Gebiet

Ennstaler Alpen

🇦🇹

Die Ennstaler Alpen in der österreichischen Steiermark bilden ein geologisch zweigeteiltes Gebirge zwischen nördlichen Kalkalpen und der breiten Grauwackenzone. Der Gebirgszug umfasst sowohl die hochalpinen Gipfel der Gesäuseberge und Haller Mauern aus triassischen Kalken als auch die Eisenerzer Alpen mit dem größten Eisenerz-Tagbau Mitteleuropas am Erzberg. Diese geologische Vielfalt macht das Gebiet zu einem der abwechslungsreichsten Kletterreviere Österreichs.

Das alpine Spektrum reicht von leichten Bergwegen bis zu extremem Alpinklettern an der berühmten Ödstein-Nordwestkante, die seit 1910 als einer der großen Klassiker der Alpen gilt. Im Winter locken Skitouren und Schneeschuhwanderungen, während der Nationalpark Gesäuse als Endemiten-Hotspot mit 70 endemischen Arten eine einzigartige Naturkulisse bietet. Der Durchbruch der Enns durch das Gebirge ermöglicht spektakuläre Klettertouren in den Nordwänden der Hochtorgruppe.

Die alpine Erschließung begann mit Heinrich Heß, dem "Vater des Gesäuses", der 1877 erstmals Hochtor, Reichenstein und Planspitze bestieg und 1884 den ersten Gesäuse-Führer verfasste. Die Brüder Zsigmondy prägten mit ihren schwierigen Gratbegehungen die frühe Alpingeschichte der Region, während die Ennstaler Hütte von 1885 als älteste Schutzhütte den Grundstein für das heutige Hüttennetz legte.

Bekannte Ziele im Gebiet
Gesäuse
Admonter Reichenstein 2251m
Admont
Hall
Lugauer 2217m

Land

Österreich

Orte im Gebiet

Admont
Hieflau
Johnsbach
Gstatterboden

Klettern in geologisch zweigeteiltem Gebirge

Klettern & Bergwandern in den Ennstaler Alpen

Das Spektrum reicht von gemütlichen Bergwanderungen bis zu extremen alpinen Klettertouren. Die Gesäuseberge bieten Kalkfels-Kletterei mit der legendären Ödstein-Nordwestkante als Höhepunkt, während die Eisenerzer Alpen vielseitige Routen im Silikatgestein ermöglichen. Klettersteige erschließen exponierte Gratverläufe zwischen den Gipfeln des Gesäuses. Die Vielfalt der Gesteinsarten sorgt für unterschiedlichste Klettercharaktere auf engstem Raum.

Anreise & Logistik Ennstaler Alpen

Die Enns durchbricht das Gebirge mit der einzigen Straßen- und Bahnverbindung durch die Region. Admont, Hieflau und Großreifling dienen als zentrale Ausgangsorte im Gesäuse, während Eisenerz den Zugang zu den östlichen Gebirgsteilen ermöglicht. Leoben und Liezen in den begrenzenden Tälern bieten weitere logistische Stützpunkte. Die Erschließung beschränkt sich bewusst auf das Notwendige zum Schutz des Nationalparks.

Saison in den Ennstaler Alpen

Von Mai bis Oktober ermöglichen die Ennstaler Alpen Bergwandern, Klettern und Klettersteige unter optimalen Bedingungen. Skitouren und Schneeschuhwanderungen prägen die Wintermonate Januar bis März, während Eisklettern von Dezember bis März möglich ist. Das kontinental geprägte Hochgebirgsklima sorgt für stabile Verhältnisse, wobei die Kammlagen bis zu 2.500 mm Niederschlag erreichen können.

Gut zu wissen:

Die berühmte Ödstein-Nordwestkante wurde am 25. August 1910 von den italienischen Bergführern Angelo Dibona und Luigi Rizzi erstbegangen und gilt seitdem als einer der großen Klassiker unter den alpinen Klettertouren der Alpen. Die Route war ihrer Zeit so weit voraus, dass sie jahrzehntelang nicht wiederholt werden konnte.

Häufige Fragen zu den Ennstaler Alpen

Wie schwierig ist die Besteigung des Eisenerzer Reichensteins?

Der Eisenerzer Reichenstein auf 2.165 m gehört zur Grauwackenzone und zeigt sich durch vielfältiges Gelände aus Kalkstein und Silikatgestein. Heinrich Heß gelang bereits 1877 die erste Besteigung dieses markanten Gipfels der Reichensteingruppe. Die Mödlinger Hütte auf 1.523 m dient als Ausgangspunkt zwischen Gesäuse und Eisenerzer Alpen.

Wann ist die beste Zeit zum Wandern in den Ennstaler Alpen?

Die beste Wanderzeit in den Ennstaler Alpen erstreckt sich von Mai bis Oktober. Das kontinental geprägte Hochgebirgsklima bringt erhebliche Niederschläge mit bis zu 2.500 mm in den Kammlagen, wobei Juni und November die niederschlagsreichsten Monate sind.

Wie erreicht man das Gesäuse mit öffentlichen Verkehrsmitteln?

Das Gesäuse ist über die Ennstalbahn erreichbar, die durch das Durchbruchstal der Enns führt. Die Bahnlinie begleitet zusammen mit der Straße die einzigen Verkehrswege durch die Ennstaler Alpen und verbindet die Hauptorte Admont, Hieflau und Großreifling.

Welche Wanderrouten führen zum Hochtor im Gesäuse?

Das Hochtor auf 2.369 m ist der höchste Gipfel der Ennstaler Alpen und über mehrere Normalwege erreichbar. Heinrich Heß gelang bereits 1877 die erste Besteigung und fand den Peternpfad durch die Nordwand des Gesäuses. Als Stützpunkte dienen das Admonterhaus auf 1.725 m und die Hesshütte auf 1.699 m.

Bekannte Ziele in den Ennstaler Alpen

Klettern

Gesäuse

Das Gesäuse erstreckt sich über 123 km² zwischen Admont und Hieflau in der Obersteiermark. Der 2002 gegründete Nationalpark schützt die markanten Kalkgipfel der Gesäuseberge und die wilde Ennsschlucht. Mit dem 2.369 m hohen Hochtor liegt hier der höchste Gipfel der Ennstaler Alpen.

Gipfel 2.251 m

Admonter Reichenstein

Der Admonter Reichenstein erhebt sich auf 2.251 m als höchster und östlichster Berg der Reichensteingruppe in den Ennstaler Alpen. Der markante Kalkgipfel besitzt drei Erhebungen und ist auf allen Seiten von steilen Wänden umgeben. Eine Besteigung erfordert mindestens Kletterei im II. Grad.

Dorf

Admont

Admont liegt in einem Talbecken an der mittleren Enns im westlichen Gesäuse. Die Marktgemeinde ist Ausgangspunkt für Touren zu Hochtor und Buchstein. Das berühmte Benediktinerstift beherbergt die größte Klosterbibliothek der Welt.

Dorf

Hall

Hall bei Admont liegt am linken Ennsufer gegenüber von Admont am Fuße der Haller Mauern. Der Ort gilt als älteste Salzquelle der Steiermark und war bis 1543 urkundlich erwähnt. Seit 2015 ist Hall Teil der Gemeinde Admont.

Dorf 853 m

Johnsbach

Johnsbach liegt auf 853 m im Nationalpark Gesäuse in den Ennstaler Alpen. Das Bergsteigerdorf ist Ausgangspunkt für Touren auf Hochtor und Admonter Reichenstein. Der historische Bergsteigerfriedhof erinnert an die alpine Tradition des Ortes.

Gebirgspass 1.542 m

Kalblinggatterl

Das Kalbling-Gatterl liegt auf 1.542 m in den Ennstaler Alpen. Der Pass bildet den Schlüsselpunkt des Normalwegs auf den Kalbling und verbindet die Klinke-Hütte mit dem Gipfelanstieg.

Sattel 861 m

Buchauer Sattel

Der Buchauer Sattel liegt auf 861 m in den Ennstaler Alpen und verbindet über die B 117 Altenmarkt mit Admont. Der Pass trennt den Großen Buchstein von den Haller Mauern und das Mittlere Ennstal vom Tal des Großen Billbachs.

Sattel 1.822 m

Sulzkarhund

Der Sulzkarhund ist ein 1.822 m hoher Pass in den Ennstaler Alpen. Eine markante Felsformation in Hundeform bildet eine charakteristische Landmarke auf Wanderrouten zwischen Hartelsgraben und Hesshütte.

Gipfel 2.217 m

Lugauer

Der Lugauer Ostgipfel erhebt sich auf 2.206 m in den Ennstaler Alpen am Rand des Nationalparks Gesäuse. Als nordöstlicher Gipfel des freistehenden Doppelgipfel-Massivs wird er durch die Lugauerscharte vom höheren Hauptgipfel getrennt. Die markante Felspyramide gilt wegen ihrer Form als steirisches Matterhorn.

Gipfel 2.035 m

Tamischbachturm

Der Tamischbachturm erhebt sich auf 2.035 m in den Ennstaler Alpen und ist der zweithöchste Berg der Buchsteingruppe im Nationalpark Gesäuse. Der Gipfel gilt als einer der leicht zu besteigenden Zweitausender im Gesäuse und bietet einen lohnenden Aussichtspunkt.

Klettern

Häuselberg Leoben

Der Häuselberg bei Leoben bietet einen Klettergarten in den steirischen Ennstaler Alpen. Das Klettergebiet liegt in der Nähe der Universitätsstadt Leoben im Murtal. Die Region ist geprägt von der Grauwackenzone mit ihrer charakteristischen Geologie.

Gipfel 2.214 m

Gößeck

Das Gößeck erhebt sich auf 2.214 m als höchster Gipfel der Eisenerzer Alpen in der Steiermark. Der Hauptgipfel des Reitingstock bildet den nördlichen Abschluss des markanten Bergmassivs. Mit 832 m Prominenz überragt der Gipfel deutlich die umliegenden Berge der Grauwackenzone.

Gebiete in der Nähe der Ennstaler Alpen

Berghütten in den Ennstaler Alpen

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