Skitouren

Skitouren im Villgratental

Geführte Skitouren im Tal der Schmuggler und Rebellen

Im Villgratental erleben wir Skitouren in ihrer ursprünglichsten Form – ganz ohne Skilifte und Pistenrummel. Das Tal hat sich bis heute seinen eigenwilligen, rebellischen Charakter bewahrt. In der abgelegenen Grenzregion zu Italien gehörten Schmuggel und Wilderei über Jahrhunderte zum Alltag – letztere war bis vor wenigen Jahrzehnten noch weit verbreitet. Auch heute noch stemmen sich die Villgrater erfolgreich gegen die Erschließung ihres Tales durch große Skiunternehmen. Statt Massentourismus setzt man hier auf sanften Alpinismus: Nicht umsonst wurden die Orte im Villgratental als offizielle Bergsteigerdörfer ausgezeichnet.

Von unserer gemütlichen Unterkunft aus erreichen wir zahlreiche Skitouren in allen Hangrichtungen und Schwierigkeitsgraden – ideal für jeden Anspruch. Oben angekommen, belohnt uns ein Gipfelerlebnis der Extraklasse: Der Blick reicht vom Alpenhauptkamm bis zu den markanten Drei Zinnen in den Dolomiten – ein Panorama, das in Erinnerung bleibt.

Reiseablauf

Tourbeginn:

10.00 Uhr an der Rezeption in der Unterkunft

Tourende:

17.00 Uhr an der Rezeption in der Unterkunft

1. Tag – Anreise und Eingehtour zur Kreuzspitze 2.624 m

Wir treffen uns am späten Vormittag am Parkplatz unserer Unterkunft. Schnell verstauen wir das Gepäck, denn unser erster Gipfel wartet schon. Die Eingehtour auf die Kreuzspitze. Hier bekommen wir schon einen Vorgeschmack auf das, was die kommenden Tage zu bieten haben. Ein grandioser Gipfelblick von den Drei Zinnen bis zum Großvenediger und eine gemütliche Einkehr in Kalkstein am Ende der Tour. Mit dem Taxi oder Fahrgemeinschaften geht es wenige Minuten nach Kalkstein (1.630 m) auf. Kurz hinter dem Ort gelangen wir in freies Gelände. Ein paar Lärchen begleiten uns noch bis zur Alfenalm, dann wenden wir uns in den Talkessel nach Norden. Unterhalb des Bonner Höhenweges gehen wir auf das Kalksteiner Jöchel zu. Der 2.326 Meter hohe Übergang war ein beliebter Weg der Schmuggler im vergangenen Jahrhundert. Wir queren darunter nach Osten. Der prächtige Skihang der Kreuzspitze liegt vor uns. Leicht gewinnen wir an Höhe und es lohnt sich schon mal nach hinten zu blicken, bald tauchen sie auf: Die Drei Zinnen! Jetzt sind es nun noch wenige Meter bis zum Gipfel. Steil unter uns liegt im Süden das Villgratental. Im Westen der Haunold und die Drei Zinnen. Dazu kommt der Alpenhauptkamm und viele unserer Tourenziele der kommenden Tage. Bei der Abfahrt gilt nur noch eines: Die Ski laufen lassen und ab zum Kuchen in Kalkstein. Im einzigen Gasthaus dort, in der "Badl Alm", werden wir bald Stammgäste sein.

Auf- und Abstieg:

1100 hm

Gehzeit

4-5 h

2. Tag – Aussichtsgipfel der Extraklasse: Das Toblacher Pfannhorn 2.660 m

Oberhalb von Kalkstein geht es in das lang gezogene Alfental. Nach Westen schließt sich das Tal mit einem mächtigen Kessel. In diesem Kessel werden wir nachher unsere Abfahrtsspuren setzen. Das nach Osten ausgerichtete Tal sammelt in der Regeln viel Neuschnee und konserviert diesen gut. Im Talkessel angekommen, weichen wir dem engen Bacheinschnitt südlich aus und gelangen so ohne große Schwierigkeiten direkt unter den Grenzkamm nach Italien. Mit ein paar Spitzkehren erreichen wir das Pfanntörl (2.508 m) und sind nun direkt an der Grenze. Hier befinden sich noch Stellungen und Baracken aus dem ersten Weltkrieg. Auf dem Kamm steigen wir die letzten hundert Höhemeter nach Süden zum Gipfelkreuz. Die Drei Zinnen sind nun zum Greifen nah. Die Abfahrt verlegen wir meist etwas rechts des Aufstiegs und hinab geht es zur Badl Alm zur Einkehr.

Auf- und Abstieg:

1100 hm

Gehzeit

5 h

3. Tag – Das Hohe Haus 2.784 m direkt über Innervillgraten

Vom Gasthaus tragen wir unsere Ski ein kurzes Stück, bevor wir am Ahornberg Anschnallen können. Anfangs ist das Tal eng eingeschnitten. Wir passieren die Schmidhoferalm und steigen weiter entlang des Einatsbachs bis wir auf etwa 2000 Metern die Sandkammer erreichen. Hier weitet sich das Tal für die typische Villgrater Almlandschaft bis zur "Villponer Lenke" 2.226 m steigen wir hinauf. "Lenke" werden in der hiesigen Region die Übergänge genannt. Geschickt nutzen wir diesen Übergang und ziehen die letzten rund 200 Höhenmeter unterhalb das Hohem Kreuz nach Süden zum Hohen Haus. Im Süden haben wir die zwei Gipfel der vergangenen Tage im Blick und im Norden spicken die Gipfel der Lasörlinguppe des Defereggentales heraus. Die Abfahrt führt uns schnurstracks zurück nach Innervillgraten.

Auf- und Abstieg:

1250 hm

Gehzeit

6 h

4. Tag – Von Kalkstein auf das Marchkinkele 2.545 m

Nochmals geht es oberhalb unserer beliebten Einkehr kurz ins Alfental. Doch diesmal schwenken wir nach links in das schattige Marchenkar. Schattig bedeutet, dass der Pulverschnee lange erhalten bleibt. Vielleicht haben wir Glück und es ist so. Auf jeden Fall gibt es im Marchenkar die eine oder andere Spitzkehre zu stemmen. Meist locken auch schon die Abfahrtlinien rechts von uns, doch erst einmal müssen wir auf den Gipfel. Zuerst erreichen wir den lang gezogene Südkamm: Bei gutem Wetter ist ab hier wieder die Panoramatapete der Sextener Dolomiten aufgezogen! Jetzt ist der Gipfel (2. 545 m) fast greifbar. Wieder sind wir auf dem Grenzkamm und einige Relikte aus dem Alpenkrieg sind ebenfalls zu sehen. Meist versuchen wir unsere Abfahrt etwas links der Aufstiegsroute zu legen, denn hier haben wir mehr Platz für unsere Schwünge. Was dann folgt, dürfte klar sein: Die Einkehr hinter den Panoramafenstern im Gasthof in Kalkstein.

Auf- und Abstieg:

900 hm

Gehzeit

4-5 h

5. Tag – Das Rote Kinkele 2.762 m: Der Skitourenberg im Villgratental

Das Villgratental bis bekannt für seine außergewöhnlich schönen Almdörfer, die nur im Sommer bewohnt werden. Eines davon ist die Kameliesenalm. Fast schon kitschig sind die Fotomotive dort und der Berg dahinter - das Rote Kinkele - ist der Skitourenberg des Tales. Wir erreichen unseren Startpunkt den Parkplatz Lahnberg (1.690 m) entweder mit Fahrgemeinschaften oder einem kurzen Taxitransfer. Bequem erreichen wir von hier nach rund 300 vertikalen Metern die Kameliesenalm auf 2.000 Meter Höhe. Jetzt beginnt das klassische Skitourengelände. Nach Nordosten steigen wir stetig auf und erreichen schließlich in einer ausgeprägten Rechtskurve den nach Norden ausgerichteten Gipfelhang und den Gipfel. In der Abfahrt halten wir uns meist etwas links der Aufstiegsspur.

Auf- und Abstieg:

1050 hm

Gehzeit

5 h

6. Tag – Gemütlicher Abschluss auf einem unaussprechbaren Gipfel

Schrille Gipfelnamen sind wir inzwischen gewohnt. Zum Abschluss noch einer: Die "Pürgelesgungge" mit glatt 2.500 Meter Höhe. Von Kalkstein geht es wieder ein Stück an der Alfenalm vorbei, aber nun gleich in die Hänge, die nach Norden führen. Im Sommer ist hier überall Almgelände und der grasige Untergrund lässt Touren auch bei geringer Schneelage zu. Zuerst muss man etwas verwinkelt und verzwickt den Weg durch sanfte Mulden finden, dann führt uns ein deutlich ausgeprägter Rücken auf den höchsten Punkt zu. Selbst bei kritischer Lawinenlage ist diese Tour bei guter Spurwahl meist möglich. Zu Abschluss beschert uns der Gipfel nochmals das komplette Prachtpanorama der vergangenen Tage. Wer jetzt noch nicht den Großglockner vom Großvenediger unterscheiden kann, muss einfach wieder kommen.

Auf- und Abstieg:

950 hm

Gehzeit

4 h

Highlights auf dieser Reise

Gipfel

Ahornberg

Der Ahornberg liegt in den Villgratner Bergen zwischen Österreich und Italien. Der Gipfel dient als Anstiegshilfe für Skitouren zum Hohen Haus und bietet direkten Zugang zur Villgrater Almlandschaft. Vom Berg eröffnet sich der Blick auf die Lasörlinggruppe im Defereggental.

Sattel 2.505 m

Pfanntörl

Das Pfanntörl liegt auf 2.505 m Höhe im Grenzkamm zwischen Osttirol und Südtirol. Der Pass bildet den Übergang vom Alfental zum italienischen Pustertal. Historische Stellungen aus dem Ersten Weltkrieg zeugen von der strategischen Bedeutung des Sattels.

Sattel 2.504 m

Villgrater Törl

Das Villgrater Törl liegt auf 2.504 m zwischen dem Defereggental und dem Villgratental. Der Pass verbindet Osttirol mit Südtirol und bietet erste Ausblicke in die Dolomiten. Er markiert einen wichtigen Übergang bei Alpenüberquerungen vom Watzmann zu den Drei Zinnen.

Sattel 2.556 m

Villponer Lenke

Die Villponer Lenke liegt auf 2.556 m in den Villgratner Bergen an der österreichisch-italienischen Grenze. Der Pass dient als strategischer Übergang zu den umliegenden Gipfeln wie dem Hohen Haus und dem Hohen Kreuz.

Gipfel 2.663 m

Toblacher Pfannhorn

Das Toblacher Pfannhorn erhebt sich auf 2.663 m an der österreichisch-italienischen Grenze über Dobbiaco. Der Gipfel bietet spektakuläre Ausblicke auf die Drei Zinnen und das Pustertal. Historische Stellungen aus dem Ersten Weltkrieg markieren die strategische Bedeutung des Grenzbergs.

Gipfel 2.545 m

Marchkinkele

Das Marchkinkele erhebt sich auf 2.545 m an der österreichisch-italienischen Grenze in den Villgratner Bergen. Der Gipfel liegt am Grenzkamm zwischen dem Villgratental und der Valle San Silvestro. Vom Südkamm öffnet sich das Panorama zu den Sextener Dolomiten.

Gipfel 2.763 m

Rotes Kinkele

Das Rote Kinkele erhebt sich auf 2.763 m in den Villgratner Bergen. Der populäre Skitourengipfel führt über die malerische Kamelisenalm zum aussichtsreichen Grat. Vom Gipfel reicht der Blick über das Villgratental bis zu den Hohen Tauern.

Dorf

Toblach

Toblach liegt im Herzen der Sextener Dolomiten an der Grenze zwischen Österreich und Italien. Der Ort bildet den idealen Ausgangspunkt für Skitouren, Winterwanderungen und Klettertouren rund um die Drei Zinnen. Das historische Pustertal verbindet strategisch verschiedene Berggruppen der Ostalpen.

Gipfel 2.430 m

Schlichten

Die Schlichten erhebt sich auf 2.430 m in den Villgratner Bergen an der österreichisch-italienischen Grenze. Der Gipfel dient als Zwischenziel zum Toblacher Pfannhorn und bietet freies Almgelände für Skitouren. Von hier führt der Kamm weiter zum aussichtsreichen Toblacher Pfannhorn mit Blick auf die Drei Zinnen.

Gipfel 2.946 m

Großes Degenhorn

Das Große Degenhorn erhebt sich mit 2.946 m im Nordwesten der Villgratner Berge an der Grenze zwischen drei Osttiroler Gemeinden. Der Gipfel liegt am zentralen Hauptkamm zwischen Storfenspitze und Wagenstein. Mehrere Wanderwege führen von allen umliegenden Tälern zum beliebten Wanderziel.

Dorf

Niederrasen

Niederrasen liegt auf 1.030 m am Taleingang des Antholzer Tales in Südtirol. Der Ort dient als Ausgangspunkt für Touren zum Staller Sattel und in die Villgratner Berge. Die Strada provinciale 44 führt durch das Antholzer Tal nach Österreich.

Dorf

Heinfels

Heinfels ist eine Gemeinde im Bezirk Lienz in Osttirol. Der Ort liegt strategisch als Tor zu den Villgratner Bergen und ist bekannt für die mittelalterliche Burg Heinfels. Die Lage macht Heinfels zum Ausgangspunkt für Bergwanderungen und Skitouren in der Grenzregion zwischen Österreich und Italien.