Hochtouren

Hochtour auf den Ortler

Hochtour auf den Ortler

Der Ortler ist mit seinen 3.905 m und seiner mächtigen Form eines der bedeutendsten Gipfelziele der Ostalpen. Zudem hat er eine spannende Geschichte: Er war einst der höchste Berg der österreichisch-ungarischen Monarchie, wurde bereits 1804 erstbestiegen und spielte eine strategische Rolle im Ersten Weltkrieg. Alpinistisch bietet er anspruchsvolle Routen über Gletscher, steile Wände und exponierte Grate. Von Norden verläuft der Normalweg über die Julius-Payer-Hütte zum König der Ostalpen, doch auch dieser leichteste Weg erfordert gute Kondition sowie alpine Erfahrung. Besonders beeindruckend ist der Panoramablick vom Gipfel, der an klaren Tagen bis zu den Dolomiten und zum Alpenhauptkamm reicht.

Reiseablauf

Tourbeginn:

18.00 Uhr Auf der Payerhütte

1. Tag – Aufstieg zur Julius-Payer-Hütte (3.029 m)

Der Aufstieg von Sulden über die Tabarettahütte zur Payerhütte ist ein anspruchsvoller Wanderweg (T3, rot bis schwarz), den Du selbstständig bewältigst. Man kann den Aufstieg von Sulden durch die Fahrt mit dem Sessellift abkürzen, bevor man eindrucksvoll unter der berühmten Nordwand des Ortlers hindurchquert und zum Zwischenziel Tabarettahütte aufsteigt. Von hier geht es nun immer anspruchsvoller und steiler werdend hinauf in die Bärenscharte, von wo aus Du dem Grat nach Süden folgend zur spektakulär auf einem Felskopf gelegenen Payerhütte steigst. Eine detailliertere Wegbeschreibung findest Du hier. Auf der Payerhütte triffst Du Dich gegen 18:00 Uhr mit Deinem Bergführer. Nach einem kurzen Ausrüstungs-Check genießen wir gemeinsam das Abendessen und übernachten auf 3.029 m – eine vorherige Akklimatisation ist empfehlenswert.

Auf- und Abstieg:

1100 hm

Gehzeit

4 h

2. Tag – Besteigung Ortler (3.905 m)

Noch in der Dunkelheit starten wir unseren Aufstieg mit Stirnlampen, folgen zunächst schweigend dem Pfad um die Tabarettaspitze herum, bevor wir noch im Dunkeln das erste Mal die Hände brauchen: Den Ortler muss man sich verdienen! Über den typischen glatten Ortlerkalk klettern wir hinüber zum Tschierfeckwandl, ein steiler Felsaufschwung, der mittels Ketten und fixen Seilen überwunden wird - immer gesichert am Seil des Bergführers. Die Schlüsselstelle folgt erst oberhalb, eine kurze ausgesetzte Platte im III. Grad der UIAA-Skala. Eine Querung führt uns ins ‚Bärenloch', eine tiefe Senke im Gletscher, den wir dort betreten. Zunächst steil, später flacher aber spaltenreich geht es auf dem Gletscher hinauf, oberhalb des Lombardibiwaks begrüßen wir die Sonne und genießen das schon jetzt eindrucksvolle Panorama hoch über dem Vinschgau. Ein steiler Aufschwung bringt uns hinauf zum Ortlerplatt, dem charakterischen ausladenden Gipfelplateau des Ortlers - der Gipfelgrat erhebt sich nur leicht über dieses Plateau, bricht jedoch nach den anderen drei Seiten steil ab – was für ein Tiefblick! Nach einer wohlverdienten Gipfelrast steigen wir über die Aufstiegsroute wieder ab, die Kletterstellen verlangen auch im Abstieg nochmals Konzentration und Sorgfalt. Die Tabarettahütte bietet sich als Zwischenziel zur Stärkung mit Blick auf das erreichte Ziel nochmal an, bevor wir bis nach Sulden zu unserem Ausgangspunkt absteigen, wo wir uns verabschieden und die Heimreise antreten.

Auf- und Abstieg:

1000 hm

Gehzeit

8-10 h

Highlights auf dieser Reise

Gipfel 3.769 m

Monte Cevedale

Der Monte Cevedale erhebt sich auf 3.769 m im Ortlergebiet an der Grenze zwischen Lombardei und Trentino-Alto Adige. Als dritthöchster Gipfel der Ortler-Alpen bildet er einen wichtigen orographischen Knotenpunkt zwischen vier Tälern. Der Normalweg führt vom Rifugio Casati über den Gletscher zum Gipfel.

Dorf 1.906 m

Sulden

Sulden liegt auf 1.906 m im inneren Suldental und gilt als wichtigstes Basecamp für den Ortler. Das Bergdorf mit 400 Einwohnern bietet direkten Zugang zu den höchsten Gipfeln der Ortlergruppe. Vier Seilbahnen erschließen das Skigebiet zwischen 1.900 und 3.250 m.

Gipfel 3.905 m

Ortler

Der Ortler erhebt sich mit 3.905 m als höchste Erhebung Südtirols und der Ortler-Alpen. Der größtenteils aus Hauptdolomit aufgebaute, stark vergletscherte Berg gilt als bedeutendstes Gipfelziel der Ostalpen. Seine Erstbesteigung 1804 zählt zu den wichtigsten alpinistischen Ereignissen jener Zeit.

Gipfel 3.376 m

Suldenspitze

Die Suldenspitze erhebt sich mit 3.376 m im Hauptkamm der Ortler-Alpen an der Grenze zwischen Südtirol und der Lombardei. Der vergletscherte Gipfel liegt strategisch zwischen Suldental, Val Cedec und Martelltal. Als beliebtes Skitourenziel und Übergangsstation zwischen den Schutzhütten gilt er als technisch wenig anspruchsvoll.

Gletscher

Suldenferner

Der Suldenferner erstreckt sich mit 5,7 km² an den Ostflanken von Ortler, Monte Zebrù und Königspitze. Der stark schuttbedeckte Gletscher reicht bis unter 2.500 m hinab und liegt im Nationalpark Stilfserjoch.

Gletscher

Rosimferner

Der Rosimferner liegt zwischen Italien und der Schweiz im Ortlergebiet. Der Gletscher bildet den Zugang zum Rosimjoch und zur Vertainspitze. Über seine Firnfelder führt eine klassische Skitourenroute mit 1.700 Höhenmetern Abstieg.

Gipfel 3.678 m

Punta San Matteo

Die Punta San Matteo erhebt sich auf 3.678 m im Ortlergebiet an der Grenze zwischen Lombardei und Trentino-Südtirol. Der vergletscherte Gipfel gehört zur Cevedale-Pizzo Tresero Kette und gilt als einer der schönsten Skiberge der Region. Vom Gipfel entspringt ein Teil des Fornigletschers.

Gipfel 3.594 m

Pizzo Tresero

Der Pizzo Tresero erhebt sich auf 3.594 m im Ortlergebiet der Lombardei. Der Gipfel bildet den südöstlichen Abschluss der Kette der 13 Gipfel, die den Fornigletscher umrahmt. Die Nordwand gilt als eine der anspruchsvollsten der Region.

Gipfel 2.968 m

Piz Daint

Der Piz Daint (2.968 m) erhebt sich in der Umbrailgruppe westlich des Münstertals in Graubünden. Der Berg bildet die Wasserscheide zwischen dem nach Norden zum Inn entwässernden Val Mora und dem südwärts zur Etsch fließenden Val Müstair. Seine markante Gipfelpyramide macht ihn zu einem beliebten Skitourenziel.

Gipfel 3.276 m

Cima San Giacomo

Die Cima San Giacomo erhebt sich auf 3.276 m im Ortlergebiet an der italienisch-schweizerischen Grenze. Der Gipfel liegt in der Fornigruppe zwischen Punta San Matteo und Brancahütte. Die Nordrinnen bieten pulvrige Abfahrten für erfahrene Skitourengeher.

Gipfel 2.951 m

Piz Dora

Der Piz Dora erhebt sich auf 2.951 m zwischen Val Müstair und Val Mora im Kanton Graubünden. Der Berg gehört zur Umbrailgruppe und wird den Ortler-Alpen zugerechnet. Der Name wandelte sich von Piz d'Ora (Äußerer Gipfel) zum heutigen Piz Dora.

Gletscher

Schranferner

Der Schranferner liegt an den Veneziaspitzen in der Ortlergruppe im Martelltal. Der Gletscher dient als Aufstiegsroute zur Östlichen Veneziaspitze und führt durch teilweise spaltiges Gletschergelände. Unterhalb der Gletscherzunge befinden sich malerische Bergseen.