Die Lyngen Alpen in der nordnorwegischen Provinz Troms bilden ein markantes Hochgebirge, das sich mit dem 1.833 m hohen Jiehkkevárri unmittelbar aus den arktischen Fjorden erhebt. Ohne Vorberge steigen die schroffen Gipfel direkt aus dem Meer empor – das macht die Region zu einem weltweit führenden spektakulären Ziel für Skitouren, bei dem der Aufstieg oft unmittelbar an der Uferlinie beginnt. Der britische Pionier William Cecil Slingsby bezeichnete den Jiehkkevárri als skandinavische Antwort auf den Mont Blanc.
Das Spektrum reicht von moderaten Schneeschuhwanderungen bis zu anspruchsvollen Skitouren mit bis zu 40° Hangneigung. 140 Gletscher durchziehen die Bergkämme, während im Sommer Bergwandern und Klettern unter der Mitternachtssonne locken. Die Kombination aus arktischer Wildnis und hochalpinem Gelände auf Gabbrofels ist in Europa einzigartig.
Trotz der Lage auf 70° Nord profitiert die Region von einer außergewöhnlichen klimatischen Anomalie – die Januar-Lufttemperaturen liegen bis zu 24°C über dem Breitengrad-Durchschnitt. Der logistische Zugang erfolgt über Tromsø, von wo Expressboote und Fähren die tief eingeschnittenen Fjordarme erschließen. Das Lyngen-Alpen-Landschaftsschutzgebiet schützt seit 2004 die 961 km² große Region mit ihrer samischen Kulturgeschichte.