Die Pyrenäen erstrecken sich über 430 km zwischen Atlantik und Mittelmeer und bilden eine natürliche Barriere zwischen Frankreich und Spanien. Mit dem 3.404 m hohen Aneto als höchstem Gipfel und über 200 Dreitausendern entwickelten sich die Pyrenäen parallel zu den Alpen zu einem bedeutenden alpinistischen Schauplatz – bereits 1802 gelang Louis Ramond de Carbonnières die symbolträchtige Erstbesteigung des Monte Perdido und etablierte das Gebirge in der heroischen Epoche des Alpinismus.
Das Spektrum reicht von gemütlichen Wanderungen durch mediterrane Vegetation bis zu anspruchsvollen Trekkingtouren in der Hochgebirgszone. Besonders die spanische Südseite bietet ideale Bedingungen für mehrtägige Wanderreisen mit ihrer Kombination aus hochalpinen Karseen, Gletscherrelikten und kulturhistorischen Routen wie dem Jakobsweg über den Roncevaux-Pass.
Die geologische Struktur aus erosionsresistentem Granit im Osten und Kalkstein im Westen schuf spektakuläre Landformen wie den Cirque de Gavarnie mit Europas höchsten Wasserfällen nach Skandinavien. Klimatisch profitieren die östlichen Pyrenäen vom trockenen Mittelmeereinfluss, während die Westseite atlantisch geprägt bleibt – eine Vielfalt, die sich in der Flora von mitteleuropäisch bis mediterran widerspiegelt.