Das Kaisergebirge in den Tiroler Alpen gliedert sich in den schroffen Wilden Kaiser aus blankem Wettersteinkalk und den sanfteren, mit Latschen bewachsenen Zahmen Kaiser. Die bis zu 1.000 m hohen Kalkwände entsprechen der maximalen Dicke des Wettersteinkalks und machen das Gebirge zu einem der traditionsreichsten Klettergebiete der Ostalpen – Hans Dülfer entwickelte hier Anfang des 20. Jahrhunderts die nach ihm benannte Klettertechnik.
Bergwanderer finden Routen von leichten Wegen bis zu mittelschweren Bergpfaden mit Hüttenübernachtungen. Das 102 km² große Naturschutzgebiet erstreckt sich zwischen 480 m und 2.342 m an der Ellmauer Halt und schützt die einzigartige Landschaft vor Übererschließung – nur der Kaiserlift Kufstein dient als einzige künstliche Aufstiegshilfe.
Tief eingeschnittene Täler wie das Kaisertal – bis 2008 das einzige bewohnte Tal Österreichs ohne Straßenanbindung – prägen die Geologie. Der 813 m lange Annatunnel erschließt heute diese abgelegenen Bereiche, während der größte Teil des Gebirges verkehrsfrei bleibt.