de la Côte vorbei zum höchsten Punkt der Alpen, mit Tiefblick zum Matterhorn und bis in die Südalpen. Wir wählen diesen Weg, weil wir über die Cosmiques-Hütte flexibler bei den Hüttenübernachtungen sind.
Goûter-Route über den Bossesgrat
Der zweite Normalweg führt über den Bossesgrat, vorbei am Vallot-Biwak, zur Goûter- und zur Tête-Rousse-Hütte. Er ist unser Standard-Abstieg, und die Skitour steigt hier über die Route Royal auf. Der Weg quert den Grand Couloir du Goûter, die gefährlichste Stelle des gesamten Anstiegs und einen der unfallträchtigsten Punkte der Alpen. Den Steinschlag löst die Temperatur aus: Solange Eis und Schnee das Gestein binden, hält das Couloir; sobald es warm wird, wird es zur Steinschlagrinne. Entscheidend sind darum Verhältnisse und Temperatur, nicht die Uhrzeit — in heißen Sommern kommen die Steine Tag und Nacht. Ob die Querung heute geht, lässt sich nur vor Ort beurteilen; manchmal heißt die richtige Entscheidung: heute nicht.
Die eigentliche Felskuppe des Mont Blanc liegt bei rund 4.792 m — den Rest bis 4.807 m macht eine 15 bis 30 m dicke Schnee- und Eiskappe aus. Ihr höchster Punkt wandert durch Wind und Niederschlag entlang einer West-Ost-Achse um mehrere Meter. Erstbestiegen haben ihn Jacques Balmat und Michel Paccard 1786 — die Geburtsstunde des modernen Alpinismus.
Mit Bergführer auf den Mont Blanc
Am Aufschwung zum Mont Maudit hängen Fixseile, und die Schründe unter dem Tacul verlangen je nach Verhältnissen ein paar Meter Eiskletterei — dort führen wir am kurzen Seil. Weil die Schneeauflage zurückgeht, nehmen die technischen Schwierigkeiten von Jahr zu Jahr zu, und der Berg trägt viele Gefahren, Stein- wie Eisschlag. Ob die Verhältnisse passen, entscheiden wir tagesaktuell vor Ort — eine seriöse Zusage Wochen im Voraus gibt es nicht, und dass es beim ersten Versuch klappt, ist eher die Ausnahme. Geht der Gipfel heute nicht, stehen im Umkreis genug Ausweichziele.
Häufige Fragen zum Mont Blanc
Wie schwer ist der Aufstieg, wie viele Tage brauche ich, welcher Weg führt hinauf — die wichtigsten Fragen zum Mont Blanc auf einen Blick. Für Details zur einzelnen Reise findest Du alles auf der jeweiligen Tourseite.