Die Adula-Alpen in der Schweiz und Norditalien bilden die westlichste Untersektion der Lepontinischen Alpen, wo sich mit dem Rheinwaldhorn (3.402 m) und Güferhorn (3.379 m) über zehn Dreitausender erheben. Das Gebirge liegt im Kreuz der großen Alpenübergänge Splügen, San Bernardino und Lukmanier – eine strategische Position, die seit der Römerzeit Kulturen verbindet. Pater Placidus a Spescha aus dem Kloster Disentis gelang 1789 die Erstbesteigung des Rheinwaldhorns, eine der ersten dokumentierten Besteigungen eines Dreitausenders in den Alpen.
Die Adula-Alpen sind ein Geheimtipp für Skitouren mit unberührten Hängen und verlässlichem Pulverschnee von Januar bis März. Das Safiental gilt als eines der ursprünglichsten Skitourenreviere der Schweizer Alpen, fernab der großen Skigebiete. Im Sommer erschließen Bergwandern und Hochtouren das Gebiet zwischen der Rheinquelle am Tomasee und den vergletscherten Gipfeln des Hauptkamms.
Die geologische Vielfalt zeigt sich in der Wasserscheide zwischen Rhein, Ticino und Po – elf größere Täler gliedern das Massiv. Sechs SAC-Hütten erschließen die hochalpinen Bereiche, während Disentis als Klosterort und Splügen als historischer Passort kulturelle Akzente setzen. Die geplante Errichtung des Nationalparks Adula scheiterte allerdings am Widerspruch an der Bevölkerung, was der ursprüngliche Ruhe der Region bisher aber dennoch nichts anhaben konnte.