Expeditionsartige Reisen

Skitouren in der Türkei | mit Besteigung des Ararat (5.165 m)

Anatolien auf Ski erleben

Der Ararat - mit 5.165 Meter ist er der höchste Berg der Türkei und zugleich Wahrzeichen Anatoliens. Fast unwirklich erscheint der weiße Riese, der sich aus der weitläufigen Steppe völlig frei in den Himmel streckt. Mehr als 1.000 Höhenmeter Unterschied trennen ihn zum zweithöchsten Berg des Landes, welhalb man von dessen Gipfel ein unvergleichliches Panorama bis in die Tiefen des Irans und Kakasus bestaunen kann. Auch für versierte Skibergsteiger und Winterabenteurer bietet diese Region fast unzählige Entdeckungsmöglichkeiten und Abfahrtsvarianten in allen Schwierigkeitsstufen. Besonders beeindruckend ist die Vielfältikeit dieser Region, die auf engem Raum neben jahrtausendealten und gletscherbedeckten Vulkanen auch ein buntes Städteleben sowie eine einzigartige Kultur und Kulinarik zu bieten hat. Für die Einheimischen ist der Ararat von großer biblischer Bedeutung, da an dessen Fuß einst Noah mit seiner Arche auf Grund gelaufen sein soll. Durch die Besteigung eines 3.000er und 4.000er Gipfels vorab werden wir uns vor Ort bestens akklimatisieren und fahren gut vorbereitet zum Ararat. Dabei profitieren wir häufig von den kurzen Distanzen, wodurch wir nach den Skitouren fast immer im Hotel übernachten und uns so für die jeweils folgenden Skitage bestens erholen können.

Für wen ist die Reise geeignet

Schwierigkeit

3.3

Anforderung

Kondition
Ernsthaftigkeit

Die Skitourenreise zum Ararat erfordert den selbständigen und routinierten Skitourengeher mit Erfahrung. Du bist trittsicher, schwindelfrei und auch im steileren Gelände selbständig unterwegs. Skitechnisch beherrschst Du das sichere Aufsteigen auch mit Harscheisen in teils vereistem Gelände und kannst Hänge bis 35° sicher und flüssig abfahren. Am Ararat selbst bist Du in der Lage, die bis zu 35° steilen Anstiege zu bewältigen und hast Erfahrung im Umgang mit Steigeisen. Für die Besteigung verfügst Du über eine sehr gute Kondition für Gehzeiten von bis zu 8 Stunden und 1.800 Höhenmeter im Aufstieg sowie 2.800 Höhenmeter in der Abfahrt mit Gepäck.

Reiseablauf

Tourbeginn:

17.00 Uhr ist am Van-Ferit Melen Airport | Ausgang aus dem Sicherheitsbereich

Tourende:

10.00 Uhr ist am Van-Ferit Melen Airport | Ausgang aus dem Sicherheitsbereich

1. Tag – Flug über Istanbul nach Van in Anatolien

Unser Abenteuer beginnt am Flughafen in München oder Frankfurt. Mit dem Flugzeug gehts über Istanbul weiter nach Van, unserem Ziel in Ostanatolien. Die Stadt Van verfügt über eine über 3.000 Jahre zurückreichende Geschichte. Im 9. Jh. v. Chr. war die Stadt noch Haupstadt des Königreichs von Uartu, nach den Kriegen gegen Assyrer, Kimmerer und Skythen verlor die Stadt im 6. Jh. v. Chr., jedoch ihre Bedeutung. Heute wird Van auch als die "Perle des Ostens" oder das "Istanbul Ostanatoliens" benannt. Die Lage am großen Van See, eingerahmt von hohen, verschneiten Bergketten, bildet eine einzigartige Landschaft und lässt das Skifahrer-Herz direkt höher schlagen. Kombiniert mit der Gastfreundschaft Anatoliens sowie seiner Kultur und Traditionen macht dies Lust auf mehr. Wir beziehen unser Hotel in der Stadt und lassen den Abend gemütlich ausklingen.

2. Tag – Vansee und Akdamar Insel

Heute heißt es erst einmal in Ruhe ankommen und sich mit der ostanatolischen Kultur vertraut machen. Nach dem Frühstück fahren wir nach Gevas, wo wir mit der Fähre zur Insel Akdamar überzusetzen. Schon von weitem erblicken wir die armenische Kirche aus dem Mittelalter, die stattlich mitten auf der Insel erbaut liegt. Der Ausblick von dort auf die umliegenden, verschneiten Berge, den See und die Landschaft ist unbeschreiblich schön und gleicht einem Postkartenmotiv. Wir genießen das Panorama der unzähligen 3.000er und können unsere ersten Skitourenziele, den Mount Artos (3.537 m) und sogar den Mount Süphan (4.058 m), gut sehen und die Vorfreude steigt. Zurück in Van darf natürlich ein Besuch der Van Kalesi, einer massiven Steinfestung aus dem urartäischen Reich, nicht fehlen. Noch heute sind am ca. 100 m hohen Burgfelsen zahlreiche Ruinen der damaligen Hauptstadt Tuspa zu finden. Hoch oben gelegen, genießen wir hier zum Sonnenuntergang einen wunderbaren Ausblick über den größten See der Türkei. Beim Abendessen besprechen wir die kommenden Tage und wir bereiten uns auf unsere Skitouren in Ostanatolien vor.

3. Tag – Skitour Mt. Artos (3.537 m)

Heute steht unsere erste Skitour in Ostanatolien auf dem Programm: der 3.537 m hohe Artos. Nach dem Frühstück fahren wir etwa eine Dreiviertelstunde bis zum Ausgangspunkt auf 1.700 bis 1.800 m Höhe, je nachdem wie weit wir aufgrund der Straßenverhältnisse kommen. Während des Aufstiegs genießen wir eine wunderbare Aussicht über den Van See. Nach vier bis fünf Stunden Gehzeit erreichen wir den vielleicht schönsten Gipfel Ostanatoliens, so dass die Anstrengungen schnell vergessen sind. Ein phantastisches Gipfelpanorama eröffnet sich uns und wir genießen den Ausblick über den Van See und die verschneiten Bergketten, die uns umgeben. Nach der wohlverdienten Gipfelrast wartet eine rasante Abfahrt auf uns zurück zu unserem Ausgangspunkt. Zurück in der Stadt laden zahlreiche Cafés am See zur Einkehr ein - genau das richtige nach einer gelungenen Skitour.

Auf- und Abstieg:

1750 hm

Gehzeit

5-6 h

4. Tag – Mit Ski auf den Mt. Süphan (4.058 m)

Früh brechen wir auf, denn heute wollen wir mit Ski auf den vierthöchsten Berg der Türkei steigen. Schon allein die Vorstellung, diesen über 4.000 Meter hohen Vulkan zu erklimmen, ist einmalig. Dessen letzter Ausbruch liegt allerdings schon ca. 10.000 Jahre zurück, sodass wir unsere Tour mit einem guten Gefühl angehen können. Unser Aufstieg verläuft über die Ostflanke des Berges. Nach ein paar Stunden Aufstieg über die schneebedeckten Hänge erreichen wir unser erstes Zwischenziel, die Schulter des Berges, auf 3.750 m Höhe. Hier haben wir die Möglichkeit zu rasten, den Ausblick zu genießen und Kraft für die letzten, steileren 300 Gipfel-Höhenmeter zu sammeln. Oben angekommen eröffnet sich uns ein einmaliges Begpanorama mit traumhaften Weiblicken. Das Ambiente ist einfach einmalig! Wir beglückwünschen uns zum erfolgreichen 4.000er und machen uns bereit für die Abfahrt. Diese bietet bei maximal 35° und auf knapp 10 km Länge Skigenuss bis hinab ins Tal ins kleine Dorf Aydinlar. Von hier fahren wir zurück in unser Hotel, wo wir uns das köstliche Abendessen heute wohl verdient haben.

Auf- und Abstieg:

1900 hm

Gehzeit

7 h

5. Tag – Von Van an den Fuß des heiligen Ararat

Es ist soweit. Unser Ararat Abenteuer beginnt! Der heilige Ararat, ein erloschener Vulkan, der über 5.000 Meter in den Himmel ragt. Dieser ist zugleich der jünste Vulkan der Türkei und war noch bis Ende des vorletzten Jahrhunderts aktiv. Bereits während unserer gut zweistündigen Fahrt nach Dogubayazit genießen wir schöne Ausblicke auf den höchsten Berg der Türkei. Der Ararat dominiert gemeinsam mit seinem über 1.200 m niedrigeren "kleinen Bruder" die Landschaft des Vierländerecks Türkei – Iran – Armenien – Nachitschewan (autonome Provinz von Aserbaidschan) und zieht alle Besucher gleichermaßen in seinen Bann. Unterwegs können wir einen Zwischenstopp am Muradiye Wasserfall einlegen. Zu dieser Jahreszeit führt er besonders viel Wasser und ist ein beeindruckendes Naturschauspiel. Im Hotel angekommen, können wir uns von den letzten beiden Skitourentagen noch etwas erholen und die letzten Vorbereitungen für unser anstehendes Gipfelfinale treffen.

6. Tag – Aufstieg ins Basislager (3.200 m)

Am Vormittag fahren wir gemeinsam in die Stadt, um uns beim Militär vorzustellen und die letzten Routinekontrollen zu absolvieren. Über eine unbefestigte Straße führt unser Weg mit dem Auto in ca. 45 Minuten ins kleine Dorf Eli auf 2.200 m Höhe, unserem Ausgangspunkt für unsere Ararat Besteigung. Am Treffpunkt begrüßen wir unsere Begleitmannschaft und schon beim Beladen der Pferde steigt die Anspannung, was uns wohl erwarten wird. Viel Zeit zum Nachdenken bleibt uns allerdings nicht, denn unser Ziel, das Bsasislager, liegt noch 4 - 5 Stunden Fußmarsch entfernt. Dies variiert je nach Schnee und Witterungsbedingungen zwischen einer Höhe von 3.200 und 3.600 m Höhe. Dort angekommen, werden die Zelte zügig aufgebaut und das Abendessen wird gekocht - Basislagerfeeling kommt auf. Im Licht der Stirnlampen genießen wir bei einer Tasse Tee die faszinierende Ruhe dieses Ortes. Was für ein Privileg am höchsten Berg der Türkei zu übernachten! Wir rollen uns aber früh in unsere Schlafsäcke, denn die kommende Nacht wird kurz!

Auf- und Abstieg:

1000-1400 hm

Gehzeit

4-5 h

7. Tag – Auf die Krone des Ararat (5.165 m)

Um 3 Uhr in der Nacht stehen wir auf, noch etwas verschlafen und doch voller Vorfreunde. Das Wissen, dass die besten Stunden am Gipfel des Ararats morgens sind und die Sicht am Nachmittag häufig durch Wolken eingetrübt ist, lässt auch die letzte Müdigkeit schnell verschwinden. Also rein in die Klamotten, Ski angeschnallt und los gehts. Gemütlich starten wir im Licht unserer Stirnlampen in den Tag und ziehen unsere Spuren durch die tief verschneiten Hänge. Beim Aufstieg spüren wir die dünner werdende Luft und passen unser Tempo entsprechend an. Auf 4.900 m erreichen wir den Gletscher und entscheiden je nach Schneebedingungen, ob wir zum Gipfel mit Ski oder zu Fuß mit Steigeisen aufsteigen. Nach einem etwa sechsstündigen Aufstieg ist es dann endlich geschafft - der höchste Gipfel der Türkei ist erreicht! Es bietet sich uns bei schönem Wetter ein unvergleichliches Panorama, das Weitblicke bis in den Iran und den Kaukasus zulässt! Besonders in den Morgenstunden ist die Aussicht vom Ararat ein unvergessliches Erlebnis. Tief unten sehen wir die gemusterten Flächen der Ebene Anatoliens und können den langen Abfahrtsgenuss bereits erahnen. Dabei ist das Gelände vereinzelt maximal 35° steil, meist aber flacher und somit perfekt für die Abfahrt nach einem langen Aufstieg. Bis ins Basislager ziehen wir unsere Spuren über die malerischen Hänge, wo wir bereits mit einem zweiten Frühstück erwartet werden. Nach einer Rast packen wir alles zusammen und gemütlich gehts zurück ins Tal zum Ausgangspunkt unserer Tour. Im Hotel in Dogubayazit lassen wir diesen unvergesslichen Tag noch einmal Revue passieren und gemütlich ausklingen!

Auf- und Abstieg:

1565-1965 hm

Gehzeit

7-8 h

8. Tag – Reservetag für den Ararat-Gipfel oder Kulturprogramm

Den 8. Tag haben wir als Reservetag für den Gipfelanstieg am Ararat zur Verfügung. Sollte dieser nicht benötigt werden, ist es auch möglich, am 7. Tag nochmal im Basislager zu übernachten und erst am Morgen in die Siedlung abzufahren. Am Nachmittag hätten wir immer noch ausreichend Zeit, um den Ort zu besichtigen, an dem einst die Arche Noah gestrandet sein soll, oder den İşak-Paşa-Palast oberhalb der Stadt und eine der am schönsten gelegenen Palastanlagen. Dieser oberhalb der Stadt gelegene Bau aus dem 17. Jahrhundert zählt heute zum UNESCO Weltkulturerbe und fasziniert durch seine Einblicke in die frühzeitliche Entwickling der östlichen Türkei. Oberhalb des Palastes befinden sich eine Kuppelmoschee aus dem 16. Jahrhundert und die Reste einer urartäischen Festung. Hier entlang verlief die Seidenstraße in Richtung Osten. Vom Café oberhalb des Palastes genießen wir noch einmal den Blick über die unter uns liegende Ebene und die umliegenden Berge. Hier in Dogubayazit genießen wir am Abend noch einmal die ostanatolische Gastfreundschaft. Dabei wird natürlich auch auf unsere Gipfelerfolge angestoßen!

9. Tag – Rückflug nach Deutschland

Nach dem Frühstück fahren wir zurück zum Flughafen nach Van und fliegen von hier über Istanbul zurück in die Heimat. Wer in Istanbul einen Zwischenstopp einlegen möchte, für den planen wir dies gern mit ein.

Der eine oder andere wird nach diesem Skitourenerlebnis am Ararat sicherlich bereits neue Pläne schmieden. In jedem Fall werden uns die Erlebnisse und Eindrücke unserer Anatolienreise aber noch sehr lange in Erinnerung bleiben.

Highlights auf dieser Reise

Vulkan 5.137 m

Ararat

Der Ararat ist ein ruhender Vulkan im Armenischen Hochland und mit 5.137 m der höchste Berg der Türkei. Der letzte Ausbruch erfolgte 1840 und zerstörte das Dorf Ahora. Nach dem biblischen Mythos strandete hier die Arche Noah nach der Sintflut.

Archäologische Stätte

Durupınar site

Die Durupınar-Stätte ist eine 164 Meter lange Gesteinsformation aus Limonit am Mount Tendürek in Ostanatolien. Die bootsähnliche Form führte zu Spekulationen über Überreste der Arche Noah. Geologische Untersuchungen bestätigen den natürlichen Ursprung der Formation.

Gipfel 2.233 m

Karnıyarık Tepe

Der Karnıyarık Tepe erhebt sich auf 2.233 m im türkischen Ararat-Massiv. Der Gipfel liegt in der vulkanischen Region des Armenisch-Iranischen Hochlands.

Gipfel 3.710 m

Mıh

Der Gipfel erhebt sich auf 3.710 m am Großen Ararat im armenisch-iranischen Hochland. Er liegt in der vulkanischen Bergregion Ostanatoliens nahe der armenischen Grenze.

Gipfel 3.515 m

Dikilitaş

Der Dikilitaş erhebt sich auf 3.515 m am Ararat-Vulkan in Ostanatolien. Der Gipfel liegt im Bereich der basaltischen Vulkanmassen des Ararat-Massivs.

Burg/Schloss

Remains of the Bayazit Castle

Die Ruinen der Bayazit-Burg thronen auf einem schroffen Felsgipfel 7 km südöstlich von Doğubayazıt. Die strategisch positionierte Festung wurde auf urartischen Fundamenten errichtet und später von Seldschuken und Osmanen ausgebaut. Sie bewachte einst die Seidenstraße am Fuß des Ararat.

Stadt

Diyadin

Diyadin ist eine historische Stadt im armenisch-iranischen Hochland und liegt auf 1.935 m Höhe. Der Bezirksort dient als Ausgangspunkt für Expeditionen zum Ararat. Die Region verfügt über jahrhundertealte Thermalquellen mit Temperaturen von 60-70°C.

Stadt 1.950 m

Doğubeyazıt

Doğubayazıt liegt auf 1.950 m Höhe im äußersten Osten der Türkei, nur 35 km von der iranischen Grenze entfernt. Die Stadt dient als strategisches Basecamp für Besteigungen des Großen Ararat und bietet Zugang zum armenisch-iranischen Hochland.

Stadt

Aralık

Aralık liegt auf 818 m Höhe im äußersten Osten der Türkei. Der Bezirksort bildet den östlichsten Punkt des Landes an der Dreiergrenze zu Iran, Armenien und Aserbaidschan. Die strategische Lage macht ihn zum Ausgangspunkt für Expeditionen zum Großen Ararat.

Vulkan 3.887 m

Kleiner Ararat

Der Kleine Ararat erhebt sich als Stratovulkan auf 3.887 m östlich des Hauptgipfels. Der symmetrische Kegel gilt als eigenständiger Vulkan mit glatten Konstruktionshängen. Friedrich Parrot und Khachatur Abovian erreichten 1829 als erste den Gipfel.

Nationalpark

Mount Ararat National Park

Der Mount Ararat National Park umfasst 88.014 Hektar rund um den Ağrı Dağı, den höchsten Berg der Türkei mit 5.137 m. Der 2004 gegründete Park liegt am Schnittpunkt der Grenzen zu Iran, Armenien und Nachitschewan. Neben dem Hauptgipfel beherbergt das Schutzgebiet auch den 3.898 m hohen Kleinen Ararat.