Stützpunkt auf dem Weg zum Ortlergipfel
Die Julius Payer Hütte thront auf 3.029 m Höhe am Tabarettakamm im Herzen der Ortlergruppe. Als wichtigster Stützpunkt am Normalweg zum Ortler – dem höchsten Berg Südtirols – bietet die CAI-Schutzhütte spektakuläre Ausblicke auf die vergletscherte Hochgebirgswelt. Von der großen Sonnenterrasse reicht der Blick über die Ortlergruppe bis zum fernen Reschensee.
Die exponierte Lage der Julius Payer Hütte macht sie zum Ausgangspunkt für anspruchsvolle Hochtouren im Ortlergebiet. Der Aufstieg zum 3.902 m hohen Ortlergipfel führt in etwa vier Stunden über den vergletscherten Normalweg – eine Tour, die Erfahrung in Gletscherbegehung und sicheren Umgang mit Steigeisen voraussetzt. Als kürzeres Gipfelziel bietet sich die nahegelegene Tabarettaspitze an, während mehrtägige Hochtourenprogramme Übergänge zu den Nachbarhütten ermöglichen: In 1,5 Stunden erreicht man die Tabarettahütte, zur Berglhütte sind es 2,5 Stunden.
Übernachten auf der Julius Payer Hütte
Die Berghütte verfügt über 62 Schlafplätze und wird vom CAI Milano bewirtschaftet. In der urigen Stube sorgt ein traditioneller Kachelofen für wohlige Wärme nach anstrengenden Gletschertouren, während die große Sonnenterrasse bei schönem Wetter zum Verweilen einlädt – mit Panoramablick auf die umliegende Bergwelt. Handyempfang ist vorhanden, WLAN gibt es nicht. Die Bezahlung erfolgt ausschließlich bar.
Zustieg zur Julius Payer Hütte
Von Sulden aus verkürzt die K2-Langenstein-Sesselbahn den Hauptzustieg erheblich. Von der Bergstation führt der markierte Weg in etwa drei Stunden zur Hütte, wobei der Steig zunächst durch alpines Gelände verläuft, bevor er in den letzten Abschnitten deutlich an Höhe gewinnt. Ein alternativer Zustieg von Trafoi aus erfordert jedoch mehr Zeit und Kondition.
Gut zu wissen:
1875 erbaute die Prager Sektion des DuÖAV die Julius Payer Hütte, die den Namen des berühmten Alpenforschers Julius von Payer trägt – er trieb zwischen 1865 und 1868 die kartographische Erschließung des Ortlergebietes voran. Nach dem Ersten Weltkrieg ging die Hütte an den CAI Milano über, während der Winterraum aufgrund von Einsturzgefahr derzeit geschlossen bleibt. Die Hütte dient als wichtiger Stützpunkt für geführte Hochtouren und mehrtägige Durchquerungen der Ortlergruppe.