Gebiet

Ortlergebiet

🇨🇭 🇮🇹

Das Ortlergebiet in den italienischen Ostalpen erhebt sich mit dem 3.905 m hohen Ortler zum höchsten Gipfel Südtirols und macht die Gruppe zur zweithöchsten der Ostalpen nach der Berninagruppe. Mit über 100 Gletschern, 25 Gipfeln über 3.500 m und mehr als 100 Dreitausendern bildet diese stark vergletscherte Hochgebirgsregion zwischen Vinschgau und Trentino das Zentrum für anspruchsvolle Skitouren und Hochtouren in Südtirol.

Das Spektrum reicht von mittelschweren Bergwegen mit Hüttenübernachtung bis zu schwierigen Hochtouren der Schwierigkeitsgrade WS und ZS. Skitouren führen direkt auf vergletscherte Dreitausender wie Monte Cevedale und Palon de la Mare, während im Sommer Klettersteige und alpine Routen durch die markanten Kalkwände ziehen. Die Julius Payer Hütte auf 3.029 m dient als Stützpunkt für den Ortler-Normalweg – eine der klassischen Hochtouren der Ostalpen.

Die Viozhütte auf 3.535 m ist eine der höchstgelegenen Hütten der Ostalpen und verdeutlicht den hochalpinen Charakter der Region. Das Dolomit- und Kalkgestein der Hauptgipfel ruht auf Veltliner Basiskristallin, wobei der berühmte Laaser Marmor in mehreren Brüchen abgebaut wird. Der Nationalpark Stilfser Joch schützt nahezu das gesamte italienische Ortlergebiet.

Bekannte Ziele im Gebiet
Monte Cevedale 3769m
Sulden 1906m
Ortler 3905m
Suldenspitze 3376m
Suldenferner

Land

Schweiz
Italien

Orte im Gebiet

Merano
Lana
Cles
Silandro

Skitouren und Hochtouren in Tirols höchster Gruppe

Skitouren & Hochtouren im Ortlergebiet

Monte Cevedale, Palon de la Mare und der Ortler selbst gehören zu den klassischen Skitourenzielen der Ostalpen. Die mittelschweren Skitouren erfordern neben dem skifahrerischen Können solide Gletschererfahrung. Hochtouren bewegen sich im Bereich wenig schwieriger bis ziemlich schwieriger Grade, wobei die Ortler-Normalroute über die Julius Payer Hütte zu den anspruchsvolleren Klassikertouren zählt - der Hintergrat auf den Ortler sowieso. Die Viozhütte auf 3.535 m bietet Zugang zu den höchstgelegenen Gletscherrouten.

Anreise & Logistik Ortlergebiet

Sulden und das Martelltal sind die wichtigsten Ausgangsorte für Hochtouren und Skitouren. Sulden am Ortler dient mit mehreren Hotels als Basislager für die Nordseite, während das Martelltal über die Zufallhütte Zugang zur Cevedale-Gruppe bietet. Die Stilfser-Joch-Straße, bereits 1825 fertiggestellt, erschließt das Gebiet von Prad am Stilfserjoch. Santa Caterina Valfurva und Bormio bilden die italienischen Stützpunkte.

Saison im Ortlergebiet

Skitouren sind von Januar bis März bei stabilem Schnee optimal, wobei das Gletscherskigebiet am Stilfser Joch bis in den Sommer Firnskifahren ermöglicht. Hochtouren haben von Juni bis September ihre Hauptsaison. Bergwandern und Klettersteige sind von Mai bis Oktober möglich, während Schneeschuhtouren von November bis März die Wintermonate abdecken.

Gut zu wissen:

Julius Payer führte von 1865 bis 1868 kartographische Aufnahmen des Ortlergebietes durch und bestieg dabei mit Johann Pinggera 50 Gipfel – darunter zahlreiche Erstbesteigungen wie den Monte Cevedale. Die ihm zu Ehren 1875 errichtete Payerhütte auf 3.029 m wurde zum Stützpunkt für eine der schwierigsten Normalrouten der Ostalpen, den Ortler-Anstieg über die Nordwestflanke.

Beste Reisezeit für das Ortlergebiet

Hochtouren
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Bergwandern
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Skitouren
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Schneeschuhtouren
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Ski- und Hochtouren im Ortlergebiet

Häufige Fragen zum Ortlergebiet

Welche alpine Erfahrung brauche ich für Hochtouren in der Ortlergruppe?

Hochtouren in der Ortlergruppe erfordern solide Gletschererfahrung und sehr gute Kondition für Anstiege bis 1.200 Höhenmeter. Sicherer Umgang mit Steigeisen, Seil und Spaltenbergung ist unerlässlich, da die Gruppe stark vergletschert ist mit rund 100 Gletschern. Die technischen Anforderungen bewegen sich im mittleren Bereich, und verlangen Erfahrung im hochalpinen Gelände, zumal der Kalk des Ortlermassivs etwas gewöhnungsbedürftig ist.

Wann ist die beste Saison für Hochtouren auf den Ortler und Cevedale?

Die beste Saison für Hochtouren auf Ortler und Cevedale ist von Juni bis September. In dieser Zeit sind die Verhältnisse am stabilsten und die Hütten geöffnet, wobei Juli und August die optimalen Monate darstellen. Der Ortler auf 3.905 m und der Cevedale auf 3.769 m erfordern sichere Gletscherverhältnisse.

Wie komme ich nach Sulden am Ortler?

Sulden am Ortler erreicht man über das Vinschgau und die Auffahrt von Prad am Stilfserjoch. Der Ort liegt auf 1.900 m Höhe am Ende des Suldentals und ist der wichtigste Ausgangspunkt für Hochtouren im Ortlergebiet. Von Sulden führen Bergbahnen und Wanderwege zu den Ausgangspunkten der klassischen Ortler-Routen.

Welche Hütten eignen sich als Stützpunkt für mehrtägige Hochtouren im Ortlergebiet?

Die Julius Payer Hütte auf 3.029 m und die Zufallhütte auf 2.265 m sind die wichtigsten Stützpunkte für mehrtägige Hochtouren im Ortlergebiet. Die Payer Hütte liegt direkt am Ortler-Normalweg, während die Zufallhütte idealen Zugang zum Cevedale und den Zufallspitzen bietet. Weitere hochgelegene Stützpunkte sind die Düsseldorfer Hütte auf 2.721 m hoch über Sulden.

Wann ist die beste Zeit für Skitouren in der Ortlergruppe?

Die beste Zeit für Skitouren in der Ortlergruppe ist von Februar bis April, insbesondere die südliche Ortlergruppe bietet mit denn Gipfeln rund um den Fornogletscher ein ideales Revier für Skihochtouren. Der Ortler ist über die sehr anspruchsvolle Trafoier Eisrinne mit Ski am besten im Mai zu besteigen.

Muss ich Gletschererfahrung für Hochtouren im Ortlergebiet mitbringen?

Ja, Gletschererfahrung ist für Hochtouren im Ortlergebiet unbedingt erforderlich. Die Ortler-Alpen sind eine stark vergletscherte Gruppe mit rund 100 Gletschern, darunter der Forni-Gletscher als größter Gletscher der Ostalpen. Sicherer Umgang mit Seil, Steigeisen und Spaltenbergung gehört zur Grundausstattung.

Gibt es geführte Touren für Einsteiger in Hochtouren im Ortlergebiet?

Ja, die Hochtourenwoche Ortlergruppe bietet einen idealen Einstieg für Hochtouren-Neulinge. Das 7-tägige Programm umfasst einfache Hochtouren rund um Sulden inklusive Leihausrüstung und führt schrittweise zu Cevedale und Ortler. Die 2-tägige Besteigung des Ortler ist aufgrund der hohen Anforderungen eher für erfahrene Bergsteiger geeignet.

Bekannte Ziele im Ortlergebiet

Gipfel 3.769 m

Monte Cevedale

Der Monte Cevedale erhebt sich auf 3.769 m im Ortlergebiet an der Grenze zwischen Lombardei und Trentino-Alto Adige. Als dritthöchster Gipfel der Ortler-Alpen bildet er einen wichtigen orographischen Knotenpunkt zwischen vier Tälern. Der Normalweg führt vom Rifugio Casati über den Gletscher zum Gipfel.

Dorf 1.906 m

Sulden

Sulden liegt auf 1.906 m im inneren Suldental und gilt als wichtigstes Basecamp für den Ortler. Das Bergdorf mit 400 Einwohnern bietet direkten Zugang zu den höchsten Gipfeln der Ortlergruppe. Vier Seilbahnen erschließen das Skigebiet zwischen 1.900 und 3.250 m.

Gipfel 3.905 m

Ortler

Der Ortler erhebt sich mit 3.905 m als höchste Erhebung Südtirols und der Ortler-Alpen. Der größtenteils aus Hauptdolomit aufgebaute, stark vergletscherte Berg gilt als bedeutendstes Gipfelziel der Ostalpen. Seine Erstbesteigung 1804 zählt zu den wichtigsten alpinistischen Ereignissen jener Zeit.

Gipfel 3.376 m

Suldenspitze

Die Suldenspitze erhebt sich mit 3.376 m im Hauptkamm der Ortler-Alpen an der Grenze zwischen Südtirol und der Lombardei. Der vergletscherte Gipfel liegt strategisch zwischen Suldental, Val Cedec und Martelltal. Als beliebtes Skitourenziel und Übergangsstation zwischen den Schutzhütten gilt er als technisch wenig anspruchsvoll.

Gletscher

Suldenferner

Der Suldenferner erstreckt sich mit 5,7 km² an den Ostflanken von Ortler, Monte Zebrù und Königspitze. Der stark schuttbedeckte Gletscher reicht bis unter 2.500 m hinab und liegt im Nationalpark Stilfserjoch.

Gletscher

Rosimferner

Der Rosimferner liegt zwischen Italien und der Schweiz im Ortlergebiet. Der Gletscher bildet den Zugang zum Rosimjoch und zur Vertainspitze. Über seine Firnfelder führt eine klassische Skitourenroute mit 1.700 Höhenmetern Abstieg.

Gipfel 3.678 m

Punta San Matteo

Die Punta San Matteo erhebt sich auf 3.678 m im Ortlergebiet an der Grenze zwischen Lombardei und Trentino-Südtirol. Der vergletscherte Gipfel gehört zur Cevedale-Pizzo Tresero Kette und gilt als einer der schönsten Skiberge der Region. Vom Gipfel entspringt ein Teil des Fornigletschers.

Gipfel 3.594 m

Pizzo Tresero

Der Pizzo Tresero erhebt sich auf 3.594 m im Ortlergebiet der Lombardei. Der Gipfel bildet den südöstlichen Abschluss der Kette der 13 Gipfel, die den Fornigletscher umrahmt. Die Nordwand gilt als eine der anspruchsvollsten der Region.

Gipfel 2.968 m

Piz Daint

Der Piz Daint (2.968 m) erhebt sich in der Umbrailgruppe westlich des Münstertals in Graubünden. Der Berg bildet die Wasserscheide zwischen dem nach Norden zum Inn entwässernden Val Mora und dem südwärts zur Etsch fließenden Val Müstair. Seine markante Gipfelpyramide macht ihn zu einem beliebten Skitourenziel.

Gipfel 3.276 m

Cima San Giacomo

Die Cima San Giacomo erhebt sich auf 3.276 m im Ortlergebiet an der italienisch-schweizerischen Grenze. Der Gipfel liegt in der Fornigruppe zwischen Punta San Matteo und Brancahütte. Die Nordrinnen bieten pulvrige Abfahrten für erfahrene Skitourengeher.

Gipfel 2.951 m

Piz Dora

Der Piz Dora erhebt sich auf 2.951 m zwischen Val Müstair und Val Mora im Kanton Graubünden. Der Berg gehört zur Umbrailgruppe und wird den Ortler-Alpen zugerechnet. Der Name wandelte sich von Piz d'Ora (Äußerer Gipfel) zum heutigen Piz Dora.

Gletscher

Schranferner

Der Schranferner liegt an den Veneziaspitzen in der Ortlergruppe im Martelltal. Der Gletscher dient als Aufstiegsroute zur Östlichen Veneziaspitze und führt durch teilweise spaltiges Gletschergelände. Unterhalb der Gletscherzunge befinden sich malerische Bergseen.

Gebiete in der Nähe des Ortlergebiets

Berghütten im Ortlergebiet

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