Zehn 4.000er im Wallis
Viertausender Hochtour im Wallis - "Spaghettirunde"
Die Südseite des gewaltigen Massivs des Monte Rosa - mit 4.634 m der zweithöchste Berg der Alpen - ist Ziel dieser geführten Hochtouren-Woche. Die sogenannte "Spaghettirunde", benannt nach dem auf italienischen Hütten üblichen Abendessen, entführt Dich auf die leichter zu erreichenden Gipfel des Monte-Rosa-Massivs. Kein anderes Gebiet der Alpen ermöglicht die Besteigung von bis zu 10 Viertausendern in so kurzer Zeit und in einem solchen Ambiente, wo der Blick vor lauter Gletschern zu Eis erstarrt. Technisch gesehen ist die Tour einfach und für Viertausender Einsteiger mit entsprechender alpiner Vorerfahrung sehr gut geeignet. Die Übernachtungen erfolgen auf italienischen Hütten. Wenn die Bedingungen es hergeben, steht auch ein Besuch und eine Übernachtung auf der höchstgelegene Schutzhütte Europas, der Capanna Margherita (4.554m), auf dem Programm.
Reiseablauf
Reiseablauf
Tourbeginn:
06.30 Uhr ist an der Rezeption im Hotel Bergfreund in Herbriggen.
Tourende:
16.00 Uhr ist an der Rezeption im Hotel Bergfreund in Herbriggen.
1. Tag – Treffen im Wallis und Besteigung des Allalinhorn (4.027 m)
Treffpunkt für die Spaghettirunde ist am Morgen im Hotel Bergfreund in Herbriggen. Nach der Begrüßung und Programmbesprechung fahren wir gemeinsam weiter nach Saas Fee und von dort aus mit der Bergbahn zum Mittelallalin auf 3.450 m Höhe. Vom Mittelallalin starten wir unsere Akklimatisationstour auf das Allalinhorn (4.027 m) - der ideale Einstieg! Neben dem Breithorn gilt das Allalinhorn als der leichteste Viertausender der Alpen, ein formschöner Gipfel mit Panorama hinüber zur Mischabelgruppe (Dom (4.545 m) und Täschhorn (4.491 m)) sowie auch zum Matterhorn (4.478 m) und zum Monte Rosa (4.634 m), unserem Ziel der nächste Tage. Im Anschluss kehren wir zum Abendessen nach Herbriggen zurück, wo wir auch nochmals übernachten: Eine Übernachtung gleich auf über dreitausend Meter wäre noch zu früh.
Auf- und Abstieg:
600 hm
Gehzeit
4 h
2. Tag – Von Zermatt aufs Breithorn (4.164 m)
Mit der Bahn oder dem Shuttlebus des Hotels erreichen wir schnell Zermatt und lassen uns vom Flair dieses berühmten Alpenorts einfangen. Schnell lassen wir die Touristengasse aber hinter uns und fahren zunächst mit der Bergbahn aufs Klein Matterhorn (3.883 m) - schon das ist ein Erlebnis, denn es ist die höchste Seilbahnstation der Alpen. Von hier starten wir zu unserem zweiten 4.000er: Über den Gletscher geht es unschwierig aufs Breithorn auf 4.164 m Höhe - ideal zur weiteren Akklimatisation für die kommenden Tage. Der Berg selbst mag einfach sein, der Tiefblick hinunter zum Gornergletscher, hinüber zum Matterhorn und Monte Rosa ist aber gewaltig. Der Abstieg erfolgt hinunter zum Rifugio Guide Ayas, wo wir auf 3.425 m italienische Pasta genießen und übernachten.
Auf- und Abstieg:
400 hm
Gehzeit
5 h
3. Tag – Castor Überschreitung (4.221 m)
Nach einem stärkenden Frühstück starten wir heute zur Überschreitung des Castor. Der Aufstieg erfolgt auf dem Verragletscher und schließlich über den spannend schmalen Firngrat zum Gipfel des Castor (4.221 m). Nach einer Pause am Gipfel setzen wir unsere Überschreitung fort und steigen über den Südostgrat ins Felikjoch ab. Von dort ist es nicht weit zum Rifugio Quintino Sella des italienischen Alpenclubs auf 3.584 m. Die hohe Lage der Hütten gewährleistet, dass die Tage trotz der dünnen Luft nicht zu anstrengend werden.
Auf- und Abstieg:
800 hm
Gehzeit
6 h
4. Tag – Il Naso (4.205 m), Balmenhorn (4.167 m) und Vincentpyramide (4.215 m)
Weiter gehts auf unserer Gipfelrunde. Heute stehen gleich drei 4.000er auf unserem Programm. Wir müssen zunächst die Südflanke des riesigen Massivs des Liskamm (4.532 m) queren. Unter dem Südgrat des Ostgipfels des Liskamm bildet der Grat einen Buckel aus, die "Nase", sie ist heute über einen steilen Eishang unser erstes Ziel. Hier öffnet sich der Blick auf die nun kommenden Ziele, die Gipfelparade des südlichen Monte-Rosa-Massivs. Mitten aus dem Gletscher ragt eine Felsinsel heraus, sie ist das Balmenhorn, unser nächstes, leicht zu erreichendes Ziel. Etwas anstrengender ist danach nochmals der Anstieg über den weiten Firnhang auf die Vincentpyramide (4.214 m). Von ihrem Gipfel steigen wir zum Rifugio Gnifetti (3.647 m) ab, unserem heutigen Tagesziel.
Auf- und Abstieg:
1200 hm
Gehzeit
7 h
5. Tag – Ludwigshöhe (4.341 m), Parrotspitze (4.436 m) und Signalkuppe (4.554 m)
Heute steht der längste Hochtourentag dieser Woche auf unserem Programm. Wir starten bereits sehr früh am Morgen, zunächst mit der Besteigung der Ludwigshöhe 4.341 m. Bei guten Bedingungen erklimmen wir auch noch den Gipfel der Parrotspitze (4.436 m). All diese Gipfel sind Erhebungen im langen Südgrat des Monte Rosa, der seinen Ausgang in der Signalkuppe - italienisch Punta Gnifetti - auf sagenhaften 4.554 m nimmt. Die Signalkuppe ist auch unser heutiges Tagesziel, denn auf ihrem Gipfel befindet sich die Capanna Margherita, die höchstgelegenen Schutzhütte Europas. Für eine Nacht auf dieser Höhe sollten wir mittlerweile gut akklimatisiert sein. Ein außergewöhnliches Erlebnis - Sonnenunter- und aufgang in dieser Höhe, mit einem Tiefblick nach Süden, der seinesgleichen sucht! Ist es dunkel geworden, leuchten im Süden die Lichter der Metropole Mailand.
Auf- und Abstieg:
1500 hm
Gehzeit
9 h
6. Tag – Besteigung Zumsteinspitze (4.563 m)
Nach dem Frühstück brechen wir auf und besteigen heute früh am Morgen den höchsten Gipfel unserer Runde, die Zumsteinspitze (4.563 m), hoch über der Ostwand des Monte Rosa, die mit 2.400 Höhenmetern höchste Wand der Alpen. Danach erfolgt der lange Abstieg über den gewaltigen Grenzgletscher: Unter der Nordwand des Liskamm steigen wir an riesigen Spalten und Séracs (Eistürmen) vorbei und spüren, wie wieder mehr Sauerstoff unsere Lungen erreicht. Unterwegs erreichen wir die neu erbaute futuristische Monte-Rosa-Hütte auf 2.882 m, kehren hier als willkommenem Zwischenstop noch einmal ein und stärken uns für die restlichen Meter. Wir queren den Gornergletscher hinüber zum Kamm des Gornergrats - in einer langen Querung steigen wir hinauf zur Bahnstation Rotenboden, während dieser Querung genießen wir noch einmal den Blick auf die Eisriesen gegenüber, die wir in den letzten Tagen fast alle bestiegen haben. Und noch etwas lernen wir wieder zu schätzen: Nach Tagen in Eis, Schnee und Fels sehen wir Blumen plötzlich mit ganz anderen Augen. Mit der Gornergratbahn fahren wir hinunter nach Zermatt, wo uns eventuell noch etwa Zeit bleibt, bevor wir zum Hotel Bergfreund in Herbriggen zurück fahren. Verabschiedung und Heimreise.
Auf- und Abstieg:
500 hm
Gehzeit
8 h