Trekking

Ararat Besteigung | Höchster Gipfel der Türkei (5.165 m)

Trekking auf Anatoliens höchste Berge

Wer an die Türkei denkt, hat häufig Bilder der türkischen Riviera, von Antalya, Sonne oder Strandurlaub im Kopf. Für Bergliebhaber hat dieses Land mit seiner großen Gastfreundschaft aber noch viel mehr zu bieten. Bedingt durch unterschiedliche klimatische Verhältnisse konnte sich vor allem im Osten Anatoliens eine beeindruckende und fast menschenleere Gebirgswelt bilden, die Bergsteigern und Naturliebhabern auch heute noch unzählige Möglichkeiten bietet. Wahrzeichen dieser Region ist der 5.165 m hohe Ararat - ein Jahrtausende alter, erloschener Vulkan und zugleich höchster Berg der Türkei. Ihn zu besteigen ist unser Ziel dieser Reise!

Fast unwirklich erscheint der weiße Riese, der sich aus der weitläufigen Steppe völlig frei in den Himmel streckt. Mehr als 1.000 Höhenmeter Unterschied trennen ihn vom zweithöchsten Berg des Landes, weshalb man vom Gipfel ein unvergleichliches Panorama bis in die Tiefen des Iran und Kaukasus bestaunen kann. Besonders beeindruckend ist die Vielfältigkeit der Region, die auf engem Raum neben jahrtausendealten und gletscherbedeckten Vulkanen auch ein buntes Stadtleben sowie eine einzigartige Kultur und Kulinarik zu bieten hat. Für die Einheimischen ist der Ararat von großer biblischer Bedeutung, da an dessen Fuß einst Noah mit seiner Arche nach der Sintflut wieder auf Grund gelaufen sein soll.

Durch die vorherige Besteigung des aussichtsreichen Artos (3.537 m) am Südufer des Van Sees und einen zusätzlichen Akklimatisierungstag am Ararat sind wir nicht nur gut angepasst und vorbereitet, wir erhalten auch etwas Flexibilität in Bezug auf das Wetter. Immer unterstützt von unserem einheimischen Team kommen aber auch in den Zeltcamps die Erholung und der Komfort nicht zu kurz!

Für wen ist die Reise geeignet

  • • Akklimatisation durch Routenführung

Schwierigkeit

2.8

Anforderung

Kondition
Ernsthaftigkeit

Du bist teamfähig, offen gegenüber fremden Religionen und Kulturen und bereit, auf den üblichen westeuropäischen Komfort zu verzichten. Hilfsbereitschaft und Toleranz innerhalb der Gruppe sind für Dich selbstverständlich.

Reiseablauf

Tourbeginn:

17.30 Uhr ist am Van-Ferit Melen Airport | Ausgang aus dem Sicherheitsbereich

Tourende:

10.00 Uhr ist am Van-Ferit Melen Airport | Ausgang aus dem Sicherheitsbereich

1. Tag – Flug über Istanbul nach Van, Anatolien

Mit dem Flugzeug geht es mit einem kurzen Zwischenstopp in Istanbul nach Van, unserem Ziel in Ostanatolien. Die Stadt Van verfügt über eine über 3.000 Jahre zurückreichende Geschichte. Im 9. Jh. v. Chr. war die Stadt noch Haupstadt des Königreichs von Uartu, nach den Kriegen gegen Assyrer, Kimmerer und Skythen verlor die Stadt im 6. Jh. v. Chr., jedoch ihre Bedeutung. Heute wird Van auch als die "Perle des Ostens" oder das "Istanbul Ostanatoliens" benannt. Die Lage am großen Van See, eingerahmt von hohen Bergen, bildet eine einzigartige Landschaft, die kombiniert mit der Gastfreundschaft Anatoliens sowie seiner Kultur und Traditionen Lust auf mehr macht. Am Flughafen erwartet Dich bereits unser einheimischer Bergführer für den Transfer in die Stadt. Wir beziehen unser Hotel in der Stadt und lassen den Abend gemütlich ausklingen.

2. Tag – Besteigung des Mt. Artos (3.537 m)

Unser heutiges Ziel ist der 3.537 m hohe Artos. Nach dem Frühstück fahren wir etwa eine Dreiviertelstunde bis zum Ausgangspunkt auf 1.700 bis 1.800 m Höhe, je nachdem wie weit wir aufgrund der Straßenverhältnisse kommen. Während des Aufstiegs genießen wir eine wunderbare Aussicht über den Van See. Den Gipfel erreichen wir nach etwa vier bis fünf Stunden Gehzeit, wo sich uns das Panorama umso eindrucksvoller präsentiert: nicht nur der Van See liegt zu unseren Füßen, sondern auch zahlreiche Bergketten und -gipfel umgeben uns und komplettieren die beeindruckende Kulisse. Nach der wohlverdienten Gipfelrast steigen wir über die Aufstiegsroute wieder ab. Auf der Rückfahrt machen wir einen Stop am Van See und genießen einen köstlichen Cay, einen traditionellen türkischen Tee, bevor wir in unser Hotel zurückkehren.

Auf- und Abstieg:

1750 hm

Gehzeit

6-7 h

3. Tag – Klosterinsel Akdamar und Van Kalesi

Nach der fordernden Bergtour des Vortags, haben wir uns ein wenig Erholung verdient und wir nutzen den Tag, um die kulturellen Höhepunkt Vans zu erkunden. Wir fahren nach Gevas, um mit dem Boot zur Klosterinsel Akdamar überzusetzen, wo wir die armenische Kirche aus dem 10. Jahrhundert besichtigen. Es bleibt genügend Zeit ein Bad im Van See zu nehmen. Der bis zu 450 m tiefe See ist stark alkalisch und reich an Salzen. Er ist sogar der größte Sodasee der Welt. Dabei haben wir einen schönen Blick auf den Berg Artos, den wir am Vortag bestiegen haben. Im Anschluss fahren wir zu Van Kalesi, einer massiven Steinfestung aus dem urartäischen Reich. Noch heute sind am ca. 100 m hohen Burgfelsen zahlreiche Ruinen der damaligen Hauptstadt Tuspa zu finden. Von hier setzen wir unsere Fahrt in die kleine Stadt Dogubayazit fort, wo wir uns am Abend in unserem Hotel auf die bevorstehende Ararat Besteigung vorbereiten.

4. Tag – Zum Ararat und Aufstieg ins Basislager (3.200 m)

Es ist soweit. Unser Ararat Abenteuer beginnt! Der heilige Ararat, ein erloschener Vulkan, der über 5.000 Meter in den Himmel ragt. Dieser ist zugleich der jünste Vulkan der Türkei und war noch bis Ende des vorletzten Jahrhunderts aktiv. Bereits während unserer anderthalbstündigen Fahrt über die ruppigen Schotterstraßen zu unserem Ausgangspunkt auf etwa 2.000 m Höhe genießen wir schöne Ausblicke auf den höchsten Berg der Türkei. Der Ararat dominiert gemeinsam mit seinem über 1.200 m niedrigeren "kleinen Bruder" die Landschaft des Vierländerecks Türkei – Iran – Armenien – Nachitschewan (autonome Provinz von Aserbaidschan) und zieht alle Besucher gleichermaßen in seinen Bann. Am Treffpunkt begrüßen wir unsere Begleitmannschaft und laden das Gepäck auf die Mulis um, so dass wir nur unsere Tagesrucksäcke selbst tragen müssen. Dann beginnen wir schließlich unseren Aufstieg, bis wir eine große Wiese auf 3.200 m Höhe erreichen. Gemeinsam bauen wir hier die Zelte auf und richten alles für die Nacht ein, erstes Basislagerfeeling kommt auf. Am Abend genießen wir den Sternenhimmel und die erste Nacht am Ararat.

Auf- und Abstieg:

1000 hm

Gehzeit

4-5 h

5. Tag – Akklimatisation am Ararat

Der heutige Tag dient der Akklimatisation und Höhenanpassung. Zudem gibt uns dieser zusätzliche Akklimatisationstag etwas Flexibilität in Bezug auf das Wetter. Vom Basislager steigen wir durch die felsige Vulkanlandschaft ins rund 1.000 Höhenmeter höher gelegene Hochlager auf 4.200 m auf. Der technisch einfache Weg führt über Serpentinen stetig bergan. Oben angekommen, nehmen wir uns ausgiebig Zeit für eine Pause. Bei klaren Sichtverhältnissen können wir dabei die Aussicht über das weite anatolische Hochland genießen. Am späten Nachmittag steigen wir über die Aufstiegsroute wieder ins Basislager auf 3.200 m Höhe ab. Abendessen und Übernachtung im Camp.

Auf- und Abstieg:

1000 hm

Gehzeit

5-6 h

6. Tag – Aufstieg ins Hochlager (4.200 m)

Gemeinsam mit unserer lokalen Mannschaft und den Mulis steigen wir heute erneut ins Hochlager auf 4.200 m auf. Heute errichten wir hier windgeschützt hinter Steinmauern unser Camp und legen im Anschluss eine Pause ein, bei der eine Tasse Tee natürlich nicht fehlen darf. Den Nachmittag nutzen wir noch dazu, um weitere 100 - 200 Höhenmeter auf- und wieder abzusteigen, um einen weiteren Höhenreiz zu setzen und uns besser für die bevorstehende Nacht zu akklimatisieren. Zurück im Camp bereiten wir uns für die finale Gipfelbesteigung am nächsten Tag vor und rollen uns früh in unsere Schlafsäcke.

Auf- und Abstieg:

1200 hm

Gehzeit

4-5 h

7. Tag – Gipfeltag Ararat (5.165 m)

Mitten in der Nacht stehen wir auf - noch etwas verschlafen und doch voller Vorfreunde. Das Wissen, dass die besten Stunden am Gipfel des Ararats morgens sind und die Sicht am Nachmittag häufig durch Wolken eingetrübt ist, lässt auch die letzte Müdigkeit schnell verschwinden. Beim Aufstieg durch das felsige Terrain spüren wir die dünner werdende Luft und wir passen unser Tempo entsprechend an. Auf 4.750 Meter erreichen wir den Gletscher und entscheiden je nach Schneebedingungen, ob wir die Steigeisen anziehen. Unser Ziel ist bei Sonnenaufgang am Gipfel des heiligen Berges zu stehen. Hier bietet sich uns bei schönem Wetter ein unvergleichliches Panorama, das Weitblicke bis in den Iran und den Kaukasus mit dem Elbrus zulässt! Besonders in den Morgenstunden ist die Aussicht vom Ararat ein unvergessliches Erlebnis. Der Abstieg führt uns zunächst zurück zu unserem Hochlager. Nach einer wohlverdienten Pause steigen wir noch weiter ab, bis wir das Basislager auf 3.200 m erreichen. Hier verbringen wir eine weitere Nacht im Zelt. Müde und stolz lassen wir diesen unglaublichen Tag noch einmal beim gemeinsamen Abendessen Revue passieren.

Auf- und Abstieg:

1000 hm

Gehzeit

9-10 h

8. Tag – Abstieg und Besichtigung Işhak-Paşa-Palast

Gemütlich starten wir in den Tag und bauen nach dem Frühstück gemeinschaftlich die Zelte im Basislager ab. Die letzten 1.000 Abstiegsmeter zu unserem Ausgangspunkt liegen vor uns, von wo wir zurück nach Dogubayazit fahren. Am Nachmittag besuchen wir hier eine der am schönsten gelegenen Palastanlagen, den berühmten Işhak-Paşa-Palast. Dieser oberhalb der Stadt gelegene Bau aus dem 17. Jahrhundert zählt heute zum UNESCO Weltkulturerbe und fasziniert durch seine Einblicke in die frühzeitliche Entwickling der östlichen Türkei. Oberhalb des Palastes befinden sich eine Kuppelmoschee aus dem 16. Jahrhundert und die Reste einer urartäischen Festung. Hier entlang verlief die Seidenstraße in Richtung Osten. Vom Café oberhalb des Palastes genießen wir noch einmal den Blick über die unter uns liegende Ebene und die umliegenden Berge. Am Abend erreichen wir schließlich Van, wo wir nach den Anstrengungen der letzten Tage den Komfort unseres Hotels genießen. Dabei wird natürlich auch auf die Gipfelerfolge angestoßen!

Gehzeit

3 h

9. Tag – Rückflug nach Deutschland

Heute heißt es Abschied nehmen von Ostanatolien. Nach dem Frühstück geht es zum Flughafen in Van und von dort mit einem Zwischenstopp in Istanbul zurück in die Heimat.

Highlights auf dieser Reise

Vulkan 5.137 m

Ararat

Der Ararat ist ein ruhender Vulkan im Armenischen Hochland und mit 5.137 m der höchste Berg der Türkei. Der letzte Ausbruch erfolgte 1840 und zerstörte das Dorf Ahora. Nach dem biblischen Mythos strandete hier die Arche Noah nach der Sintflut.

Archäologische Stätte

Durupınar site

Die Durupınar-Stätte ist eine 164 Meter lange Gesteinsformation aus Limonit am Mount Tendürek in Ostanatolien. Die bootsähnliche Form führte zu Spekulationen über Überreste der Arche Noah. Geologische Untersuchungen bestätigen den natürlichen Ursprung der Formation.

Gipfel 2.233 m

Karnıyarık Tepe

Der Karnıyarık Tepe erhebt sich auf 2.233 m im türkischen Ararat-Massiv. Der Gipfel liegt in der vulkanischen Region des Armenisch-Iranischen Hochlands.

Gipfel 3.710 m

Mıh

Der Gipfel erhebt sich auf 3.710 m am Großen Ararat im armenisch-iranischen Hochland. Er liegt in der vulkanischen Bergregion Ostanatoliens nahe der armenischen Grenze.

Gipfel 3.515 m

Dikilitaş

Der Dikilitaş erhebt sich auf 3.515 m am Ararat-Vulkan in Ostanatolien. Der Gipfel liegt im Bereich der basaltischen Vulkanmassen des Ararat-Massivs.

Burg/Schloss

Remains of the Bayazit Castle

Die Ruinen der Bayazit-Burg thronen auf einem schroffen Felsgipfel 7 km südöstlich von Doğubayazıt. Die strategisch positionierte Festung wurde auf urartischen Fundamenten errichtet und später von Seldschuken und Osmanen ausgebaut. Sie bewachte einst die Seidenstraße am Fuß des Ararat.

Stadt

Diyadin

Diyadin ist eine historische Stadt im armenisch-iranischen Hochland und liegt auf 1.935 m Höhe. Der Bezirksort dient als Ausgangspunkt für Expeditionen zum Ararat. Die Region verfügt über jahrhundertealte Thermalquellen mit Temperaturen von 60-70°C.

Stadt 1.950 m

Doğubeyazıt

Doğubayazıt liegt auf 1.950 m Höhe im äußersten Osten der Türkei, nur 35 km von der iranischen Grenze entfernt. Die Stadt dient als strategisches Basecamp für Besteigungen des Großen Ararat und bietet Zugang zum armenisch-iranischen Hochland.

Stadt

Aralık

Aralık liegt auf 818 m Höhe im äußersten Osten der Türkei. Der Bezirksort bildet den östlichsten Punkt des Landes an der Dreiergrenze zu Iran, Armenien und Aserbaidschan. Die strategische Lage macht ihn zum Ausgangspunkt für Expeditionen zum Großen Ararat.

Vulkan 3.887 m

Kleiner Ararat

Der Kleine Ararat erhebt sich als Stratovulkan auf 3.887 m östlich des Hauptgipfels. Der symmetrische Kegel gilt als eigenständiger Vulkan mit glatten Konstruktionshängen. Friedrich Parrot und Khachatur Abovian erreichten 1829 als erste den Gipfel.

Nationalpark

Mount Ararat National Park

Der Mount Ararat National Park umfasst 88.014 Hektar rund um den Ağrı Dağı, den höchsten Berg der Türkei mit 5.137 m. Der 2004 gegründete Park liegt am Schnittpunkt der Grenzen zu Iran, Armenien und Nachitschewan. Neben dem Hauptgipfel beherbergt das Schutzgebiet auch den 3.898 m hohen Kleinen Ararat.