Gebiet

Chiemgauer Alpen

🇦🇹 🇩🇪

Die Chiemgauer Alpen zwischen Rosenheim und Bad Reichenhall bilden das nördlichste Kalkmassiv der Ostalpen – mit dem Teisenberg (1.333 m) als nördlichstem Berg der deutschen Alpen. Die sanften Formen dieser Voralpenregion machen sie zum idealen Einstiegsgebiet für Bergwanderer, während der Pidinger Klettersteig am Hochstaufen zeigt, dass auch anspruchsvolle Kletterer ihre Herausforderung finden.

Das Spektrum reicht von gemütlichen Wanderwegen durch blumenreiche Almwiesen bis zu schwierigen Klettersteigen mit C/D-Charakter. Der Geigelstein trägt nicht umsonst den Namen "Blumenberg des Chiemgaus" – über 720 Pflanzenarten, davon 111 geschützte, prägen die außergewöhnliche Artenvielfalt. Bergbahnen an Kampenwand, Hochfelln und Steinplatte ermöglichen auch weniger geübten Wanderern den Zugang zu den Gipfelregionen.

Die traditionelle Almwirtschaft prägt bis heute das Landschaftsbild – beim Almabtrieb im September erleben Besucher einen der schönsten gelebten Bräuche im Alpenraum. Das kontinentale Übergangsklima mit rund 1.200 mm Jahresniederschlag sorgt für satte grüne Almflächen und stabile Wanderbedingungen von Mai bis Oktober.

Bekannte Ziele im Gebiet
Hochstaufen 1771m
Marquartstein 546m
Schnappenkirche 1110m
Hochgern 1748m
Schnappenberg 1250m

Land

Österreich
Deutschland

Orte im Gebiet

Piding

Klettersteige und Wandern in den nördlichen Alpen

Klettersteige in den Chiemgauer Alpen

Der Pidinger Klettersteig am Hochstaufen repräsentiert das anspruchsvollste Niveau im Gebiet – ein schwieriger bis sehr schwieriger Steig (C/D), der solide Klettersteig-Erfahrung voraussetzt. Die Route führt durch steile Kalkwände mit ausgesetzten Passagen und der Gipfel bietet Weitblick über das Berchtesgadener Land. Weitere Steige in moderaten Schwierigkeitsgraden erschließen Kampenwand und Steinplatte für Klettersteig-Einsteiger.

Anreise & Logistik Chiemgauer Alpen

Piding dient als zentraler Ausgangspunkt mit direkter Bahnanbindung über die Deutsche Bahn. Rosenheim, Traunstein und Bad Reichenhall bilden die größeren Verkehrsknotenpunkte mit Autobahn-Anschluss. Bergbahnen an Kampenwand (Aschau), Hochfelln (Bergen) und Steinplatte (Winklmoos) verkürzen Zustiege erheblich und ermöglichen Rundtouren ohne Talrückkehr.

Saison in den Chiemgauer Alpen

Klettersteige sind von Mai bis Oktober begehbar, wobei Juli und August die stabilste Witterung bieten. Im Winter verwandelt sich das Gebiet in ein Skitouren- und Schneeschuhrevier – das Winklmoos-Steinplatte-Gebiet ist das größte Skigebiet der Region. Eisklettern ist von Dezember bis März an gefrorenen Wasserfällen möglich, während die Berghütten ganzjährig als Stützpunkte dienen.

Gut zu wissen:

Der Teisenberg ist mit 1.333 m nicht nur der nördlichste Berg im deutschen Teil der Alpen – er markiert gleichzeitig die geografische Grenze zwischen Voralpen und deutschem Flachland. Wanderer können hier buchstäblich mit einem Fuß in den Alpen und dem anderen im bayerischen Voralpenland stehen.

Beste Reisezeit für die Chiemgauer Alpen

Klettersteige
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Klettersteige in den Chiemgauer Alpen

Häufige Fragen zu den Chiemgauer Alpen

Welche Kondition und technische Erfahrung brauche ich für Klettersteige in den Chiemgauer Alpen?

Der Pidinger Klettersteig am Hochstaufen erfordert sehr gute Kondition und hohe technische Erfahrung im Klettersteigbereich. Die eintägige Tour führt über den steilsten Weg zum 1.771 Meter hohen Hochstaufen. Sichere Klettersteig-Technik und Erfahrung mit ausgesetzten Passagen sind Voraussetzung. Die sonstigen Wanderungen in den Chiemgauer Alpen sind auf grund der meist geringen Höhenunterschiede auch mit geringen bis mittleren konditionellen Fähigkeiten machbar.

Wie komme ich mit der Bahn nach Piding, um von dort in die Chiemgauer Alpen zu starten?

Der Bahnhof Piding ist direkter Ausgangspunkt für Touren in die Chiemgauer Alpen und über die Deutsche Bahn erreichbar. Von dort starten Bergtouren wie der Pidinger Klettersteig am Hochstaufen. Die Bahnanbindung ermöglicht eine umweltfreundliche Anreise in die Chiemgauer Alpen.

Welche Berghütten eignen sich als Stützpunkt für mehrtägige Touren in den Chiemgauer Alpen?

Das Hochgernhaus auf 1.461 Metern bietet direkten Zugang zu Hochgern und Achental, während die Sonnenalm an der Kampenwand und das Spitzsteinhaus an der Grenze liegen. Die priener Hütte erschließt von Westen den Geigelstein, der traditionelle Gasthof Moosbauer dient als Bergsteigergasthof im Tal. Diese Stützpunkte ermöglichen mehrtägige Touren zwischen den Hauptgipfeln der Chiemgauer Alpen.

Wie schwindelfrei muss ich für Bergtouren in den Chiemgauer Alpen sein?

Die Gipfelformen in den Chiemgauer Alpen sind nicht besonders schroff und laden hauptsächlich zu Wandertouren ein. Der Pidinger Klettersteig am Hochstaufen stellt mit seinen steilen Passagen die technisch anspruchsvollste Route dar und erfordert absolute Schwindelfreiheit und Trittsicherheit. Die meisten Bergtouren erfordern normale Trittsicherheit ohne extreme Schwindelfreiheit.

Welche Naturschutzgebiete muss ich bei meinen Touren beachten?

Das 3.135 Hektar große Naturschutzgebiet Geigelstein und das 9.763 Hektar große Naturschutzgebiet Östliche Chiemgauer Alpen sind die bedeutendsten Schutzgebiete. Beide sind Teil des europäischen Natura 2000-Netzwerks und schützen alpine Ökosysteme mit über 720 Pflanzenarten. Das Achendelta im Chiemsee steht als Mitteleuropas größtes Binnendelta ebenfalls unter Schutz.

Wie lange dauert die Anreise von München zu den Startpunkten in den Chiemgauer Alpen?

Die Anreise von München zu den wichtigen Ausgangspunkten in den Chiemgauer Alpen dauert je nach Zielort zwischen 1 und 2 Stunden. Rosenheim, Prien, Traunstein und Bad Reichenhall sind über die Autobahn gut erreichbar und bieten optimale Startpunkte für Bergtouren in das Gebiet. Die gute Verkehrsanbindung macht die Region zu einem leicht zugänglichen Bergziel.

Welche Wildtiere könnte ich in den Chiemgauer Alpen antreffen und wie verhalte ich mich richtig?

In den Chiemgauer Alpen leben Gämsen, Murmeltiere, Rehe und Hirsche sowie Raufußhühner wie Birk-, Auer- und Schneehuhn. Greifvögel wie Steinadler und Wanderfalken kreisen über den Gipfeln, während Alpendohlen, Mauerläufer und Alpenbraunellen typische Bergvögel sind. Die verschiedenen Höhenstufen schaffen unterschiedliche Lebensräume für über 720 Pflanzenarten.

Sind Touren in den Chiemgauer Alpen auch im Herbst und Frühjahr möglich?

Bergwandern und Klettersteige sind von Mai bis Oktober möglich, während Klettern bereits ab Mai startet. Selbst in den höheren Lagen der Chiemgauer Alpen kommt es im Sommer fast nie zu Schneefällen. Frühjahr und Herbst bieten oft stabile Wetterbedingungen bei gemäßigten Temperaturen.

Bekannte Ziele in den Chiemgauer Alpen

Gipfel 1.771 m

Hochstaufen

Der Hochstaufen erhebt sich als 1.771 m hoher Felsberg zwischen Bad Reichenhall und Piding. Als östlichster Gipfel der Chiemgauer Alpen bietet er einen guten Rundblick zu den Berchtesgadener Alpen. Knapp unter dem Gipfel steht das Reichenhaller Haus, die höchstgelegene Hütte der Chiemgauer Alpen.

Dorf 546 m

Marquartstein

Marquartstein liegt auf 546 m im Achental, zehn Kilometer südlich des Chiemsees. Der staatlich anerkannte Luftkurort dient als zentraler Ausgangspunkt für die Chiemgauer Alpen. Die Hochplatte und der Hochgern bilden die direkten Hausberge des Ortes.

Kirche 1.110 m

Schnappenkirche

Die Schnappenkirche steht in 1.100 m Höhe auf dem Schnappenberg bei Marquartstein in den Chiemgauer Alpen. Die dem heiligen Wolfgang geweihte Barockkirche entstand von 1637 bis 1640 im Auftrag der Pröpste von Kloster Herrenchiemsee. Sie zählt zu den höchstgelegenen Wallfahrtskirchen Bayerns.

Gipfel 1.748 m

Hochgern

Der Hochgern erhebt sich auf 1.748 m über dem Chiemsee als eigenständiger Bergstock der Chiemgauer Alpen. Mit einer Schartenhöhe von 967 m zählt er zu den prominentesten Gipfeln der Region. Das Panorama reicht von den Berchtesgadener Alpen bis zu Großglockner und Großvenediger.

Gipfel 1.250 m

Schnappenberg

Der Schnappenberg erhebt sich auf 1.260 m zwischen Marquartstein und Staudach-Egerndach im Chiemgau. Der vollständig bewaldete Gipfel liegt nordwestlich des Hochgern und ist über den südöstlichen Sattel zugänglich. Unterhalb des Gipfels steht in 1.100 m Höhe die Schnappenkirche mit Aussicht auf Grassau und den Chiemsee.

Gipfel 1.674 m

Hochfelln

Der Hochfelln erhebt sich auf 1.674 m südlich von Bergen in den Chiemgauer Alpen. Eine Seilbahn führt von Bergen über die Bründlingalm zum Gipfel. Der Berg bietet mehrere Aufstiege von Ruhpolding und Bergen.

Klettern

Klobenstein

Klobenstein liegt auf 1.140 m im Ritten oberhalb von Bozen. Die Station der historischen Rittner Bahn dient als Ausgangspunkt für Wanderungen zum Rittner Horn. Per Seilbahn Oberbozen und Schmalspurbahn ist der Ort direkt aus Bozen erreichbar.

Dorf 692 m

Reit im Winkl

Reit im Winkl liegt auf 692 m im Kaiserwinkl zwischen Bayern und Tirol. Der Luftkurort gilt als schneesicherer Wintersportort und Ausgangspunkt für Touren ins Dürrnbachhorn. Die abgeschiedene Lage im Leukental führt zu häufigem Schneefall.

Dorf

Bernau am Chiemsee

Bernau am Chiemsee liegt am Südwestufer des größten bayerischen Sees. Der Luftkurort dient als Ausgangspunkt für Touren in die Chiemgauer Alpen mit der markanten Kampenwand. Die Gemeinde verfügt über Bahnanschluss und direkten Zugang zum Chiemsee.

Gipfel 1.848 m

Steinplattengipfel

Die Steinplatte ist ein 1.869 m hohes Bergmassiv in den Chiemgauer Alpen an der Grenze zwischen Salzburg und Tirol. Der markante Berg bricht nach Süden in steile Felswände ab, während die Nordseite sanft abfällt. Mit 873 m Prominenz zählt die Steinplatte zu den dominanten Gipfeln der Region.

Gipfel 1.598 m

Spitzstein

Der Spitzstein erhebt sich mit 1.598 m über der deutsch-österreichischen Grenze südwestlich des Chiemsees. Der beliebte Wandergipfel bietet einen weiten Rundblick vom Alpenvorland bis zu den Zentralalpen. Über seine Nordwand führt ein kurzer Klettersteig der Kategorie B.

Wasserfall 635 m

Rottauer Wasserfall

Der Rottauer Wasserfall liegt auf 635 m Höhe bei Rottau im Achental. Der Wasserfall ist als bayerisches Geotop ausgewiesen und liegt etwa drei Kilometer südlich des Chiemsees.

Gebiete in der Nähe der Chiemgauer Alpen

Berghütten in den Chiemgauer Alpen

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