Korsika erhebt sich als viertgrößte Mittelmeerinsel mit dem 2.706 m hohen Monte Cinto zu einem echten Hochgebirge, das dem Alpinismus erst seit dem frühen 20. Jahrhundert erschlossen wurde. Felix von Cube bezwang ab 1899 systematisch die schwierigsten Gipfel und schuf mit 38 Besteigungen — darunter 17 Erstbesteigungen — die Grundlage für den korsischen Alpinismus.
Das Spektrum reicht von mediterranem Felsklettern bis zu hochalpinen Bergtouren auf den legendären GR20, einem der anspruchsvollsten Fernwanderwege Europas. Im kristallinen Westgebirge dominieren Granit- und Gabbrofelsen, während die alpine Ostregion metamorphe Formationen bietet — beide Gesteinstypen ermöglichen Klettern bis zum 10. Grad.
Das mediterrane Klima mit über 2.500 Sonnenstunden macht Korsika fast ganzjährig begehbar, während die Höhenlagen ab 1.100 m echtes Gebirgsklima entwickeln. Von den Küstenstädten Ajaccio, Bastia und Calvi führen schmale Bergstraßen über Pässe wie den Vizzavona (1.161 m) ins Hochgebirge, wo Pinus laricio-Wälder bis 1.800 m die Gipfelanstiege einrahmen.