Der Toubkal-Nationalpark im marokkanischen Hohen Atlas beherbergt mit dem 4.167 m hohen Jbel Toubkal den höchsten Gipfel Nordafrikas. Etwa 70 Kilometer südlich von Marrakesch gelegen, bildet die Region 'Adrar Ndern' (Berg der Berge) das Herzstück eines der bedeutendsten Bergsteigerziele Afrikas. Als erste dokumentierte Expedition erreichte 1923 der französische Marquis de Segonzac mit Vincent Berger und Hubert Dolbeau den Gipfel – ein Meilenstein für die alpinistische Erschließung Nordafrikas.
Trekking und Bergwandern dominieren das Spektrum zwischen 1.500 und 4.167 Metern Höhe. Die klassische Route führt über Imlil und die Neltner Hütte zum Gipfel, wobei mittlere Anforderungen an Technik und Kondition gestellt werden. Von Januar bis März ermöglicht Schneefall in den höheren Lagen sogar Skitouren und Schneeschuhwandern – eine seltene Kombination aus afrikanischem Bergsteigen und Wintersport.
Die geologischen Formationen des Atlas-Gebirges prägen eine Landschaft mit charakteristischen Höhenstufen von der mediterranen Vegetation bis zur alpinen Zone. Traditionelle Berberdörfer und das ausgeklügelte Bewässerungssystem der lokalen Bevölkerung zeigen eine jahrtausendealte Anpassung an die extremen Höhenunterschiede zwischen Wüste und Hochgebirge.