Das Grönländische Inlandeis erstreckt sich über 1.710.000 Quadratkilometer und bildet den zweitgrößten Eiskörper der Welt – eine kontinentale Eiswüste von der Größe Mexikos, die bis zu 3.488 Meter dick ist. Fridtjof Nansen bewies 1888 bei seiner ersten Durchquerung, dass das Innere Grönlands vollständig mit Eis bedeckt ist, und schuf damit eine der legendärsten Polarrouten überhaupt.
Polarexpeditionen führen heute noch auf Nansens Spuren quer über das Eisschild – eine 560 Kilometer lange Ski-Expedition mit Eigenversorgung durch eine der unwirtlichsten Landschaften der Erde. Die Route verläuft von der Ostküste zur Westküste und erfordert absolute Selbstständigkeit bei extremen Bedingungen bis -69°C, der niedrigsten jemals in der nördlichen Hemisphäre gemessenen Temperatur.
Der Eisschild ist durchschnittlich 1.673 Meter dick und enthält genug Eis, um bei vollständiger Schmelze den Meeresspiegel um 7,4 Meter anzuheben. Gletscherspalten und massive Schmelzereignisse prägen das Gelände – ein lebendiger Gigant aus einer Million Jahre altem Eis, der sich unter seinem eigenen Gewicht langsam bewegt.