Der Seiland-Nationalpark in der norwegischen Finnmark umfasst die zweitgrößte Insel Finnmarks und beherbergt mit dem Seilandsjøkelen und Nordmannsjøkelen die nördlichsten Gletscher Skandinaviens. Bei 70° Nord gelegen bietet das 316 km² große Schutzgebiet eine der entlegensten arktischen Wildnis-Erfahrungen Europas – ohne markierte Wege, Schutzhütten oder Rettungshütten verlangt es alpinistische Selbstständigkeit.
Skitouren direkt vom Meer bis zum 1.078 m hohen Seilandstuva definieren den Charakter dieser Region. Die Sea-to-Summit-Touren führen von den Fjorden über vergletscherte Plateaus zu den Gipfeln, wobei mittelschwere Skitourenerfahrung für die bis zu 35° steilen Hänge erforderlich ist. Die völlige Abgeschiedenheit und das Fehlen jeglicher touristischer Infrastruktur machen jede Tour zu einer echten Expedition.
Die klimatische Anomalie dieser Breite zeigt sich in gemessenen Sommertemperaturen von 30°C, während der kontinentale Winter ideale Pulverschnee-Bedingungen von Februar bis Mai schafft. Der Zugang erfolgt ausschließlich per Helikopter oder Boot, was die logistischen Anforderungen unterstreicht – Seiland bleibt Norwegens am schwierigsten zugänglicher Nationalpark.