Expeditionsartige Reisen

Skitouren Gudauri | Kazbek Besteigung (5.047 m)

Den großen Kaukasus auf Skitouren erleben

Der Kazbek und das gesamte Gebiet um den formschönen Fünftausender Gipfel gehört zu den heiligen Bergen der Georgier und ist gleichzeitig der höchste Skiberg in Georgien. Durch seine relativ leichte Aufstiegsroute ist er bei ambitionierten Skitourengehern eines der beliebtesten Ziele, erfordert jedoch eine gehörige Portion Kondition, da alle 3.200 Höhenmeter aus eigener Kraft zurückgelegt werden müssen. Für die Besteigung ist eine gute Vorakklimatisation notwendig. Auf unseren Skitouren rund um die Winterhauptstadt Gudauri bereiten wir uns dafür möglichst optimal vor. Hier im Kaukasus erwarten uns in der Regel sehr viel Schnee, atemberaubende und weite Skiabfahrten sowie spannende Gratüberschreitungen, wie z. B. am Sazele. Geschmückt wird die Reise durch ein tourbegleitendes Kulturprogramm mit Besichtigung von UNESCO Weltkulturerbe Orten und einen würdigen Abschluss in der Hauptstadt Tiflis.

Für wen ist die Reise geeignet

Schwierigkeit

4.3

Anforderung

Kondition
Ernsthaftigkeit

Die Skitourenreise nach Gudauri mit Besteigung des Kazbek erfordert den selbständigen und routinierten Skitourengeher mit Westalpenerfahrung. Du bist trittsicher und schwindelfrei und kannst Dich auch mit leichter Kletterei an den Graten ohne Seilsicherung sicher bewegen. Skitechnisch beherrschst Du das sichere Aufsteigen auch mit Harscheisen in teils vereistem Gelände und kannst Hänge bis 35° sicher und flüssig abfahren. Am Kazbek selbst bist Du in der Lage, die bis zu 45° steile Eisflanke selbständig seilfrei mit Pickel und Steigeisen zu begehen. Für die Besteigung bringst Du die notwendige Kondition mit für eine Gehzeit von 10 Stunden und 1.900 Höhenmeter im Aufstieg sowie 3.200 Höhenmeter in der Abfahrt mit Gepäck.

Reiseablauf

Tourbeginn:

18.30 Uhr Flughafen Tiflis / Ausgang aus dem Sicherheitsbereich

1. Tag – Flug nach Tiflis

Abflug nach Tiflis in die georgische Hauptstadt. Ankunft je nach Flugverbindung im Laufe des Nachmittags oder am frühen Abend. Transfer in die Stadt, Abendessen und Übernachtung in einem Hotel in der Stadt.

2. Tag – Weiter über Mleta nach Gudauri

Nach dem Frühstück erwartet uns bereits unser georgischer Fahrer. Mit dem Bus geht es auf der gut ausgebauten Militärstraße nach Norden bis nach Kvemo Mleta. Hier machen wir einen Stopp und unternehmen unsere erste Skitour zum Kloster Lomisa auf 2.450 m Höhe. Die Kirche selbst wurde ab dem 9. Jahrhundert von Mönchen erbaut, indem Stein um Stein über Jahrhunderte von Mönchen hinauf getragen wurden, um Buße zu tun. Heute wird das Kloster noch von wenigen Mönchen bewohnt, die sich freuen, wenn man ihnen das eine oder andere lebensnotwendige aus dem Tal hochbringt. Ein kleiner Besuch der Kirche darf natürlich nicht fehlen und wird auch sicher nicht ausgeschlagen, bevor wir unsere Spur weiter zum Gipfel ziehen. Die erste Abfahrt im Schnee des Kaukasus führt uns rund 720 Höhenmeter zurück in die Ortschaft. Von hier fahren wir weiter nach Gudauri und beziehen unser Hotel für die nächsten Tage.

Auf- und Abstieg:

700 hm

Gehzeit

3 h

3. Tag – Erster Dreitausender Bidara (3.174 m)

Gudauri ist das Wintersportzentrum Georgiens und liegt auf rund 2.196 m Höhe inmitten der kaukasischen Bergwelt. Der Ort verfügt über ein gut ausgebautes Skigebiet. Von hier kann man entlang der georgischen Heerstraße eine Vielzahl von Skitourenzielen erreichen. Eines dieser Ziele ist der 3.174 m hohe Bidara, den wir direkt vom Hotel besteigen. Die Route führt uns südseitig auf den Vorgipfel und anschließend auf einem Grat weiter zum Hauptgipfel mit seiner Aussichtskanzel. Von hier oben haben wir nun mehrere Abfahrtsvarianten. Bei guten Bedingungen fahren wir auf jeden Fall den durchgängig 35° steilen westseitigen Hang hinunter bis zum Kreuzpass und genießen den Firnschnee, der hier im April meist vorherrscht. Mit dem Taxi geht es im Anschluss zurück ins Hotel.

Auf- und Abstieg:

1200 hm

Gehzeit

5 h

4. Tag – Deda Ena Besteigung (3.488 m)

Der Deda Ena ist sicher der schönste Skitourenberg über dem Kreuzpass. Vom Hotel fahren wir rund 15 Minuten hinauf zur Passhöhe und starten eine weitere Skitour zur besseren Akklimatisation für den Kazbek. Über ein Kar mit einigen Steilstufen ziehen wir die Spur weiter nach oben in den Sattel zwischen Gogebashvili und dem Deda Ena auf rund 3.200 m. Hier machen wir unser Skidepot und steigen über den Grat in leichter Kletterei weiter zum Gipfel empor. Bevor wir abfahren können wir noch den gegenüber liegenden 3.365 m hohen Gogebashvili mit Ski besteigen. Die nun folgende Abfahrt folgt der Aufstiegsroute hinunter zum Kreuzpass. Das Taxi bringt uns dann wieder zurück nach Gudauri.

Auf- und Abstieg:

1100 hm

Gehzeit

5-6 h

5. Tag – Auf den Sazele (3.307 m)

Für den heutigen Tag brauchen wir stabile und sichere Verhältnisse. Wenn diese vorhanden sind, dann erwartet uns sicherlich das größte Schmankerl des Gebiets. Von Gudauri aus gehen wir taleinwärts hinauf bis in den Sattel und weiter über den Südhang des Sadele zum Gipfelgrat. Hier bietet sich uns auf dem weiteren Verlauf ein traumhafter Blick auf die eurasische Bergkette. Gleichzeitig sind wir direkt an der Grenze zwischen dem asiatischen und europäischen Kontinent unterwegs. Mit geringen Schwierigkeiten geht es weiter zum aussichtsreichen Gipfel. Jetzt entscheidet sich, ob wir über das Skigebiet zurück ins Tal fahren oder die lange Nordabfahrt mit unseren Skilatten in Angriff nehmen können. 1.900 Höhenmeter bringen uns dann bis nach Kobi und anschließend mit dem Taxi zurück nach Gudauri. Nach dem Abendessen bereiten wir unsere Rucksäcke für die kommenden Tage vor.

Auf- und Abstieg:

1300 hm

Gehzeit

6 h

6. Tag – Zur Bethlemi Hütte am Kazbek (3.670 m)

Bereits am frühen Morgen wechseln wir mit dem Bus ins ca. 1 Stunde entfernte Kazbegi. Hier beginnt am Ortsrand unser Aufstieg an der Wallfahrtskirche Zminda Sameba zur Bethlemi Hütte auf 3.670 m. Unterwegs passieren wir den spaltenarmen Gergenti Gletscher, der uns mit einem letzten Aufschwung zu der ehemaligen Meteo Station führt, die uns als Ausgangspunkt für die kommende Besteigung des Kazbek dient. Die Hütte ist ein kaltes Loch und bietet noch weniger Annehmlichkeiten als die Bargah Sewom Hütte am Damavand. Entsprechend kurz gestalten wir unseren Aufenthalt hier oben. Selbstgekochte Abendverpflegung auf der Hütte.

Auf- und Abstieg:

1880 hm

Gehzeit

6-8 h

7. Tag – Akklimatisationstour auf den Ortsveri (4.258 m)

Wir lassen uns heute richtig Zeit. Nach dem Frühstück steigen wir mit Ski auf den 4.258 m hohen Ortsveri. Hierzu geht es zunächst in einen Sattel auf 4.100 m und über den Gletscher weiter nach oben. Ein letztes Stück wird in leichter Blockgrat Kletterei überwunden, bevor wir auf dem Gipfel stehen. Belohnt werden wir dafür mit einer traumhaften Aussicht auf die Bergregion des Kazbek. Früh geht es am Abend ins Bett.

Auf- und Abstieg:

600 hm

Gehzeit

4-5 h

8. Tag – Aufstieg zum Kazbek (5.047 m)

Bereits kurz nach Mitternacht beginnen wir im Schein der Stirnlampen den Aufstieg zum 5.047 m hohen Kazbeg. Über den Normalweg steigen wir zunächst über den Gletscher zum Maili Plateau (4.478 m) und weiter zum Sattel auf 4.900 m. Je nach Bedingungen muss hier ggf. abschnittsweise bereits mit Steigeisen gegangen werden. Vom Sattel erfolgt der weitere und sicher heikelste Aufstieg über eine steile 40 bis 45° steile Firn-/Eiswand bevor sich der letzte Abschnitt zu Gipfel wieder abflacht und das Ziel erreicht ist. Du stehst nun auf dem höchsten Berg des Kaukasus, der Blick über die tief unter uns liegenden Kaukasusgipfel ist bei gutem Wetter phantastisch. Noch phantastischer ist aber sicher die jetzt folgende Abfahrt zur 1.300 Höhenmeter tiefer gelegenen Bethlemi Hütte und von dort hinunter nach Kazbegi. Im Tal angekommen hast Du stolze 3.200 Höhenmeter in der Abfahrt genossen. Mit dem Bus fahren wir zurück nach Gudauri, wo wir bei einer ordentlichen Gipfelfeier den Abend ausklingen lassen.

Auf- und Abstieg:

1370 hm

Gehzeit

8-10 h

9. Tag – Reservetag Kazbek

Sollte die Besteigung des Kazbek nicht auf Anhieb klappen, so steht dieser Tag als Reservetag zur Verfügung. Alternativ unternehmen wir eine Skitour in der Umgebung oder gehen im Skigebiet zum Freeriden.

10. Tag – Rückfahrt nach Tiflis und Kultur in Mtskheta

Auf der rund 2,5 stündigen Rückfahrt nach Tiflis machen wir Stop in Ananuri. Hier besuchen wir die mittelalterliche Festung mit ihren Wehrkirchen aus dem 13. Jahrhundert. Durch die malerische Lage oberhalb des Zchinwali Sees ist der Ort weit über das Land hinaus als eines der besten Bildmotive Georgiens bekannt. Weiter geht es in den UNESCO Weltkulturerbe Ort Mtskheta wo wir die Swetizchoweli-Kathedrale besuchen. Als Hauptreliquie wird hier, so sagt man, das Gewand Christi aufbewahrt. Aber nicht nur die Kathedrale, sondern auch viele weitere Kulturdenkmäler machen den Ort besuchenswert. Gegen Nachmittag erreichen wir die Hauptstadt und checken im Hotel ein. Der Rest des Tages steht zur freien Verfügung. Abendessen in der Stadt.

11. Tag – Stadtbesichtigung Tiflis

Der ganze Tag steht für die Besichtigung von Tiflis zur Verfügung. 12 Museen stehen zur Auswahl wie auch eine Tour durch die Altstadt mit ihren antiken Bauten und verwinkelten Gassen. Einst führte die Seidenstraße hier durch und noch heute lassen sich die Karawansereien besichtigen. Am rechten Ufer der Kuna über der Altstadt lohnt auch ein Besuch der mittelalterlichen Festung Nariqala oder wie wäre es mit einem Schwefelbad im Bäderviertel. Am Besten lässt sich aber ein Überblick über Tiflis verschaffen, indem man mit der Standseilbahn einmal die Stadtteile quert. Am Abend gehen wir noch einmal in der Stadt auf georgische Art Essen und lassen die Nacht in den Gassen der Stadt ausklingen.

12. Tag – Rückflug nach Deutschland

Heute heißt es Abschied nehmen von Georgien. Nach dem Frühstück erfolgt der Transfer zum Flughafen und Rückflug nach Deutschland.

Highlights auf dieser Reise

Dorf 2.196 m

Gudauri

Gudauri liegt auf 2.196 m Höhe am Südhang des Zentralkaukasus. Das höchstgelegene Skizentrum Georgiens dient als Basislager für Skitouren und Expeditionen zum Kasbek. Die georgische Heerstraße führt direkt durch den Ort.

Gipfel 3.488 m

Deda Ena

Der Deda Ena erhebt sich auf 3.488 m im georgischen Zentralkaukasus. Der dreieckige Gipfel gilt als schönster Skitourenberg über dem Kreuzpass. Vom Sattel führt leichte Kletterei über den Grat zum Gipfel.

Gipfel 4.365 m

Ortsveri

Der 4.365 m hohe Ortsveri erhebt sich als vulkanisches Bergmassiv im georgischen Zentralkaukasus. Der Gipfel dient als wichtiger Akklimatisierungsberg für Kasbek-Besteigungen und liegt etwa 800 m niedriger als der benachbarte Fünftausender.

Sattel 2.395 m

Kreuzpas

Der Kreuzpas liegt auf 2.395 m Höhe und verbindet über den Hauptkamm des Kaukasus das Terek-Tal mit dem Aragvi-Tal. Als zentraler Punkt der Georgischen Heerstraße zwischen Wladikawkas und Tiflis trägt er seit 1824 seinen Namen nach einem steinernen Kreuz.

Gipfel 3.095 m

Angelozis Mta

Angelozis Mta erhebt sich auf 3.095 m in der georgischen Region Mtscheta-Mtianeti. Der Berg liegt im Kasbek-Gebiet des Zentralkaukasus nahe der russisch-georgischen Grenze. Sein georgischer Name bedeutet "Engelsberg".

Gipfel 5.054 m

Kasbek

Der Kasbek erhebt sich mit 5.054 m als markanter Vulkangipfel an der georgisch-russischen Grenze. Mit einer Prominenz von 2.373 m zählt er zu den bedeutendsten Gipfeln des Kaukasus. Der Normalweg führt über den Gergeti-Gletscher durch steile Firn- und Eispassagen zum Gipfel.

Gipfel 4.451 m

Schan

Der Schan erhebt sich mit 4.451 m als höchste Erhebung Inguschiens im Hauptkamm des Großen Kaukasus. Der vergletscherte Gipfel liegt auf der Grenze zwischen Georgien und der russischen Republik Inguschien. Eine Prominenz von 1.775 m macht ihn zu einem markanten Eckpfeiler des Zentralkaukasus.

Gipfel 4.780 m

Djimara

Die Djimara erhebt sich auf 4.780 m an der Grenze zwischen Georgien und Russland im Zentralkaukasus. Der vergletscherte Gipfel liegt westlich des Kasbek auf dem Khokhi-Kamm. Mit einer Prominenz von 840 m zählt er zu den markanten Erhebungen der Region.

Sonstige

Wladikawkas

Die Stadt liegt am Fuß des Kaukasus am Fluss Terek. Von hier beginnt die Georgische Heerstraße nach Georgien. Vladikavkaz ist strategisches Tor zum Kaukasus und Ausgangspunkt für Expeditionen in das Kaukasusgebirge.

Vulkan 3.519 m

Mepiskalo

Der Mepiskalo erhebt sich auf 3.519 m im georgisch-russischen Grenzgebiet des Zentralkaukasus. Der Vulkan liegt in der Kasbek-Region zwischen den historischen Regionen Nord- und Südossetien.

Aussichtspunkt

gudauri panorama

Der Aussichtspunkt liegt auf 2.196 m Höhe an der Georgischen Heerstraße im Großen Kaukasus. Von hier eröffnet sich der Blick über das Skigebiet Gudauri und die umliegenden Gipfel des Zentralkaukasus. Der Standort dient als Ausgangspunkt für Wanderungen zum Kasbek und den Gletschern der Region.

Burg/Schloss 2.243 m

Festung Zakagori

Die Festung Zakagori liegt auf 2.243 m Höhe im historischen Truso-Tal im georgischen Kaukasus. Das Bergdorf befindet sich am linken Ufer des Suatisi-Flusses in der Region Khevi. Die abgelegene Lage macht es zu einem authentischen Zeugnis kaukasischer Bergkultur.