Gebiet

Sarntaler Alpen

🇮🇹

Die Sarntaler Alpen in Südtirol bilden die größte zusammenhängende Gebirgsregion der Provinz ohne Naturpark-Status und erstrecken sich zwischen Etschtal und Eisacktal auf einer Fläche von 40.000 Hektar. Mit dem Hirzer (2.781 m) als höchstem Gipfel und zehn Zweitausendern prägt diese Gebirgsgruppe das alpine Herz Südtirols – Julius Pock und Ludwig Purtscheller erschlossen hier ab 1880 systematisch die Hauptgipfel und begründeten die alpinistische Tradition der Region.

Das Spektrum reicht von mittelschweren Bergwegen bis zu wenig schwierigen Skitouren, wobei die berühmte Sarntaler Hufeisentour alle Hauptkämme in sieben Tagen auf einsamen Höhenwegen verbindet. Die charakteristisch trockenen inneralpinen Verhältnisse mit monatlichen Niederschlägen unter 100 mm schaffen ideale Bedingungen für Bergwandern von Mai bis Oktober und Skitouren von Januar bis März.

Geologisch trennt die Periadriatische Naht entlang der Linie Meran-Freienfeld die Zentralalpen von den Südalpen und prägt das Landschaftsbild: Rötlich-braune Schiefergneise im Nordwesten um Hirzer und Hochwart, periadriatische Intrusiva am Ifinger und bunter Brixner Quarzphyllit im Osten. Die berühmten Erdpyramiden am Ritten und das Wallfahrtskirchlein zum Latzfonser Kreuz auf 2.311 m – einer der höchstgelegenen Wallfahrtsorte Europas – unterstreichen die geologische und kulturelle Vielfalt.

Bekannte Ziele im Gebiet
Astenberg 2367m
Klobenstein
Latzfonser Kreuz
Reinswald 1492m
Kreuzjoch 2084m

Land

Italien

Orte im Gebiet

Bolzano
Merano
Bressanone
Eppan

Skitouren und Bergwandern in den Südtiroler Alpen

Bergwandern & Skitouren in den Sarntaler Alpen

Die Sarntaler Hufeisentour verbindet in sieben Tagen alle Hauptkämme auf gut markierten, aber einsamen Höhenwegen – eine der schönsten Mehrtagestouren Südtirols. Skitouren profitieren vom charakteristisch trockenen Klima mit stabilen Schneeverhältnissen von Januar bis März. Das Spektrum reicht von mittelschweren alpinen Bergwegen bis zu wenig schwierigen Skitouren, wobei die touristische Erschließung bewusst zurückhaltend erfolgte.

Anreise & Logistik Sarntaler Alpen

Bozen Bahnhof dient als Hauptzugang mit direkter Verbindung aus Deutschland. Von dort erreichen Busse das Sarntal und die weiteren Zugangstäler Etschtal, Eisacktal, Wipptal und Passeier. Sarentino im gleichnamigen Tal bildet einen zentralen Ausgangspunkt für Bergtouren. Das Penser Joch auf 2.215 m ist durch eine Straßenverbindung erschlossen und verbindet die beiden Hauptkämme der Gebirgsgruppe.

Saison in den Sarntaler Alpen

Bergwandern und Klettersteige sind von Mai bis Oktober möglich, wobei das trockene inneralpine Klima mit Niederschlägen unter 100 mm pro Monat besonders stabile Verhältnisse schafft. Skitouren finden optimale Bedingungen von Januar bis März bei Schneefallgrenzen meist oberhalb der Tallagen. Die Temperaturspanne reicht von 2-10°C in 1.500 m bis zu -7 bis -2°C in 3.000 m Höhe.

Gut zu wissen:

Julius Pock hinterließ nach seinen Erstbesteigungen ab 1880 charakteristische Schriftzüge an verschiedenen Gipfeln der Sarntaler Alpen – seine systematische Erschließung der Region war so bedeutend, dass der Pockkogel nach ihm benannt wurde. Die Jakobsspitze bestieg er gemeinsam mit Ludwig Purtscheller 1880, obwohl es vermutlich bereits frühere, undokumentierte Besteigungen gab.

Beste Reisezeit für die Sarntaler Alpen

Bergwandern
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Skitouren
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Bergtouren in den Sarntaler Alpen

Häufige Fragen zu den Sarntaler Alpen

Welche Kondition und Technik brauche ich für die Sarntaler Hufeisentour?

Die Sarntaler Hufeisentour erfordert mittlere Kondition und mittlere technische Fähigkeiten für 7 Wandertage. Die Route führt über gut markierte Höhenwege von Hütte zu Hütte durch einsame Bergregionen. Trittsicherheit und Erfahrung im alpinen Gelände sind für die mehrtägige Durchquerung notwendig.

Kann ich die Sarntaler Hufeisentour auch in kürzerer Zeit als 7 Tagen gehen?

Die Sarntaler Hufeisentour ist als 7-tägige Rundwanderung konzipiert und lässt sich durch Etappenteilung oder Auslassungen verkürzen. Die Tour führt über gut markierte Höhenwege von Hütte zu Hütte durch die gesamte Gebirgsgruppe. Eine Verkürzung ist durch strategische Abstiege ins Tal und Transfers möglich.

Wann ist die beste Saison für Bergwanderungen in den Sarntaler Alpen?

Die beste Saison für Bergwanderungen in den Sarntaler Alpen erstreckt sich von Mai bis Oktober. In diesen Monaten sind die Höhenwege schneefrei und die Hütten geöffnet. Die Region profitiert von einem trockenen inneralpinen Klima mit monatlichen Niederschlagssummen meist unter 100 mm.

Wie komme ich mit der Bahn nach Bozen, dem Ausgangspunkt für Touren in den Sarntaler Alpen?

Bozen Bahnhof ist direkt über die Deutsche Bahn erreichbar und dient als Ausgangspunkt für Touren in den Sarntaler Alpen. Die Stadt liegt im Etschtal und bietet idealen Zugang zu den verschiedenen Tälern der Gebirgsgruppe. Von hier aus erreicht man das namensgebende Sarntal sowie weitere wichtige Zugangstäler wie das Eisacktal und Wipptal.

Welche Hütten eignen sich als Stützpunkte für mehrtägige Bergwanderungen in den Sarntaler Alpen?

Als Stützpunkte eignen sich die Meraner Hütte auf 2.350 m, das Schutzhaus Latzfonser Kreuz und das Schutzhaus Rittner Horn auf 2.261 m. Diese Berghütten liegen strategisch günstig für mehrtägige Touren in den verschiedenen Bereichen der Sarntaler Alpen. Zusätzlich stehen Talunterkünfte wie der Gasthof Höllriegl zur Verfügung.

Wann ist die beste Zeit für Skitouren in den Sarntaler Alpen?

Die beste Zeit für Skitouren in den Sarntaler Alpen liegt zwischen Januar und März. In diesen Monaten herrschen optimale Schneeverhältnisse, da die Schneefallgrenze meist zwischen 1.600 und 2.300 m liegt. Das trockene inneralpine Klima sorgt für pulvrigen Schnee und stabile Verhältnisse.

Welche Höhenlagen und Temperaturverhältnisse erwarten mich in den Sarntaler Alpen?

Die Höhenlagen in den Sarntaler Alpen reichen von den Tallagen bis 2.781 m am Hirzer. Die Temperaturen variieren stark nach Höhe: In 1.500 m zwischen 2 und 10 Grad, in 2.000 m zwischen -3 und 9 Grad, in 3.000 m zwischen -7 und -2 Grad. Das inneralpine Klima ist charakteristisch trocken mit wenig Niederschlag.

Sind die Wege in den Sarntaler Alpen gut markiert und ausgeschildert?

Die Wege in den Sarntaler Alpen sind gut markiert, wie die Sarntaler Hufeisentour zeigt, die auf einsamen aber gut markierten Höhenwegen verläuft. Die Region ist touristisch wenig erschlossen, was bedeutet, dass die Markierungen zwar vorhanden, aber nicht so dicht wie in stark frequentierten Gebieten sind.

Bekannte Ziele in den Sarntaler Alpen

Gipfel 2.367 m

Astenberg

Der Astenberg erhebt sich auf 2.367 m in den Sarntaler Alpen südwestlich von Brixen. Der flache Grasberg mit großem Gipfelplateau bietet weite Ausblicke zu den Nordalpen. Vom Penser Joch führt ein markierter Wanderweg in einer Stunde zum Gipfel.

Dorf

Klobenstein

Klobenstein liegt auf 1.156 m am Rittner Hochplateau und ist Hauptort der Gemeinde Ritten. Der Ort dient als Ausgangspunkt für Wanderungen zum Rittner Horn und in die Sarntaler Alpen. Die historische Rittner Bahn verbindet Klobenstein mit Oberbozen.

Kirche

Latzfonser Kreuz

Das Latzfonser Kreuz liegt auf 2.300 m in den Sarntaler Alpen unterhalb der Kassianspitze. Die Wallfahrtskirche zählt zu den höchstgelegenen Pilgerstätten Europas. Jährlich wird im Juni der Schwarze Herrgott in einer Prozession von Latzfons zur Bergkirche getragen.

Dorf 1.492 m

Reinswald

Reinswald liegt auf 1.492 m im Durnholzer Tal der Sarntaler Alpen. Das Bergdorf mit 600 Einwohnern wurde 1177 erstmals urkundlich erwähnt. Das kleine Skigebiet mit 14 km Pisten reicht bis 2.460 m Höhe.

Dorf 1.460 m

Pens

Pens liegt auf 1.460 m im Talschluss des Sarntals in Südtirol. Das kleine Bergdorf dient als zentraler Ausgangspunkt für Skitouren auf die über 2.000 m hohen Gipfel der Sarntaler Alpen. Die Zufahrt erfolgt über die SS 508 von Bozen über Sarnthein.

Sattel 2.128 m

Missensteiner Joch

Das Missensteiner Joch liegt auf 2.128 m zwischen Sarntal und Meran. Der Pass verbindet die Sarntaler Alpen mit dem Skigebiet Meran 2000. Vom Joch reicht der Blick über die Brenta-Dolomiten bis zur Ortlergruppe.

Gipfel 2.084 m

Kreuzjoch

Das Kreuzjoch erhebt sich auf 2.084 m in den Sarntaler Alpen über sanfte Wiesenkuppen zum breiten Gipfelplateau. Der Aussichtsgipfel bietet ein 360-Grad-Panorama von den Dolomiten bis zur Ortlergruppe. Ein Dreifachkreuz markiert den Gipfel.

Sattel

Hörtlahner Scharte

Die Hörtlahner Scharte liegt auf 2.603 m Höhe in den Sarntaler Alpen und verbindet das Tal von Asten mit dem Bereich der Flaggerschartenhütte. Der Pass gilt als anspruchsvoller Übergang mit ausgesetzten Stellen und erfordert Trittsicherheit und Schwindelfreiheit.

Sattel 2.211 m

Penser Joch

Das Penser Joch verbindet auf 2.211 m das Sarntal mit dem Wipptal bei Sterzing. Der Pass markiert den Übergang zwischen West- und Ostkamm der Sarntaler Alpen. Die heutige Straße entstand zwischen 1935 und 1940 aus militärstrategischen Gründen.

See 2.208 m

Totensee

Der Totensee liegt auf 2.208 m in einer Bergmulde der Villanderer Alm. Der idyllische Bergsee bietet einen eindrucksvollen Panoramablick auf die Dolomiten mit Langkofel, Plattkofel und Rosengarten. Der Name stammt vom südtiroler Dialektwort "tot" für "ertraglos" und bezieht sich auf die karge Umgebung.

Gipfel 2.260 m

Rittner Horn

Das Rittner Horn erhebt sich auf 2.260 m über dem Bozner Talkessel in den Sarntaler Alpen. Der weithin sichtbare Gipfel gilt als einer der aussichtsreichsten Punkte Südtirols mit 360-Grad-Panorama. Vom Schutzhaus auf der plateauartigen Gipfelfläche reicht der Blick von den Dolomiten bis zu den vergletscherten Dreitausendern der Zillertaler Alpen.

Gipfel 2.221 m

Totenrücken

Der Totenrücken erhebt sich auf 2.221 m als Grenzkamm zwischen den Sarner Almen und der Villanderer Alm in den Sarntaler Alpen. Der Berg bildet einen markanten Punkt auf dem Panoramaweg mit ständigem Blick auf die Dolomiten. Er liegt in geschützten Hochmooren und bietet Zugang zu weitläufigen Almwanderwegen.

Gebiete in der Nähe der Sarntaler Alpen

Berghütten in den Sarntaler Alpen

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