Alpenüberquerungen

Grande Traversata delle Alpi | 2. Etappe

Wandern auf dem GTA | Durchs Walserland und den Naturpark Valsesia ins Aostatal

In diesem nördlichen Teil der Grande Traversata delle Alpi (GTA) sind wir teilweise auf dem großen Walserweg unterwegs, ständig begleitet von phantastischen Ausblicken auf die spektakuläre 4.000er Kulisse der Monte Rosa. Mal sind es anspruchsvolle Steige, die uns über Gipfel, Pässe und Grate führen. Dann geht’s wieder auf uralten Mulattieras (Saumpfaden) vorbei an Alpen mit ihren Steinhütten bis ins Tal, wo uns kleine Dörfer mit ihren schmucken Walserhäusern empfangen. Genauso abwechslungsreich sind die Übernachtungen: Auf Berghütten, in Albergos (Gasthäusern) im Tal, auf einer Alpe und im Kloster. Und überall lassen wir uns die piemontesische Alpenküche schmecken.

Reiseablauf

Tourbeginn:

17.00 Uhr ist am Parkplatz am Bahnhof Omegna.

Tourende:

16.00 Uhr ist am Parkplatz am Bahnhof Omegna.

1. Tag – Anreise nach Omegna

Unser Treffpunkt für die Wanderwoche im Piemont ist Omegna am Ortasee. Vor dem Abendessen haben wir noch die Gelegenheit die Stadt zu erkunden. Bei einem guten Getränk besprechen wir am Abend die einzelnen Tage der bevorstehenden Woche.

2. Tag – Vom Val Strona nach Rimella

Nach dem Frühstück fahren wir mit dem Bus nach Forno im Val Strona. Durch das Tal wandern wir zunächst nach Campello Monti (1.305 m). Über die Treppen vorbei an den beiden kleinen Kirchlein gelangen wir auf unseren Wanderweg. Durch bewirtschaftetes Alpgelände steigen wir hinauf auf die Bocchetta di Campello (1.924 m), von der wir einen wunderbaren Blick auf die Monte Rosa haben, deren höchster Gipfel die Dufourspitze mit 4.634 m ist. Wir steigen nach Rimella (1.176 m) ab, einer alten Walsersiedlung mit unzähligen Weilern und zahlreichen kleinen Kapellen. Rimella Chiesa ist das Ziel unserer heutigen Etappe und wir übernachten in einem Albergo, in dem wir gleich am ersten Abend unserer Bergwanderwoche kulinarisch überrascht und verwöhnt werden.

Auf- und Abstieg:

1100 hm

Gehzeit

6-7 h

3. Tag – Über die Almen von La Res zur Alpe Baranca

Nach kurzem Abstieg zum Bachbett, das wir überqueren, führt uns auf der anderen Seite ein steiler Waldweg hinauf auf die Almwiesen von La Res. Die idyllische Landschaft mit ihren satten, mit Blumen überzogenen Wiesen und der Ausblick, der sich uns hier oben an der Alpe Res wieder eröffnet, laden zur Rast ein. Wir steigen schließlich ins malerische Valle Baranca ab und folgen dem Fluss bis zum Talschluss. Von hier geht es noch einmal bergan, vorbei an weiteren Weilern und Alpen, bis wir die Alpe Baranca auf 1.566 m Höhe erreichen. Auch hier empfängt uns herzliche Gastlichkeit und feine Älplerküche, so dass wir unseren heutigen Wandertag ganz gemütlich ausklingen lassen können.

Auf- und Abstieg:

910 hm

Gehzeit

5 h

4. Tag – Auf Saumpfaden zum Colle d'Egua

Wir verlassen die gemütliche Alpe und folgen einem Saumweg vorbei an einem kleinen Wasserfall zum Lago Baranca. Nördlich des Sees sind die Ruinen von Villa Aprilia o Lancia ein beliebtes Fotomotiv. Wir wandern im Bogen weiter in südwestlicher Richtung bis zum Colle d'Egua (2.239 m). Hier von der Passhöhe ist der Blick auf das Monte Rosa Massiv bei gutem Wetter überwältigend! Bevor wir ins Val d'Egua absteigen, legen wir hier eine Pause ein und genießen die wunderbare Berglandschaft. Vorbei an der Alpe Selletti und dem bewirtschafteten Rifugio Boffalora (1.680 m), in dem wir einkehren und eine kleine Erfrischung auf der Terrasse genießen können, geht es weiter in Richtung Carcoforo. Bald liegen uns bereits die alten Häuser des kleinen Dörfchens zu Füßen und wir erreichen es schließlich über einige Serpentinen von der kleinen Kapelle oberhalb des Dorfes. In Carcoforo (1.304 m) übernachten wir in einem kleinen Albergo im Ort.

Auf- und Abstieg:

660 hm

Gehzeit

5 h

5. Tag – Von Carcoforo nach Rima

Heute erwartet uns eine anstrengende Etappe des GTA mit spannenden Tiefblicken. Meist sehen wir hier auch große Schafherden mit ihren Hütehunden. Über das Bachbett geht es vorbei an einer Alpe und schließlich steil und in zahlreichen Serpentinen bergan zur Alpe Trasinera. Von hier folgen wir dem Weg weiter bis zum Colle di Tiemo (2.330 m), von dem wir wieder einen wunderbaren Ausblick genießen. Wir steigen wieder steil und in zahlreichen Serpentinen ab über die Alpe Chiaffera bis ins Tal nach Rima (1.441 m). Das kleine Bergdorf zählte zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu einem der wohlhabendsten italienischen Orte, da man sich mit der Herstellung und Verarbeitung von künstlichem Marmor weit über die Landesgrenzen hinaus einen Namen gemacht hatte. Ein Abstecher zur Gipsoteca und dem Marmorkunstatelier von Silvio Dellavedova sollte daher nicht fehlen und gibt uns interessante Einblicke, bevor wir in unserer Herberge ankommen. Wir übernachten in einem typischen Posto Tappa im Mehrbettzimmer.

Auf- und Abstieg:

1050 hm

Gehzeit

6 h

6. Tag – Über den Colle Mud (2.324 m) nach Alagna

Noch einmal geht es steil hinauf, vorbei an der Alpe Valmontasca (1.819 m) und Alpe Vorco (2.080 m) durch das karge, felsige Gelände zum Colle Mud (2.324 m). Begleitet von schönen Blicken ins Valsesia geht es steil hinab über die Alpe di Mud di Mezzo bis ins Tal zum Bilderbuchdorf Pedemonte. Hier am Fuße des gigantischen Monte Rosa Massivs ist der richtige Ort für eine Pause mit Einkehr, um uns für die letzten Wanderkilometer des heutigen Tages zu stärken. Wir verlassen Pedemonte und lassen auch das traditionelle Bergsteigerdorf Alagna hinter uns liegen. Einem alten Mulatierra folgen wir ins Valle Vogna und bewältigen noch den leichten Anstieg bis zu unserer idyllischen und ruhig gelegenen Unterkunft.

Auf- und Abstieg:

1300 hm

Gehzeit

7 h

7. Tag – Über aussichtsreiche Pässe zur Rivettihütte

Ein langer Tag steht uns bevor, der uns aber von einem Höhepunkt zum nächsten bringt. Drei Pässe bewältigen wir heute und steigen häufig durch Blockgelände, teils steil auf und ab. Vorbei an alten Walserhöfen und einsamen Alpen zieht sich unser Weg tief hinein ins Val Vogna. Wir wandern vorbei an der Alpe Camino und erreichen die Alpe Maccagno (2.188 m), die auf einer kleinen Hochebene eingebettet zwischen zwei kleinen Bergseen liegt. Wir genießen die idyllische Bergkulisse und legen zwischen den Steinhäusern mit Blick auf den See eine Rast ein, um uns für den weiteren Aufstieg zu stärken. Weiter geht es vorbei am Lago Nero durch Blockgelände bis zum Passo del Maccagno (2.468 m). Der steile Abstieg zum Torrente di Loo erfordert weiterhin Aufmerksamkeit, bevor es auf der anderen Seite hinauf zum Colle Lazoney (2.387 m) geht. Wir folgen dem Weg weiter vorbei am Lago di Suckie und erreichen den dritten und letzten Pass des heutigen Tages, den Colle della Mologna Grande (2.348 m). Von hier geht es nur noch bergab bis zum Rifugio Rivetti (2.150 m), von dessen Hüttenterrasse wir einen wunderbaren Blick ins Tal genießen können.

Auf- und Abstieg:

1200 hm

Gehzeit

8 h

8. Tag – Durchs Cervo-Tal zum Santuario San Giovanni

Zunächst nehmen wir den langen, steilen Abstieg vorbei an der Alpe Lavazei und entlang des Torrente Mologna bis nach Piedicavallo (1.037 m) in Angriff. Hier im Cervo-Tal haben wir uns erstmal einen Cappucchino verdient. Wir steigen weiter ab ins architektonisch interessante Rosazza (882 m) und bummeln ein wenig durchs Dorf. Von hier führt uns ein alter Pilgerweg durch den Wald, bis wir schließlich das Santuario Giovanni (1.020 m), unser heutiges Ziel, oberhalb von Campiglia erreichen. Wir übernachten hinter den dicken Klostermauern dieser mittelalterlichen Wallfahrtsstätte.

Auf- und Abstieg:

350 hm

Gehzeit

5 h

9. Tag – Von Kloster zu Kloster mit traumhaften Ausblicken über die Po-Ebene

Auf dem "Tracciolino", einem traumhaften Panoramaweg, geht es von Kloster zu Kloster, mit Weitblick über die Po-Ebene. Hier genießen wir den schönsten Blick auf das Santuario di Oropa, eine der bedeutendsten Marienkultstätten des Alpenbogens. Über einen aussichtsvollen Höhenweg erreichen wir unser heutiges Ziel, das Rifugio Rosazza (1.805 m).

Auf- und Abstieg:

1200 hm

Gehzeit

5 h

10. Tag – Über den Colle della Lace ins Aostatal

Vorbei am Lago del Mucrone über einen teilweise seilversicherten Höhenweg erreichen wir das aussichtsreich gelegene Rifugio Coda (2.280 m). Wir verlassen die kleine Hütte und folgen dem Grat über den Mont Borrel (2.258 m), Mont Bechit (2.320 m) und Mont Roux (2.318 m). Atemberaubende Ausblicke in die Po-Ebene und zum Gran Paradiso lassen uns immer wieder stehenbleiben und genießen. Wir verlassen den Höhenweg am Colle della Lace (2.108 m) und steigen ab Richtung Maletto. Im steilen Abstieg müssen wir uns konzentrieren, bevor sich der Weg durch angenehmes Almgelände zu unserem heutigen Etappenziel schlängelt. In Maletto (1.374 m) genießen wir hoch über dem Aostatal den letzten Abend und lassen diesen noch einmal ganz gemütlich ausklingen.

Auf- und Abstieg:

800 hm

Gehzeit

6-7 h

11. Tag – Über einen alten Saumpfad nach Pont-Saint-Martin

Wir folgen noch einmal einem alten Saumpfad, einem sogenannten Mulatierra durch die liebliche Berglandschaft. Wir genießen den Abstieg durch diese wunderbare Region, bis wir durch die Weinberge schließlich Pont-Saint-Martin erreichen. Das Ziel unserer geführten Bergwanderwoche, die vor 10 Tagen im Piemont begonnen hat und hier im Aostatal endet. Hier heißt es Abschied zu nehmen bevor wir mit der Bahn oder dem Taxi zurück nach Omegna fahren. Alternativ gibt es auch eine direkte Bahnverbindung nach Hause.

Gehzeit

2 h

Highlights auf dieser Reise

Gipfel 4.443 m

Parrotspitze

Die Parrotspitze (4.434 m) erhebt sich im Monte Rosa Massiv südlich der Dufourspitze. Der Gipfel wurde 1863 von Reginald Macdonald und seinem Team erstbestiegen. Als Teil des langen Südgrats des Monte Rosa bildet er einen wichtigen Zwischengipfel auf dem Weg zur Signalkuppe.

Gipfel 4.554 m

Signalkuppe

Die Signalkuppe erhebt sich auf 4.554 m im Monte Rosa-Massiv an der Grenze zwischen Schweiz und Italien. Auf dem Gipfel steht die Capanna Margherita, Europas höchstgelegene Schutzhütte. Der Normalweg führt über das Lisjoch und den Grenzgletscher.

Dorf 1.798 m

Saas-Fee

Saas-Fee liegt auf 1.800 m am Ende des Saastals, umgeben von 13 Viertausendern der Mischabel-Kette. Der autofreie Ort ist Ausgangspunkt für Hochtouren auf Dom, Allalinhorn und weitere Gipfel. Die Metro Alpin führt als höchste Standseilbahn der Welt auf 3.450 m zum Mittelallalin.

Stadt 1.608 m

Zermatt

Zermatt liegt auf 1.620 m am Fuß des Matterhorns im autofreien Mattertal. Der weltberühmte Bergort ist Ausgangspunkt für 22 Viertausender und Endpunkt der Haute Route von Chamonix. Höchstgelegene Seilbahnstation Europas am Klein Matterhorn auf 3.883 m.

Gipfel 3.883 m

Klein Matterhorn

Das Klein Matterhorn erreicht 3.883 m und beherbergt die höchste Seilbahnstation Europas. Die Bergstation dient als Ausgangspunkt für Hochtouren auf Breithorn und Castor. Von der Panoramaterrasse sind 38 Viertausender sichtbar.

Gipfel 4.027 m

Allalinhorn

Das Allalinhorn erhebt sich mit 4.027 m im Mischabelkamm zwischen Saastal und Mattertal. Der Gipfel gilt als leichtester und meistbestiegener Viertausender der Alpen. Die Metro Alpin verkürzt den Zustieg auf nur 570 Höhenmeter.

Gipfel 3.456 m

Mittelallalin

Das Mittelallalin (3.457 m) ist ein Nebengipfel des Allalinhorns in den Walliser Alpen. Endstation der Metro Alpin und Zentrum des Sommerskigebiets auf dem Feegletscher. Ausgangspunkt für Hochtouren auf Allalinhorn und Alphubel.

Gipfel 4.342 m

Ludwigshöhe

Die Ludwigshöhe erhebt sich auf 4.342 m im Monte Rosa Massiv an der Grenze zwischen Italien und Schweizer Wallis. Der Gipfel liegt auf der Verbindungslinie zwischen Lyskamm und Punta Gnifetti. Benannt wurde der Berg nach König Ludwig IX. von Frankreich durch den deutschen Topografen Ludwig von Welden bei der Erstbesteigung 1822.

Gipfel 4.562 m

Zumsteinspitze

Die Zumsteinspitze (4.563 m) ist der dritthöchste Gipfel des Monte Rosa Massivs in den Walliser Alpen. Sie überragt die Ostwand des Monte Rosa, mit 2.400 m Höhenunterschied die höchste Wand der Alpen. Der Normalweg führt von der Capanna Margherita über den Grenzsattel zum Gipfel.

Gletscher

Gornergletscher

Der Gornergletscher ist ein Talgletscher-System im Monte-Rosa-Massiv südöstlich von Zermatt. Mit einer Fläche von etwa 35 km² bildet er die zweitgrößte zusammenhängende Gletscherfläche der Alpen. Das System erstreckt sich über 12,4 km Länge.

Seilbahn 2.588 m

Schwarzsee

Der Schwarzsee liegt auf 2.583 m als Bergstation der Matterhorn Express Gondelbahn oberhalb von Zermatt. Die Station bietet direkten Blick auf Matterhorn, Monte Rosa und die Mischabelgruppe. Von hier führt der klassische Zustieg zur Hörnlihütte in zwei Stunden.

Gletscher

Grenzgletscher

Der Grenzgletscher bildet den oberen Teil des Gornergletscher-Systems im Monte-Rosa-Massiv. Seit 2019 ist er vom unteren Gornergletscher getrennt. Mit 35 km² Gesamtfläche stellt das System die zweitgrößte zusammenhängende Gletscherfläche der Alpen dar.