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AWI Bergkurs für Überwinterer Neumayer III Station

Gut vorbereitet in die Antarktis

Der Einsatz in den polaren Gebieten der Arktis und Antarktis birgt zahlreiche verschiedene Gefahren, denen ein Überwinterer ausgesetzt sein kann. Darüber hinaus muss sich das Überwintererteam persönlich intensiv kennenlernen. Zur Vorbereitung auf die Aufgaben erfolgt daher im Rahmen der Ausbildung des Alfred Wegener Instituts ein sogenannter Bergkurs für Überwinterer. 

Hierzu werden die Teilnehmer anhand verschiedener Szenarien mit dem Thema Gletscher - Kälte - Gefahren konfrontiert und müssen dabei komplexe Rettungsszenarien lösen. Sie erlernen dabei das Verhalten auf Gletschern, den Umgang mit der notwendigen Gletscherausrüstung und das Arbeiten im Team beim Lösen unterschiedlichster Spaltensturz Szenarien. Das Kennenlernen und Handhaben Ausrüstungsgegenstände der obligatorischen Survival Box bildet neben weiteren Einzelthemen, wie z.B dem Versorgen von polartypischen Verletzungsmustern weitere Schwerpunkte.

 

Für wen ist die Reise geeignet

Schwierigkeit

1.7

Anforderung

Kondition
Ernsthaftigkeit

Für das AWI Sicherheitstraining solltest Du über Schwindelfreiheit und Trittsicherheit verfügen. Die Abschlusstour erfordert Kondition für Gehzeiten bis 5 h und ca. 900 Höhenmeter im Aufstieg. Kenntnisse in der Knotentechnik sind von Vorteil, aber nicht zwingend erforderlich. Für den Kurs sind feste Bergschuhe notwendig ( zumindest Kategorie B/C ). Wir empfehlen bedingt steigeisenfeste Schuhe ab Kategorie C.

Reiseablauf

Tourbeginn:

09.00 Uhr an der Talstation der Dachstein Gletscherbahn

Tourende:

15.00 Uhr an der Talstation der Dachstein Gletscherbahn

1. Tag – Aufstieg zum Taschachhaus und erste Ausbildungsinhalte

Treffpunkt für das Sicherheitstraining ist am Vormittag am Parkplatz des Hotel Gundolf in Tieflehn im Pitztal. Nach der Begrüßung durch den Bergführer wird das Material für den Gepäcktransport sortiert und wir fahren gemeinsam mit den Fahrzeugen zur Materialseilbahn. In knapp 1 Stunde wird von hier der Ausbildungsstützpunkt, das Taschachhaus, erreicht. Nach dem Bezug der Lager und der Einweisung im Taschachhaus beginnt die Basisausbildung mit Abseilen & Ablassen, Knotenkunde und Materialkunde. Je nach Ausbildungsplanung durch das AWI erfolgt am Abend noch eine Unterrichtseinheit zum Thema GPS Geräte.

Auf- und Abstieg:

700 hm

Gehzeit

2 h

2. Tag – Voller Ausbildungstag am Taschachferner

Erste Eis-Ausbildung im Gletscherbereich des Taschachferner. Schwerpunkt am ersten Tag ist die Spaltenbergung und das Bewegen mit Steigeisen und Pickel auf dem Gletscher. Es werden zwei Möglichkeiten zur Spaltenbergung vorgestellt und geübt. Die Spaltenbergung mittels Loser Rolle und der Mannschaftszug sind geeignete Bergemethoden für den Einstieg. Weitere Themen sind Technik und Taktik beim Begehen von Spaltenbrüchen, Steigeisen und Pickel Techniken im Eis, Abbremsen von Stürzen im Firn.

Abends Erste Hilfe, Alpine Gefahren und Tourenplanung.

Auf- und Abstieg:

400 hm

3. Tag – Vertiefung der Ausbildungsinhalte am Gletscher

Üben, Üben, Üben bestimmt den Tagesablauf. Vertiefung der Ausbildungsinhalte auf dem Gletscher und im Gletscherbruch. Hierzu sind wir heute sehr wahrscheinlich auf einem anderen Gletscher unterwegs. Mit Klettersteigsets muss dabei eine Felspassage überwunden werden. Auf dem Programm stehen dann Themen wie das Halten eines Spaltensturzes, Selbstrettung aus einer Gletscherspalte und weiterführende Techniken, wie Fixpunkte setzen im Eis. Abends beschäftigen wir uns mit der Survial Box und deren Inhalt.

Auf- und Abstieg:

800 hm

4. Tag – Verschiedene Übungslagen | Erste Hilfe

Der heutige Tag dient der Festigung der bisherigen Ausbildungsinhalte und dem Abstellen von Fehlern, wobei jetzt im Team unterschiedliche Szenarien geübt werden. Darüber hinaus wird das Thema Erste Hilfe, Unterkühlung und Kälte Schäden behandelt. Am Abend wird die Ausrüstung für das kommende Biwak verpackt.

Auf- und Abstieg:

1000 hm

Gehzeit

6 h

5. Tag – Biwak auf dem Gletscher

Die nächsten zwei Tage bleiben wir auf dem Gletscher und verbringen die Nächte im Zelt. Dazu muss das gesamte Material auf den Gletscher transportiert werden. Schwerpunkte sind dann, die Handhabung der Survivalausrüstung, Schneeschmelzen und Kochen und verschiedene Szenarien zur Spaltenbergung, wie z.B. das Bergen eines Verletzten aus der Gletscherspalte mit der Rettungswindel.

Auf- und Abstieg:

1350 hm

Gehzeit

8-9 h

6. Tag – Biwak auf dem Gletscher

Ausbildungstag auf dem Gletscher mit Wiederholung verschiedener Rettungsszenarien.

Auf- und Abstieg:

500 hm

Gehzeit

8-9 h

7. Tag – Zurück ins Tal

Nach dem Frühstück brechen wir das Biwak ab und marschieren zurück zur Hütte. Sobald die Ausrüstung sortiert und verpackt worden ist, erfolgt der Abstieg ins Tal. Verabschiedung und Heimreise.

Gehzeit

5 h

Highlights auf dieser Reise

Sattel 2.029 m

Tor

Das Tor ist ein markanter Sattel auf 2.029 m im Dachsteinmassiv. Der natürliche Felseinschnitt zwischen Raucheck und Torstein markiert die Bundesländergrenze. Eine Gedenktafel erinnert an die besondere Bedeutung des Übergangs.

Dorf

Ramsau am Dachstein

Ramsau am Dachstein liegt auf einem Hochplateau zwischen 1.100 und 1.700 m Höhe direkt unter den Südwänden des Dachsteinmassivs. Der steirische Luftkurort ist strategischer Ausgangspunkt für Wanderungen und Bergtouren zum Hohen Dachstein und den umliegenden Gipfeln.

See 933 m

Vorderer Gosausee

Der Vordere Gosausee liegt auf 933 m am Nordfuß des Dachsteinmassivs. Der natürliche Gletscherrückzugsee wurde 1913 um 12 m aufgestaut und dient als Speichersee für das Kraftwerk Gosau. Der Blick vom Seeausfluss Richtung Dachstein gilt als eines der berühmtesten Bergmotive Österreichs.

Gletscher

Hallstätter Gletscher

Der Hallstätter Gletscher erstreckt sich unterhalb des Hohen Dachsteins bis zu den Eisseen bei der Simonyhütte auf 2.205 m. Als typischer Karstgletscher besitzt er keinen oberirdischen Abfluss. Das Schmelzwasser verschwindet unterirdisch und tritt am Waldbachursprung wieder zutage.

Gipfel 2.995 m

Hoher Dachstein

Der Hohe Dachstein erhebt sich als Hauptgipfel des Dachsteingebirges auf 2.995 m und bildet mit 2.133 m Prominenz den höchsten Gipfel von Oberösterreich und Steiermark. Der Doppelgipfel mit seinem nördlich vorgelagerten Niederen Dachstein thront über ausgedehnten Gletscherfeldern und der berühmten rötlichen Südwand aus Dachsteinkalk.

Klettern

Dachstein

Das ehemalige Skigebiet Dachsteingletscher lag zwischen 2.296 m und 2.680 m auf dem Dachsteinmassiv. Die Dachstein-Südwandbahn führt zur Bergstation am Hunerkogel auf 2.687 m. 2023 wurde der Skibetrieb aufgrund des Gletscherschwundes endgültig eingestellt.

Archäologische Stätte

Gräberfeld

Das Gräberfeld im Salzbergtal oberhalb von Hallstatt gilt als eine der wichtigsten archäologischen Fundstellen Europas. Die außergewöhnlich reichen Grabbeigaben aus der Zeit von 800 bis 400 v. Chr. gaben der gesamten älteren Eisenzeit ihren Namen.

Sattel 993 m

Pötschenpass

Der Pötschenpass (993 m) verbindet Bad Goisern mit Bad Aussee zwischen Hohem Sarstein und Sandling. Die Salzkammergut Straße B 145 folgt einer historischen Handelsroute, die seit der Römerzeit begangen wird.

See 1.154 m

Hinterer Gosausee

Der Hintere Gosausee liegt auf 1.154 m am Nordfuß des Dachsteinmassivs. Der naturnahe Gebirgssee besitzt eine seltene Estavelle, durch die je nach Wasserstand unterschiedliche Fließrichtungen entstehen. Bei Hochwasser kann der Wasserspiegel um bis zu 15 m schwanken.

Gletscher

Schladminger Gletscher

Der Schladminger Gletscher liegt im österreichischen Dachsteingebirge und zählt nach Hallstätter Gletscher und Großem Gosaugletscher zu den drei größten Gletschern des Massivs. Seit 1850 hat er über zwei Drittel seiner Fläche verloren und zeigt kaum noch Fließbewegung.

Gletscher

Schneelochgletscher

Der Schneelochgletscher liegt am Wandfuß des Hohen Kreuzes im Dachsteinmassiv auf 2.300 m Höhe. Mit 13 ha Fläche zählt er zu den kleineren Dachsteingletschern. Als Karstgletscher führt er das Schmelzwasser über unterirdische Höhlensysteme ab.

Gipfel 2.351 m

Grimming

Der Grimming (2.351 m) erhebt sich als isolierter Gebirgsstock zwischen Ennstal und Hinterberger Tal in der Obersteiermark. Mit einer Prominenz von 1.516 m gilt er als markanter Aussichtsberg und wurde früher als höchster Berg der Steiermark bezeichnet.