Die Sarntaler Alpen in Südtirol bilden die größte zusammenhängende Gebirgsregion der Provinz ohne Naturpark-Status und erstrecken sich zwischen Etschtal und Eisacktal auf einer Fläche von 40.000 Hektar. Mit dem Hirzer (2.781 m) als höchstem Gipfel und zehn Zweitausendern prägt diese Gebirgsgruppe das alpine Herz Südtirols – Julius Pock und Ludwig Purtscheller erschlossen hier ab 1880 systematisch die Hauptgipfel und begründeten die alpinistische Tradition der Region.
Das Spektrum reicht von mittelschweren Bergwegen bis zu wenig schwierigen Skitouren, wobei die berühmte Sarntaler Hufeisentour alle Hauptkämme in sieben Tagen auf einsamen Höhenwegen verbindet. Die charakteristisch trockenen inneralpinen Verhältnisse mit monatlichen Niederschlägen unter 100 mm schaffen ideale Bedingungen für Bergwandern von Mai bis Oktober und Skitouren von Januar bis März.
Geologisch trennt die Periadriatische Naht entlang der Linie Meran-Freienfeld die Zentralalpen von den Südalpen und prägt das Landschaftsbild: Rötlich-braune Schiefergneise im Nordwesten um Hirzer und Hochwart, periadriatische Intrusiva am Ifinger und bunter Brixner Quarzphyllit im Osten. Die berühmten Erdpyramiden am Ritten und das Wallfahrtskirchlein zum Latzfonser Kreuz auf 2.311 m – einer der höchstgelegenen Wallfahrtsorte Europas – unterstreichen die geologische und kulturelle Vielfalt.