Skitouren

Versteckte Skitouren rund um die Saoseo Hütte

Anspruchvolle Entdeckertouren im Banne der Bernina

Als einsame Enklave liegt das Rifugio Saoseo (1985 m) im südöstlichsten Zipfel des Engadins. Obwohl die ursprüngliche Hütte auf drei Seiten von italienischen Bergketten umgeben ist, erfolgt der Zustieg über das malerische Val di Campo auf Schweizer Seite. Etwa eine gute Stunde ist man mit Tourenski unterwegs, ehe man von Sfazú die schöne Natursteinhütte mit ihrer sonnigen Terrasse erreicht. Zwischen Lärchen und Zirben schmeckt die Engadiner Nusstorte hier besonders gut.

Auch die Tourenauswahl lässt keine Wünsche offen: Es warten Skitourenmöglichkeiten für mehrere Tage, sodass sich die lange Anreise ins Engadin allemal lohnt. Je nach Schnee- und Wetterlage wählt unser Bergführer zwischen drei Expositionen. Mit seiner Hilfe entdeckt man in Hüttennähe sogar wilde Gipfel und steile Rinnen, die nicht in jedem Skitourenführer verzeichnet sind.

Für wen ist die Reise geeignet

  • • Anstieg mit Steigeisen / Klettern UIAA II

Schwierigkeit

3.2

Anforderung

Kondition
Ernsthaftigkeit

Reiseablauf

Tourbeginn:

10.00 Uhr Öffentlicher Parkplatz am Ortseingang des kleinen Orts Sfazú.

Tourende:

15.00 Uhr Öffentlicher Parkplatz am Ortseingang des kleinen Orts Sfazú.

1. Tag – Aufstieg zur Saoseo Hütte (1.991 m) und erste Skitour zum Piz Motal (2.517 m)

Wir starten unsere Skitourentage direkt in Sfazú. Unser Hüttengepäck können wir unterwegs deponieren und nach dem geplanten Gipfelanstieg auf dem Weiterweg zur Hütte wieder abholen. Zunächst steigen wir gemächlich durch typisch Graubündner Almgelände auf. Markante, im Winter verlassene Steingebäude, die im Sommer als Almhütten dienen, säumen unseren Weg. Jetzt sind sie verlassen. Eine kurze Abfahrt bringt uns vom Fahrweg zu einem Gehöft im Talboden des Val di Camp. Jetzt steigen wir unterhalb der Motta Flurida (2.124 m) in Richtung unseres Ziels. In einem weiten Rechtsbogen erreichen wir den Gipfelhang des Piz Motal (2.517 m). In wenigen Spitzkehren stehen wir auf dem höchsten Punkt.Die Aussicht reicht von der Berninagruppe bis tief hinein in unser Tourengebiet im Val di Camp. Nach einer flotten Abfahrt ins Tal ziehen wir für die letzten Meter zur Hütte noch einmal die Felle auf. Am Rifugio Saoseo (1.991 m) angekommen, wartet zur Belohnung ein kühles Calanda-Bier oder eine herrliche Engadiner Nusstorte auf uns.

Auf- und Abstieg:

1020 hm

Gehzeit

4-5 h

2. Tag – Auf den Wintergipfel des Piz Val Nera (3.160 m)

Vom Rifugio Saoseo geht es zunächst mäßig ansteigend nach Nordosten auf Waldwegen bis zu den Laghi di Viola. Von dort führt unsere Route durch das weite Tal, vorbei am Piz Cunfin (2.904 m). Den lassen wir rechts liegen! Weiter nordwärts wird das Gelände zunehmend steiler, während wir ein kleines Joch ansteuern. Jetzt benötigen wir eine solide Spitzkehrentechnik, und bei harten Schneeverhältnissen legen wir gerne die Harscheisen an. Am Joch angekommen, deponieren wir unsere Ski. Meist sind hier Steigeisen erforderlich, denn die letzten 150 Höhenmeter bis zum Wintergipfel bewältigen wir zu Fuß. Jetzt besticht die grandiose Aussicht auf den Piz Bernina und Piz Palü. Abfahren werden wir orografisch eher links der Aufstiegsroute – durch ideales Skigelände, das puren Fahrgenuss verspricht.

Auf- und Abstieg:

1200 hm

Gehzeit

6 h

3. Tag – Auf den La Pala (3.168 m)

Von der Saoseohütte steigen wir entlang des Fahrwegs bis zur im Winter verlassenen Siedlung Camp. Anschließend ziehen wir das Tal sanft aufwärts. Am Talende wird es steiler, und bis wir den Pass da Val Mera (2.700 m) erreichen, ist ein sicheres Stehen auf den Ski erforderlich. Nach dem Pass steigen wir nochmals in einigen Spitzkehren steil nach Osten, bevor wir durch sanftes Gelände direkt auf den La Pala zugehen. Noch ein paar Spitzkehren, dann helfen uns die Steigeisen, den ausgesetzten Grat hinauf zum Gipfel zu überwinden. Unser nächstes Ziel ist die Scharte zwischen La Pala (3.168 m) und Corn da Camp (3.232 m). Hier erwartet uns die Schlüsselstelle der Tour: eine anspruchsvolle, steile Rinne, die hinab ins weite, herrliche Skigelände zum Lagh de Saoseo führt. Sollten die Bedingungen nicht optimal sein, bleibt die Alternative, entlang der Aufstiegsspur wieder abzufahren.

Auf- und Abstieg:

1300 hm

Gehzeit

7 h

4. Tag – Zum Abschluss der Pass dal Sach (2.731 m)

Dieses Ziel gehört zu den selten begangenen Destinationen der Region. Schon seit Tagen konnten wir von der Hütte aus den wunderschönen Nordosthang unterhalb des Passes bewundern – heute ist er unser Ziel. Zunächst durchqueren wir den Zirbenwald und suchen zwischen Wurzeln unsere Spur in den Taleinschnitt unterhalb des Terri-Rossi-Gipfels. Die Hänge sind stellenweise lawinengefährdet, unser Bergführer muss sorgfältig die Route wähen. Der Taleinschnitt verengt sich zunehmend, und fast wie durch eine Rinne erreichen wir den Pass auf gut 2.700 Metern. Noch einmal schweift unser Blick über das Tourengebiet der vergangenen Tage – dann heißt es abfellen! Durch ideales Skigelände gleiten wir hinab in Richtung Saoseohütte. Die letzten Höhenmeter führen uns durch einen lichten Bergwald, gekrönt von einem fotogenen Moorsee. An der Hütte schnappen wir unser Gepäck und fahren entspannt entlang der Hüttenzufahrt zurück nach Sfazú.

Auf- und Abstieg:

750 hm

Gehzeit

5 h

Highlights auf dieser Reise

Stadt 1.816 m

Livigno

Livigno liegt auf 1.816 m in den Livigno-Alpen nahe der Schweizer Grenze. Als italienische Zollfreizone bietet der Ort steuerfreien Einkauf und gilt als Skitourenmekka. Die geografische Isolation zwischen Inn- und Donau-Einzugsgebiet prägte jahrhundertelang die Entwicklung.

Sattel 2.672 m

Pass da Val Mera

Der Pass da Val Mera liegt auf 2.672 m direkt auf der Grenze zwischen der Schweiz und Italien. Der Pass verbindet die obere Valle di Livigno mit dem Val da Camp in den Livigno-Alpen. Am Pass befinden sich zwei blaue Seen: der Lagh da Roan auf Schweizer und der Lago Valletta auf italienischer Seite.

Gipfel 3.168 m

La Pala

Der La Pala erhebt sich auf 3.168 m in den Livigno-Alpen an der italienisch-schweizerischen Grenze. Der Gipfel ist ein anspruchsvolles Skitourenziel mit ausgesetztem Grat und steilen Passagen. Vom Pass da Val Mera führt der Normalweg über technisches Gelände zum Gipfel.

Gebirgspass 2.435 m

Fuorcla Minor

Die Fuorcla Minor liegt auf 2.435 m in den Livigno-Alpen. Der Pass verbindet das Val Minor mit dem Val da Camp und ermöglicht den Übergang vom Piz Lagalb-Gebiet ins Saoseo-Tal.

Gipfel 2.785 m

Monte della Neve

Der Monte della Neve erhebt sich auf 2.785 m in den Livigno-Alpen. Der technisch einfache Gipfel bietet Panoramablick über das Livigno-Tal und die umliegenden Berge. Aufstieg führt über Schotterstraße von der Mottolino-Bergstation oder Passo Eira.

Sattel 2.235 m

Berninapass

Der Berninapass verbindet auf 2.235 m das Engadin mit dem Puschlav und dem Veltlin. Der historische Übergang liegt auf der Wasserscheide zwischen Schwarzem Meer und Adria. Die Passhöhe trennt rätoromanisches und italienisches Sprachgebiet.

Dorf 1.014 m

Poschiavo

Poschiavo liegt im südlichen Graubünden auf 1.078 m im Val Poschiavo zwischen Berninapass und Italien. Der italienischsprachige Ort dient als strategischer Ausgangspunkt für Skitouren und Hochtouren in der Berninagruppe.

Dorf 1.805 m

Pontresina

Pontresina liegt im Val Bernina am Berninapass und bildet das Tor zu den Viertausendern der Bernina-Gruppe. Der Ort dient als strategischer Ausgangspunkt für Hochtouren auf Piz Bernina und Piz Palü. Umgeben von Bergen über 4.000 m zählt Pontresina seit dem 19. Jahrhundert zu den bedeutendsten Bergsteigerorten der Schweiz.

Gipfel 3.061 m

Piz dal Diavel

Der Piz dal Diavel erhebt sich auf 3.061 m in den Livigno-Alpen im Schweizer Nationalpark. Der Gipfel ist bekannt für seine Steinplatte mit über 200 Dinosaurierspuren auf 2.450 m Höhe. Er liegt im Grenzgebiet zwischen der Schweiz und Italien.

Gipfel 2.682 m

Piz Terza

Der Piz Terza erhebt sich auf 2.682 m an der italienisch-schweizerischen Grenze in den Livigno-Alpen. Der auch als Urtirolaspitz bekannte Gipfel liegt nahe dem Bergdorf Müstair. Als beliebtes Skitourenziel bietet er ideales Gelände für Einsteiger.

Dorf 2.079 m

Trepalle

Trepalle liegt auf 2.079 m und ist die höchste ganzjährig bewohnte Ortschaft Italiens. Die Fraktion von Livigno gehört zur zollfreien Zone der Livigno-Alpen. Hier wurde 1956 mit −41 °C die damals tiefste Temperatur Italiens gemessen.

Gipfel 3.024 m

Monte Garone

Der Monte Garone erhebt sich auf 3.024 m in den Livigno-Alpen an der italienisch-schweizerischen Grenze. Der Gipfel besteht aus hellem Dolomitgestein und hebt sich damit geologisch von den umliegenden metamorphen Gneisbergen ab.