Gemütliche Schutzhütte im Gesäuse
Die Hesshütte thront auf 1.699 m am Ennsecksattel zwischen Hochtor und Hochzinödl im Nationalpark Gesäuse. Als eine der ältesten Schutzhütten der Ennstaler Alpen prägt sie seit 1893 die Bergsteigergeschichte dieser wilden Kalksteinregion. Benannt nach Heinrich Heß – dem legendären Erschließer des Gesäuses – dient die Hütte als zentraler Ausgangspunkt für anspruchsvolle Gipfeltouren.
Die Hesshütte bildet das Herzstück für alpine Unternehmungen in der spektakulären Gesäusebergwelt. Von hier aus erschließen sich die markanten Kalkgipfel der Hochtorgruppe mit ihren schroffen Nordwänden und luftigen Graten. Der Hochtor-Normalweg führt in 2½ Stunden zum höchsten Gipfel der Region, während das nähere Hochzinödl bereits nach 1¾ Stunden erreicht wird. Die exponierte Lage am Sattel zwischen diesen beiden Giganten gewährt beeindruckende Tiefblicke in die wilden Karen des Nationalparks – ein Panorama, das bereits die frühen Alpinisten des 19. Jahrhunderts faszinierte.
Übernachten auf der Hesshütte
Die traditionsreiche Berghütte bietet 70 Schlafplätze in verschiedenen Lagern und verbindet modernen Komfort mit alpinem Ambiente. Das 1979 errichtete Schlafhaus ergänzt das historische Hauptgebäude, das nach der Generalsanierung 1996 zeitgemäße Ausstattung erhielt. Von Juni bis September sorgt die Sektion Austria des ÖAV für eine bewirtschaftete Unterkunft.
Zustieg zur Hesshütte
Der Hauptzustieg erfolgt von Johnsbach in ca. 3 Stunden über den gut ausgebauten Wanderweg. Alternativ führt der Wasserfallweg von Gstatterboden in 3½ Stunden zur Hütte – diese Route passiert tosende Wasserfälle und bietet eindrucksvolle Ausblicke auf die Nordwände der Hochtorgruppe. Für erfahrene Bergsteiger verbindet der berühmte Peternpfad mit Kletterschwierigkeit I-II die Hesshütte in 4½ Stunden mit der Haindlkarhütte.
Gut zu wissen:
Ein kleiner Klettergarten direkt bei der Hütte ermöglicht das Üben grundlegender Seilhandhabung und Knotenkunde. Am österreichischen Nordalpenweg gelegen fungiert die Hesshütte als wichtiger Stützpunkt für die mehrtägige Gesäuse-Durchquerung. Als Teil der Tour "Von Hütte zu Hütte im Gesäuse" verbindet sie sich mit den Nachbarhütten Mödlinger Hütte (5 Stunden) und Ennstaler Hütte (5½ Stunden) zu einer der eindrucksvollsten Weitwanderungen der Steiermark.