Swanetien im nordwestlichen Georgien bildet eine der entlegensten und wildesten Hochgebirgsregionen des Großen Kaukasus, wo der 5.193 m hohe Schchara als höchster Berg Georgiens die Landschaft dominiert. Die durchschnittliche Höhe liegt über 4.000 m – eine Dichte an Fünftausendern, die in Europa ihresgleichen sucht und Expeditionsbergsteiger seit dem 19. Jahrhundert anzieht. Gustav Radde bereiste die Region 1864 als einer der ersten westlichen Naturforscher, der Ushba gilt bis heute als einer der technisch anspruchsvollsten Berge des Kaukasus.
Skitouren führen durch die vergletscherten Täler von Tetnuldi und Schchara mit mittelschweren Anstiegen bis 35° Hangneigung, während Trekkingtouren die UNESCO-geschützten Bergdörfer mit ihren mittelalterlichen Wehrtürmen verbinden. Die Route von Mestia nach Ushguli durchquert eine Landschaft aus Gletschertälern und alpinen Wiesen, die von Granit- und metamorphen Gesteinen geprägt ist.
Der Große Kaukasus schützt Swanetien vor dem kalten Nordklima, das Schwarze Meer sorgt für Feuchtigkeit – dennoch sind die Dörfer im Winter monatelang eingeschneit. Mestia dient als Verwaltungshauptstadt mit eigenem Flughafen, Ushguli auf 2.100 m gilt als höchste ganzjährig besiedelte Ortschaft Europas und bewahrt als UNESCO-Weltkulturerbe die Kultur des swanischen Volksstamms.