Hochtouren

Adamello und Presanella – Hochtouren auf sechs leichte Dreitausender

Sechs Dreitausender in den Italienischen Alpen - Hochtouren auf Adamello und Presanella

Wir besteigen die südlichsten großen Dreitausender der Ostalpen - Monte Adamello und Cima Presanella, Eis und Schnee quasi über den Weinbergen des nicht weit entfernten Gardasees, ein einzigartiges italienisches Ambiente. Leichte Hochtouren führen uns nicht nur auf die zwei Hauptgipfel der Gruppe, sondern auch auf seltener bestiegene Nebengipfel, die eine wunderbare Aussicht auf die Traumziele dieses Massivs bieten. In fünf Tagen auf sechs Dreitausender – intensive Eindrücke auf den südlichsten Gletschern der Ostalpen!

Reiseablauf

Tourbeginn:

11.00 Uhr Parkplatz der Seilbahn zum Passo Paradiso

Tourende:

16.00 Uhr Parkplatz der Seilbahn zum Passo Paradiso

1. Tag – Cima Presena (3.068 m) - erste Schritte am Adamello

Der Treffpunkt für unsere Hochtourenwoche ist am späten Vormittag der Tonale Pass. Nachdem wir mit dem Bergführer noch die notwendige Ausrüstung abgeglichen haben, erleichtern wir uns den Einstieg in unsere Hochtourentage mit der Seilbahn hinauf zum Passo Presena auf 2.990 m. Von hier ist es nur ein kurzer Abstecher hinauf zur Cima Presena (3.068 m), den wir uns natürlich nicht entgehen lassen wollen. Bei schönem Wetter eröffnet sich uns hier gleich ein wunderbares Panorama auf die Adamello-Presanella-Alpen, der ideale Platz für eine erste Programmbesprechung und Einweisung durch den Bergführer. Der erste Tag bleibt wenig anstrengend: Von der Cima Presena steigen wir zum Rifugio Mandron (2.445 m) ab. Hier verbringen wir den ersten Abend in italienischer Hüttenatmosphäre mit Pasta und Rotwein - wer mag.

Auf- und Abstieg:

80 hm

Gehzeit

3 h

2. Tag – Besteigung des Monte Mandrone (3.277 m) und der Punta del Venerocolo (3.312 m)

Heute widmen wir uns der Akklimatisation und nähern uns langsam dem Adamello an. Wir können es uns leisten, nicht allzu früh aufzubrechen und steigen hinauf zum Passo della Valletta (3.194 m). Vom jenseitigen Gletscher aus haben wir dann die Möglichkeit, mit wenig zusätzlichem Aufwand zwei respektable Dreitausender zu besteigen: Im Osten den Monte Mandrone und im Westen die Punta del Venerocolo. Beide Gipfel bieten wiederum eine wunderbare Aussicht, nun vor allem in die imposante Nordwand des Adamello. Wir steigen nun nach Westen zum Rifugio Garibaldi auf 2.549 m ab, das wunderbar über dem Stausee liegt – direkt vis-à-vis der beeindruckenden Nordwand des Adamello.

Auf- und Abstieg:

1100 hm

Gehzeit

6 h

3. Tag – Besteigung des Adamello (3.535 m)

Vom Rifugio Garibaldi beginnen wir früh den langen Weg, zunächst hinauf in den Passo Brizzio, den wir über einen kurzen Klettersteig erreichen. Weiter geht es über den Corno Bianco (3.410 m) auf den ersten Gipfel des Tages, bevor wir uns an die Schlussetappe über die weiten Gletscherflächen des Adamellogletschers machen - kaum zu glauben, dass hier sich hier in der Nähe des Gardasees solch ein Gletscher finden lässt... Südlich unterhalb des Grates ist es von hier nicht mehr weit, bis wir über die leichten Felsen den Gipfel des Adamello erreichen. Beeindruckend ist vor allem der Tiefblick über die Nordwand hinab auf die vielen Seen in den Tälern unterhalb. Am Horizont grüßen die beeindruckenden Gipfel der Bernina und der Ortlergruppe. Vom Gipfel des Adamello ist es nun ein weiter Weg zu unserer nächsten Hütte – es geht jedoch sanft hinunter auf dem Adamellogletscher und wieder zum uns schon bekannten Rifugio Mandron.

Auf- und Abstieg:

900 hm

Gehzeit

6 h

4. Tag – Übergang zum Rifugio Denza

Vom Rifugio Mandron brechen wir uns heute auf den Panoramaweg hoch über dem obersten Val di Genova, mit wunderbaren Ausblicken zum Adamello in der Morgensonne. Über den Passo Cercen (2.955 m) wechseln wir hinüber auf die Nordseite des Kamms und hinüber in das wunderschöne Val Stavel, das von der mächtigen Nordwand der Presanella und der Cima Vermiglio dominiert wird. Wir steigen hinunter zum Rifugio Denza auf 2.298 m.

Auf- und Abstieg:

700 hm

Gehzeit

7 h

5. Tag – Besteigung der Presanella (3.556 m)

Noch in der Dunkelheit starten wir vom Rifugio Denza und folgen dem Sentiero dei Todeschi abwechslungsreich hinauf in den Kessel unter den Resten des Vadretto Presanella - die mächtige Nordwand der Presanella immer über uns. Über den steiler werdenden Gletscher erreichen wir die Sella Freshfield (3.375 m) - der Übergang auf die sanftere Südseite der Cima die Vermiglio und benannt nach dem Erstbesteiger der Presanella. Über diese sanftere Südseite erreichen wir viel leichter als beim Anblick von Norden gedacht den Fuß des Gipfelbaus der Presanella - in leichter Kletterei bis II UIAA bewältigen wir dann die letzten Meter hinauf zum höchsten Gipfel der Woche. Über den gleichen Weg steigen wir wieder hinunter, am Rifugio Denza können wir uns mit Aussicht auf den gerade bestiegenen Gipfels nochmals stärken, bevor wir den finalen Abstieg nach Vermiglio angehen. Dort Verabschiedung und Heimreise.

Auf- und Abstieg:

1300 hm

Gehzeit

8 h

Highlights auf dieser Reise

Gipfel 3.283 m

Monte Mandrone

Der Monte Mandrone erhebt sich auf 3.283 m in der Adamello-Presanella-Gruppe. Der Gipfel liegt am Rand des Mandrone-Gletschers und bietet Blick auf die imposante Nordwand des Monte Adamello. Die Besteigung erfolgt über eine leichte Gletscherroute vom Passo della Valletta.

Sattel 3.376 m

Sella Freshfield

Die Sella Freshfield liegt auf 3.376 m zwischen den Gletscherresten der Presanella-Nordwand und der sanfteren Südseite. Der Pass ist nach Douglas William Freshfield benannt, dem Erstbesteiger der Cima Presanella von 1864. Er bildet den Schlüsselübergang auf dem Normalweg zum höchsten Gipfel der Adamello-Presanella-Gruppe.

Gipfel 3.069 m

Cima Presena

Die Cima Presena erhebt sich auf 3.069 m über dem gleichnamigen Gletscher in der Adamello-Presanella-Gruppe. Der Gipfel dient als idealer Einstieg für Hochtouren und ist bequem über die Seilbahn vom Tonalepass erreichbar. Als Standort auf dem zweitgrößten Gletscher der Region bietet er ein hochalpines Umfeld.

Sattel 1.883 m

Tonalepass

Der Tonalepass liegt auf 1.883 m zwischen der Val di Sole und der oberen Valle Camonica. Der Alpenpass verbindet die Ortler-Alpen im Norden mit der Adamello-Presanella-Gruppe im Süden. Bis 1918 markierte er die Grenze zwischen Italien und Österreich-Ungarn.

Sattel 3.180 m

Passo della Valletta

Der Passo della Valletta liegt auf 3.180 m im Adamello-Massiv und verbindet die Gletscherregionen des Monte Mandrone mit dem Adamellogletscher. Der Pass dient als strategischer Übergang bei Hochtouren und bietet Zugang zu den benachbarten Dreitausendern Monte Mandrone und Punta del Venerocolo.

Gipfel 3.539 m

Monte Adamello

Der Monte Adamello erhebt sich auf 3.539 m als höchster Gipfel der Adamello-Presanella-Gruppe in den lombardischen Alpen. Der Dreitausender thront über ausgedehnten Gletscherflächen und gilt als bedeutender Hochtourenberg. Die Erstbesteigung gelang Julius von Payer mit Bergführer Giovanni Catturani im September 1864.

Gipfel 3.427 m

Corno Bianco

Der Corno Bianco erhebt sich mit 3.427 m als fünfthöchster Gipfel der Adamellogruppe über dem Adamellogletscher. Der Berg beherrscht das Gletscherbecken von Norden und verdeckt den Hauptgipfel der Gruppe. Seine namensgebende Firnwand ist durch Gletscherschwund vollständig abgeschmolzen.

Gipfel 3.323 m

Punta del Venerocolo

Die Punta del Venerocolo erhebt sich auf 3.323 m in der Adamello-Presanella-Gruppe. Der Gipfel wird über den Passo del Venerocolo vom Adamellogletscher aus erreicht. Reste von Militärbaracken aus dem Ersten Weltkrieg markieren den Gipfel.

Sattel 2.990 m

Passo Presena

Der Passo Presena auf 2.990 m verbindet die Val di Sole mit der Valle Camonica zwischen der Presanella- und Adamello-Gruppe. Der Pass ist per Seilbahn erreichbar und dient als Ausgangspunkt für Hochtouren. Von hier führt ein kurzer Anstieg zur Cima Presena auf 3.068 m.

Gipfel 3.557 m

Cima Presanella

Die Cima Presanella erhebt sich auf 3.558 m als höchster vollständig im Trentino liegender Gipfel der Adamello-Presanella-Gruppe. Der Berg weist eine Schartenhöhe von 1.673 m auf und gilt als einer der südlichsten Dreitausender der Ostalpen.

Dorf

Folgarida

Folgarida liegt auf 1.270 m in der Val di Sole am Fuß der Presanella-Gruppe. Der 1965 gegründete Skiort entwickelte sich zum Wintersport-Zentrum mit Verbindung nach Madonna di Campiglio.

Kirche

Chiesa di Santa Maria della Neve

Die Chiesa di Santa Maria della Neve in Pisogne wurde in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts erbaut. Das Gotteshaus beherbergt einen bedeutenden Freskenzyklus von Romanino aus dem Jahr 1534, der die Passion Christi darstellt. Die Kirche gilt als "Sixtinische Kapelle der Armen" und zeigt revolutionäre Darstellungen biblischer Szenen im Dialekt der Bergbevölkerung.