Die Picos de Europa im nordspanischen Kantabrischen Gebirge bilden mit 2.648 m Höhe die größte Kalkformation des atlantischen Europas. Auf nur zehn Kilometern Distanz überwindet das Gebirge über 1.000 Höhenmeter zwischen Meer und Gipfeln. Seit der legendären barfuß-Besteigung des Naranjo de Bulnes 1904 durch Pedro Pidal zählen die Picos zu den bedeutendsten Klettergebieten Südeuropas.
Wanderer und Trekker erleben hier ein Gebirge der Extreme: Schroffe Kalkwände wechseln mit tief eingeschnittenen Schluchten wie der berühmten Cares-Schlucht, während atlantischer Laubwald bis in Höhen von 1.800 m reicht. Die weltgrößte Dichte an Dolinen prägt das Karstgelände, das durch quartäre Gletscher geformt wurde. Von den Gipfeln Torre Cerredo und Picu Urriellu reicht der Blick bis zum nahen Golf von Biskaya.
Das ozeanische Klima sorgt für unberechenbare Wetterumschwünge mit plötzlich aufziehenden Fallnebeln, die dem Gebirge seinen wilden Charakter verleihen. Als Spaniens erster Nationalpark seit 1918 schützt das Gebiet 88% aller terrestrischen Säugetiere der Iberischen Halbinsel – darunter die seltene Kantabrische Gämse und wiedereingeführte Braunbären.