Die Reserva de Producción Faunística Chimborazo in den ecuadorianischen Anden schützt mit dem 6.263 m hohen Chimborazo den höchsten Berg Ecuadors und zugleich den vom Erdmittelpunkt aus gemessen höchsten Gipfel der Erde. Durch die Erdabplattung ragt der Chimborazo 2.168 Meter weiter ins All als der Mount Everest — eine geografische Besonderheit, die Alexander von Humboldt bereits 1802 bei seinem Besteigungsversuch faszinierte.
Das Schutzgebiet bietet Expeditionen auf einen der technisch anspruchsvollsten Sechstausender der Anden, kombiniert mit Akklimatisationstouren auf die benachbarten Vulkane. Eisklettern und Schneeschuhtouren erschließen die vergletscherten Flanken, während Trekking durch die einzigartige Páramo-Landschaft mit Vicuñas und Lamas führt. Die Normalroute erfordert solide Hochtourenerfahrung und Umgang mit spaltenreichen Gletschern.
Die tropische Lage nahe des Äquators sorgt für stabile Bedingungen von Juni bis Oktober, während die Höhenlage ab 5.000 m hochalpine Verhältnisse schafft. Von Riobamba aus führt eine der höchsten befahrbaren Straßen der Welt bis auf 4.800 m zur Carrel-Hütte — der logistische Zugang ist für einen Sechstausender ungewöhnlich komfortabel.