Die Gailtaler Alpen in Kärnten und Osttirol erstrecken sich über 100 km zwischen Drau- und Gailtal und bilden mit der 2.770 m hohen Großen Sandspitze eine der vielseitigsten Gebirgsgruppen der Ostalpen. Die westliche Hälfte – die markanten Lienzer Dolomiten – ragt mit schroffen Hauptdolomit-Gipfeln bis zu 2.000 m senkrecht aus den Tälern auf, während die östlichen Ketten aus Wetterstein-Kalken sanftere Formen zeigen. Diese geologische Zweiteilung macht das Gebiet sowohl für technisches Felsklettern als auch für gemütliches Bergwandern interessant.
Südexposition und wärmebegünstigte Lage prägen das außergewöhnlich milde Klima – der Pressegger See erreicht im Sommer Badetemperaturen bis 23°C, die Wandersaison dauert bis Oktober. Das Spektrum reicht von mittelschweren Skitouren bis zu anspruchsvollem Alpinklettern an den Dolomit-Wänden der Lienzer Dolomiten. Der Gailtaler Höhenweg durchzieht die gesamte Kette und erschließt über 30.000 Tierarten sowie seltene Südeuropäische Flora wie die Illyrische Gladiole.
Geologisch gehören die Gailtaler Alpen zum Drauzug, einem südlich 'liegengebliebenen' Teil der ostalpinen Kalkdecken, die während der Alpenfaltung über den Hauptkamm nach Norden geschoben wurden. Der Weißensee zwischen Gailtaler Alpen und Goldeck ist Österreichs höchstgelegener Badesee – eine klimatische Besonderheit, die das mediterrane Flair dieser Südrand-Alpen unterstreicht.