Gebiet

Madonie (Sizilien)

🇮🇹

Die Madonie in Nordostsizilien erheben sich als markantes Kalkgebirge zwischen den Tälern der Flüsse Imera und Pollina, dominiert vom 1.979 m hohen Pizzo Carbonara – dem höchsten Gipfel Siziliens außerhalb des Ätna-Massivs. Das 39.941 Hektar große Naturschutzgebiet vereint über die Hälfte aller sizilianischen Pflanzenarten auf engstem Raum, darunter die legendäre Nebrodi-Tanne mit weniger als dreißig überlebenden Exemplaren.

Für Kletterer bietet das Gebiet anspruchsvolle Kalkfelsen bis zum mittelschweren Niveau, während Bergwanderer von den spektakulären Karstlandschaften mit über 400 Dolinen profitieren. Die kühlen Winter mit Schnee bis in die Täler und die milden Sommer schaffen ein mediterranes Hochgebirgsklima, das ganzjähriges Klettern ermöglicht – eine Seltenheit im Mittelmeerraum.

Die ausgeprägte Karstgeologie aus 250 Millionen Jahre alten Sedimentgesteinen formte ein dichtes unterirdisches Wassersystem mit spektakulären Grotten wie dem Abisso del Vento. Der Club Alpino Siciliano gründete bereits 1892 die erste sizilianische Bergsteigervereinigung und etablierte 1897 das Corpo delle Guide delle Madonie – Zeugnis einer über 130-jährigen Bergsporttradition auf der Insel.

Bekannte Ziele im Gebiet
Monte San Salvatore 1909m
Petralia Sottana
Castelbuono
Pizzo Sant'Angelo 1080m
Piano Battaglia 1650m

Land

Italien

Orte im Gebiet

Castelbuono
Campofelice di Roccella
Caltavuturo
Polizzi Generosa

Klettern im botanischen Paradies Siziliens

Klettern in den Madonie

Das Kalkgebirge bietet anspruchsvolle Felskletterrouten bis zum mittelschweren Niveau. Die Saison erstreckt sich von Oktober bis Mai, wenn die Temperaturen das Klettern angenehm gestalten. Cinisi PA dient als zentraler Ausgangspunkt für Kletterunternehmungen. Die kompakten Kalkfelsen entstanden aus 200-150 Millionen Jahre alten Rifforganismen und bieten griffigen Fels mit spektakulären Karstformationen.

Anreise & Logistik Madonie

Cinisi PA fungiert als Hauptzugang zu den Madonie mit direkter Flughafenanbindung über Palermo-Falcone-Borsellino. Fünfzehn Gemeinden erschließen das Gebiet von Cefalù am Meer bis Petralia Soprana auf 1.147 m Höhe. Das dichte Straßennetz folgt historischen 'trazzere'-Routen der Bourbon-Zeit. Hochgebirgsrouten zwischen Piano Cervi und Pizzo Carbonara erfordern ortskundige Führung.

Saison in den Madonie

Klettern ist von September bis Mai bei milden Temperaturen möglich, während die heißen Sommermonate gemieden werden. Bergwandern und Trekking eignen sich von März bis Juni und September bis November. Die Winter sind streng mit Temperaturen unter -10°C und häufigem Schnee, der in Dolinen über 1.800 m sogar im Sommer überdauern kann. Nebel ist ein häufiges Phänomen in den Höhenlagen.

Gut zu wissen:

Von der legendären Nebrodi-Tanne existieren nur noch weniger als dreißig Exemplare im Vallone Madonna degli Angeli zwischen 1.400 und 1.650 m Höhe – sie gilt als eine der seltensten Baumarten Europas. Diese eiszeitliche Reliktart überlebte nur in diesem einen Tal der Madonie, während sie überall sonst im Mittelmeerraum ausgestorben ist.

Beste Reisezeit für die Madonie

Klettern
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Kletterreisen in den Madonie

Häufige Fragen zu den Madonie

Wann ist die beste Jahreszeit zum Klettern in den Madonie (Sizilien)?

Die beste Kletterzeit in den Madonie erstreckt sich von Januar bis Mai und September bis Dezember. Die Sommermonate Juni bis August sind heiß aber nicht schwül und daher für das Klettern weniger geeignet. Die Winter sind streng mit Temperaturen teilweise unter -10°C, wodurch das Klettern in den Wintermonaten nur an wärmeren Tagen möglich ist.

Wie komme ich von Palermo zu den Madonie (Sizilien)?

Von Palermo erreicht man die Madonie über die Autobahn A19, die das Tal der nördlichen Imera stark beeinflusst. Die fünfzehn Parkgemeinden liegen zwischen Meereshöhe (Cefalù) und 1147 Metern (Petralia Soprana), wobei zentrale Orte wie Castelbuono auf 400 Metern und Polizzi Generosa auf 917 Metern als Ausgangspunkte dienen.

Welche Kondition brauche ich für Bergwanderungen in den Madonie (Sizilien)?

Bergwanderungen in den Madonie erfordern mittlere Kondition. Die Hochgebirgsrouten zwischen Piano Cervi, Monte Ferro und Pizzo Carbonara auf 1.979 m sind anspruchsvoller und benötigen lokale Führer. Die mittleren und niedrigeren Routen folgen den historischen Transhumanz-Wegen aus der Bourbon-Zeit.

Kann ich die Madonie (Sizilien) auch im Winter besuchen?

Die Madonie sind auch im Winter besuchbar, allerdings mit strengen Bedingungen bei Temperaturen unter -10°C. Schnee und Nebel sind häufige Phänomene, und oberhalb 1.800 m kann Schnee sogar im Sommer in den sogenannten 'neviere'-Dolinen gefunden werden. Die Niederschläge sind mehr als doppelt so hoch wie der regionale Durchschnitt.

Welche Gipfel sind für Einsteiger in den Madonie (Sizilien) geeignet?

Für Einsteiger eignen sich die mittleren und niedrigeren Routen, die den historischen 'trazzere' aus der Bourbon-Zeit folgen. Diese Transhumanz-Wege sind weniger anspruchsvoll als die Hochgebirgsrouten zwischen Piano Cervi, Monte Ferro und dem höchsten Gipfel Pizzo Carbonara auf 1.979 m. Die Hochgebirgsrouten erfordern lokale Führer und mehr Bergerfahrung.

Welche Übernachtungsmöglichkeiten gibt es in den Madonie (Sizilien)?

Die fünfzehn Gemeinden des Madonie-Parks bieten Übernachtungen zwischen Meereshöhe und 1147 Metern Höhe. Castelbuono auf 400 Metern, Petralia Soprana auf 1147 Metern und San Mauro Castelverde auf 1050 Metern liegen besonders günstig für Bergtouren. Das historische Rifugio Luigi Orestano in Piano Zucchi diente jahrzehntelang als Stützpunkt für Alpinisten.

Welche Besonderheiten hat das Klettergebiet in den Madonie (Sizilien)?

Das Klettergebiet der Madonie zeichnet sich durch Kalk- und Dolomitfelsen aus, die über 40-50 Millionen Jahre geologischer Veränderungen entstanden sind. Die Gesteinsmassive bestehen aus zwei Haupteinheiten - dem Carbonara-Massiv und dem Monte Cervi-Massiv, getrennt durch eine große Talsenke. Besonders ausgeprägt ist der Karst mit mindestens 400 Dolinen oberhalb 1.600 m und einem ausgedehnten unterirdischen Höhlensystem.

Bekannte Ziele in den Madonie

Gipfel 1.909 m

Monte San Salvatore

Der Monte San Salvatore erhebt sich auf 1.909 m als dritthöchster Gipfel Siziliens in den Madonie. Die panoramische Gipfelkuppe aus Sandstein bietet Blicke über die Nebrodi und das Carbonara-Massiv. Der Berg liegt im UNESCO Global Geopark der Madonie.

Sonstige

Petralia Sottana

Petralia Sottana liegt zwischen 900 und 1.100 m im Parco delle Madonie auf Sizilien. Das Bergdorf entwickelte sich strategisch günstig im oberen Tal des Imera Meridionale. Die Umgebung bietet ausgedehnte Buchen- und Eichenwälder sowie Weideland.

Sonstige

Castelbuono

Castelbuono liegt auf 423 m Höhe in den Madonien im Parco delle Madonie. Das mittelalterliche Bergdorf entstand um das Castello dei Ventimiglia aus dem 14. Jahrhundert. Ausgangspunkt für Gipfeltouren auf Pizzo Carbonara und Monte San Salvatore.

Gipfel 1.080 m

Pizzo Sant'Angelo

Der Pizzo Sant'Angelo erhebt sich auf 1.080 m über der Nordküste Siziliens in den Madonie. Auf dem Gipfel steht die kleine Kirche San Michele Arcangelo. Von der Spitze reicht der Blick über die Nordküste Siziliens und zu den höchsten Gipfeln der Madonie.

Gebirgspass 1.650 m

Piano Battaglia

Piano Battaglia liegt auf 1.650 m im Herzen der Madonie zwischen Pizzo Carbonara und Monte Mufara. Der Pass ist Siziliens einzige Wintersportstation und Ausgangspunkt für Wanderungen in die hohen Madonie. Das weite Karstplateau bietet einen geologischen Lehrpfad mit fossilen Korallenformationen.

Kirche

Santuario di Gibilmanna

Das Santuario di Gibilmanna ist ein Wallfahrtsort auf 800 m Höhe in den Madonie oberhalb von Cefalù. Die Kapuzinerkirche aus dem 17. Jahrhundert beherbergt ein byzantinisches Fresko der Madonna mit Kind aus der ursprünglichen Benediktinerkirche.

Schutzgebiet

Park der Madonien

Der Nationalpark erstreckt sich über 39.941 Hektar der nordsizilianischen Madonie und schützt über die Hälfte aller sizilianischen Pflanzenarten. Das Gebirge erreicht am Pizzo Carbonara eine Höhe von 1.979 Metern. Seit 2015 gehört das Gebiet zum UNESCO Global Geopark Netzwerk.

Gipfel 1.865 m

Monte Mufara

Der Monte Mufara erhebt sich auf 1.865 m in den sizilianischen Madonie. Eine Sesselbahn führt auf den Gipfel, von dem sich Skipisten nach Piano Battaglia hinabziehen. Der Berg beherbergt ein astronomisches Observatorium und ist von ausgedehnten Buchenwäldern umgeben.

Gipfel 1.792 m

Monte dei Cervi

Der Monte dei Cervi erhebt sich auf 1.792 m in den Madonie auf Sizilien. Der kalkige Gipfel liegt südwestlich des Carbonara-Mufara-Komplexes zwischen Monte San Salvatore und Monte Fanusi. Als größter Wasserspeicher der Madonie entspringen hier zahlreiche Zuflüsse des Imera meridionale.

Gipfel 1.979 m

Pizzo Carbonara

Der Pizzo Carbonara erhebt sich auf 1.979 m als höchster Gipfel der Madonie und zweithöchste Erhebung Siziliens nach dem Ätna. Das Karstplateau mit seinen charakteristischen Dolinen liegt im Parco delle Madonie zwischen Petralia Sottana und Isnello. Bei klarer Sicht reicht der Blick von den Äolischen Inseln bis zum Ätna und zu den Monti Sicani.

Gipfel 1.977 m

Pizzo Antenna o della Principessa

Der Pizzo Antenna o della Principessa erhebt sich auf 1.977 m als zweithöchster Gipfel der Madonie auf Sizilien. Der Berg bildet Teil des kalkreichen Carbonara-Massivs mit ausgedehntem Karstplateau und Dolinen.

Gipfel 1.383 m

Pizzo Dipilo

Der Pizzo Dipilo erhebt sich auf 1.385 m im Madonie-Gebirge nordöstlich von Sizilien. Der isoliert stehende Gipfel liegt nordwestlich des Pizzo Carbonara zwischen den Gemeinden Isnello und Gratteri. Das Kalksteinmassiv zeigt ausgeprägten Karst mit mehreren Höhlen am Nordabhang.

Gebiete in der Nähe der Madonie

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