Wandern im Bergell | Auf dem Sentiero Roma
Sentiero Roma – Hochgebirgs-Trekking im wilden Bergell
Das Bergell – in Wanderkreisen wahrscheinlich nicht immer direkt im Gespräch, wenn es um die Entscheidung für eine mehrtägige Panoramawanderung geht. Was dieses Gebiet alles zu bieten hat, das wissen nur die Wenigsten. In Kletterkreisen bekannt ist wohl vor allem die Nordkante des Piz Badile, die mit ihren 1.200 Klettermetern jedes Jahr viele Alpinisten in ihren Bann zieht. Dabei kann man schon fast vergessen, welche Weitblicke und Möglichkeiten auch die südliche Seite dieser Alpenregion bietet, besonders in Hinblick auf mehrtägige Wanderungen. Wer sich auf den "Sentiero Roma" einlässt, der wird nach einer Wanderwoche kaum noch abstreiten können, dass dieser weitestgehend oberhalb von 2.000 m verlaufende Höhenweg sicherlich zu den schönsten Hochgebirgs-Trekkingtouren der Alpen zählt. Bei relativ konstanten Tagesetappen bietet der Weg unglaubliche Bergblicke auf die Granitriesen des Bergells, wie z. B. Piz Badile, Piz Cengalo und Monte Disgrazia und zählt gleichzeitig auch zu den anspruchsvollsten Hochgebirgswanderungen Italiens. Grund hierfür sind zahlreiche alpine Übergänge und der Wechsel von malerisch lieblichen Berglandschaften zu anspruchsvollen alpinen Wanderpassagen mit viel Felskontakt und zeitweise leichten Kletterpassagen (mit Ketten gesichert). Wir überqueren weite Geröllfelder, Geltschermoränen und sogar das ein oder andere Schneefeld, sind dabei aber häufig ganz alleine unterwegs. Viel Tourismus ist in dieser ursprünglichen Bergregion noch nicht angekommen, was sicherlich auch daran liegt, dass keine Bergbahn unseren Weg kreuzt. Nächtigen werden wir in urigen italienischen Hütten entlang des Weges, auf denen schon der abendliche Wein in grandioser Bergkulisse ein Highlight ist. Schon fast kann man vergessen, dass wir in diesen Tagen ca. 4.600 Höhenmeter im Aufstieg überwinden.
Der Sentiero Roma ist genau das Richtige für Dich, wenn Du eine anspruchsvolle Mehrtagestour suchst, die echtes Abenteuer verspricht. Du solltest Trittsicherheit, gute Kondition und Freude an alpinem Gelände mitbringen – denn hier erwarten Dich felsige Passagen, alpine Übergänge und einsame Wege mit grandiosen Ausblicken.
Reiseablauf
Reiseablauf
Tourbeginn:
11.30 Uhr ist am Parkplatz
Tourende:
12.00 Uhr ist am Parkplatz
1. Tag – Durch das Val Codera zum Rifugio Brasca
Unsere Tour beginnt mit einem Aufstieg durch das wunderschöne Val Codera. Entland des Baches und durch Kastanienwälder führt uns dieser Weg bis zum Rifugio Brasca auf 1.304 m, wo wir mit toller Aussicht die erste Nacht verbringen.
Auf- und Abstieg:
1000 hm
Gehzeit
5 h
2. Tag – Über den Passo del Barbacan zum Rifugio Gianetti
Wir verlassen das malerische Val Codera und steigen über Wiesen und Wälder immer höher. Dabei verändert sich zunehmend die Landschaft von lieblich zu alpin, die Bäume werden weniger und die felsigen Passagen nehmen zu. Unser Ziel, den Passo del Barbacan (2.600 m)haben wir bereits im Blick. Eindrucksvoll thront darüber der Gipfel des Cima del Barbacan (2.734 m). Der letzte Teil des Weges bis zu dieser Höhe wird uns nicht geschenkt, steil geht es über Geröllfelder hinauf, bis wir mit dem Pass die höchste Anhöhe des Tages erreichen. Was für eine einzigartige Aussicht! Vor uns türmen sich die Granitriesen Piz Badile, Piz Cengalo und die Piz Gemelli auf. Danach steigen wir über einen mit Stahlketten versicherten Weg weiter ab. Anschließend in leichtem Auf und Ab weiter bis zu unserem heutigen Ziel, dem Rifugio Gianetti (2.534 m).
Auf- und Abstieg:
1400 hm
Gehzeit
7 h
3. Tag – Wandern im Zentrum des "Sentiero Roma"
Das Herzstück des Sentiero Roma führt uns durch hochalpines Gelände, über drei alpine Pässe, aber auch durch malerische Bergwiesen, auf denen im Sommer Schafe weiden. Diese Wegevielfalt kombiniert mit einer grandiosen Aussicht macht die heutige Etappe zu einem ganz besonderen Erlebnis! Gestärkt geht es nach dem Frühstück auch direkt los in Richtung unseres ersten Etappenzieles, dem "Passo del Camerozzo" (2.766 m). Dieser erste Übergang ist zugleich auch der anspruchsvollste: uns erwarten exponierte Stellen, an denen Trittsicherheit und Zupacken im Fels erforderlich ist. In den schwierigen Passagen sind Ketten angebracht und dienen der Unterstützung sowohl im Auf- als auch im Abstieg. Wir überqueren noch zwei weitere Pässe, den "Passo Qualido" (2.547 m) sowie den "Passo dell'Averta" (2.551 m). Zwischen diesen Übergängen versäumen wir es jedoch nicht die unzähligen umliegenden Granitberge zu bestaunen. Wir erreichen unsere gemütliche Unterkunft, das Rifugio Allievi Bonacossa auf 2.385 m.
Auf- und Abstieg:
640 hm
Gehzeit
8 h
4. Tag – Über den Passo Cameraccio (2.954 m) zum Rifugio Ponti
Heute steht uns noch einmal ein langer Tag mit vielen Höhenmetern bevor. Dafür aber auch mit so manchem Highlight, unter anderem mit dem höchsten Punkt der Tour, dem "Passo Cameraccio" (2.954 m). Auf dem Weg dorhin passieren wir noch den "Passo Val Torrone" ins gleichnamige Tal und das "Bivacco Manzi Pirotta" auf 2.528 m. Immer mehr verschwinden die grünen Flächen und wir durchqueren weitläufige Geröllfelder und teils verblocktes, wegloses Gelände, das uns an diesem Tag noch häufiger begleiten wird. Dann ist es geschafft - der höchste Punkt der Tour ist erreicht! Auf fast 3.000 m können wir durchatmen und noch einmal die alpine Kulisse der umliegenden Bergwelt bewundern. Der Weg schlängelt sich vorerst leicht bergab bis zum Bivacco Kima, anschließend wieder ansteigend zu unserem letzten alpinen Übergang dieser Tour, dem "Bocchetta Roma" auf 2.890 m. Auf diesem Weg passieren wir unter anderem die Flanken des "Monte Pioda" und "Monte Disgrazia", deren zackige Granitgipfel bis zu 800 m über uns thronen. Schon bald gelangen wir zu unserer Unterkunft, dem Rifugio Ponti.
Auf- und Abstieg:
1200 hm
Gehzeit
9-10 h
5. Tag – Über den Passo di Corno Rossa ins Val Malenco
An unserem letzten Wandertag folgen wir dem Weg über den Preda Rossa Gletscher hinauf zum Passo di Corno Rosso (2.836 m). Hier genießen wir noch einmal die Aussicht, bevor wir in das Valle Torregio zum schön gelegenen Rifugio Bosio absteigen. Eine Rast bietet sich dort optimal an, bevor wir das letzte Wegstück nach Chiesa im Val Malenco in Angriff nehmen. Die Übernachtung erfolgt dort im komfortablen 4 Sterne Hotel, ein verdienter Abschluss nach einer Wanderwoche die ihresgleichen sucht.
Auf- und Abstieg:
400 hm
Gehzeit
6 h
6. Tag – Rückfahrt nach Novate Mezzola und Heimfahrt
Nach einem gemütlichen Frühstück geht es mit dem Bus zurück nach Sondrio und von dort weiter mit dem Zug zu unserem Ausgagsort Novate Mezzola. Tourabschluss und Verabschiedung um die Mittagszeit.