Stützpunkt am Nordostgrat des Eigers
Die Mittellegihütte thront auf 3.355 m Höhe direkt am berühmten Mittellegigrat des Eigers. Der exponierte Standort in den Berner Alpen macht sie zu einem der spektakulärsten Hüttenstandorte der Schweiz – zu beiden Seiten fällt das Gelände steil ab. Als wichtiger Stützpunkt für die Eiger-Besteigung über den Nordostgrat bietet die vom Grindelwalder Bergführerverein betreute Hütte 36 Schlafplätze.
Der Zustieg zur Mittellegihütte erfolgt von der Station Eismeer der Jungfraubahn über den Kallifirn in etwa 2,5 Stunden – bereits der Anstieg erfordert Gletschererfahrung und Kletterei im III. Schwierigkeitsgrad. Diese anspruchsvolle Unternehmung wird nur erfahrenen Alpinisten oder in Begleitung ortskundiger Bergführer empfohlen. Alternativ führt ein längerer Zustieg von Grindelwald über die Luftseilbahn zur Pfingstegg und weiter über die Stieregg zum Kallifirn.
Übernachten auf der Mittellegihütte
Die seit 1995 bewartete Berghütte verfügt über einen gemütlichen Aufenthaltsraum und ein eigenes Zimmer für die bewartende Person. Die 36 Schlafplätze verteilen sich auf mehrere Lager, während für Notfälle eine Biwakschachtel als Stahlrohrkonstruktion mit 12 Plätzen als Winterraum zur Verfügung steht. Die exponierte Lage auf dem schmalen Grat sorgt für eine besondere Atmosphäre – der Blick reicht über die gewaltigen Nordwände von Eiger und Mönch bis zur Jungfrau.
Zustieg zur Mittellegihütte
Von der Station Eismeer (3.160 m) der Jungfraubahn führt der Normalzustieg über den stark spaltigen Kallifirn zum Einstieg in den Mittellegigrat. Der letzte Abschnitt zur Hütte erfordert Kletterei im III. Grad über ausgesetzte Felspassagen, während die Alternative über Pfingstegg und Stieregg die Gehzeit erheblich verlängert, aber die Jungfraubahn umgeht. Beide Varianten setzen Gletscherausrüstung mit Steigeisen, Seil und Pickel voraus. Die Mittellegihütte dient als Ausgangspunkt für die klassische Eiger-Besteigung über den Mittellegigrat sowie für kombinierte Hochtouren auf das Dreigestirn Eiger-Mönch-Jungfrau.
Gut zu wissen:
Die Geschichte der Mittellegihütte reicht bis 1924 zurück, als sie mit einer Spende von 10.000 CHF des japanischen Erstbegehers Maki Yūkō erbaut wurde. Nach einem Neubau 2001 dient die alte Hütte heute als Ausstellungsgebäude im Rahmen des Eiger Walk – der Gipfel des Eigers (3.967 m) liegt 4–5 Stunden Kletterei von der Hütte entfernt. Die exponierte Lage macht die Mittellegihütte zu einem der anspruchsvollsten Hüttenstandorte der Alpen, wobei bereits der Zustieg eine alpine Unternehmung darstellt.