Gebiet

Plattagruppe / Oberhalbsteiner Alpen

🇨🇭

Die Plattagruppe in den Graubündner Alpen bildet mit dem 3.392 m hohen Piz Platta das höchste Massiv der Oberhalbsteiner Alpen und erstreckt sich über die Schweiz und Italien. Das abgeschiedene Averstal mit dem Dorf Juf auf 2.126 m – Europas höchstgelegener, ganzjährig bewohnter Gemeinde – macht diese Region zu einem außergewöhnlichen Winterziel für stille Bergtouren. Arnold Baltzer und S. Hartmann gelang 1866 die Erstbesteigung des Piz Platta und begründeten damit die alpinistische Tradition dieser entlegenen Gebirgsgruppe.

Das Spektrum reicht von gemütlichen Winterwanderungen durch das hochgelegene Averstal bis zu extremen Eisklettertouren an den gefrorenen Wasserfällen von Camsut. Die Region bietet Wintererlebnisse fernab der Massen – die Abgeschiedenheit des Tals schuf seit dem 14. Jahrhundert einen Rückzugsort, der Kriegszügen trotzte und heute Eiskletterer wie Winterwanderer gleichermaßen anzieht.

Die Walser prägten seit dem 13. Jahrhundert das kulturelle Gesicht der Region – bis heute sprechen die Averser Deutsch statt Rätoromanisch und bewahren eine einzigartige Bergkultur. Der Zugang erfolgt über Thusis, von wo das Postbus-Netz bis ins entlegene Hochtal führt.

Bekannte Ziele im Gebiet
Thron - Il mostro di Avers
Campi
Piz Piot 3052m
Piz Turba 3018m
Mot Scalotta 2444m

Land

Schweiz

Orte im Gebiet

Chiavenna
Thusis
Piuro
San Vittore

Eisklettern und Winterwandern in den Oberhalbsteiner Alpen

Wintertouren in der Plattagruppe

Das Averstal bietet ideale Bedingungen für Winterwandern und Eisklettern von Dezember bis März. Gemütliche Winterwanderungen führen durch das schneereiche Hochtal rund um Juf auf über 2.100 m Höhe. Für Eiskletterer warten in Camsut unzählige gefrorene Wasserfälle mit Routen bis zum extremen Schwierigkeitsgrad – hier entstehen bei den tiefen Wintertemperaturen optimale Eisbedingungen.

Anreise & Logistik Plattagruppe

Der Bahnhof Thusis dient als Hauptzugang zur Region. Von dort führen Postbus-Verbindungen ins 29 km entfernte Averstal über eine spektakuläre Bergstraße durch die berühmte Viamala. Avers-Juf und Avers-Cröt sind die zentralen Ausgangsorte für Wintertouren. Die abgeschiedene Lage erfordert gute Planung – wetterbedingte Straßensperrungen können auftreten.

Saison in der Plattagruppe

Die Wintersaison dauert von Dezember bis März mit zuverlässiger Schneelage durch die Höhenlage ab 2.000 m. Januar bis Februar bieten die besten Eiskletterkonditionen mit stabilen Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Winterwandern ist bei der geschützten Tallage auch bei wechselhaftem Wetter gut möglich. Die extreme Abgeschiedenheit verstärkt das authentische Wintererlebnis.

Gut zu wissen:

Das Averstal blieb seit dem 14. Jahrhundert aufgrund seiner Abgeschiedenheit vor Kriegszügen und Verwüstungen verschont – dadurch ist die kulturhistorisch wertvolle Bausubstanz aus dem 16. Jahrhundert weitgehend erhalten geblieben.

Beste Reisezeit für die Plattagruppe

Eisklettern
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Winterwandern
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Wintertouren in der Plattagruppe

Häufige Fragen zur Plattagruppe

Wie komme ich mit der Bahn nach Thusis und von dort ins Averstal?

Die Anreise erfolgt per Bahn bis zum Bahnhof Thusis, von dort führt die Straße ins Averstal. Thusis ist der zentrale Bahnknotenpunkt für das Gebiet der Plattagruppe und Ausgangspunkt für die Weiterfahrt zu den Startorten Avers-Juf und Avers-Cröt.

Welche Übernachtungsmöglichkeiten gibt es im Averstal für Eisklettern und Winterwandern?

Im Averstal stehen das Hotel Capetta als Basislager für Eiskletterer und die Gasthaus Walserstuba zur Verfügung. Zusätzlich bietet die Pension Edelweiss in Juf auf 2.126 Metern Übernachtung im höchstgelegenen ganzjährig bewohnten Dorf Europas. Diese abgeschiedenen Unterkünfte sind ideale Ausgangspunkte für stille Wintertouren im Hochtal.

Welche alpine Erfahrung brauche ich für Eisklettern in der Plattagruppe?

Eisklettern in der Plattagruppe erfordert sehr hohe technische Fertigkeiten und sehr gute Kondition. Die dreitägigen Touren an den Wasserfällen verlangen sichere Beherrschung der Eisklettertechnik und Erfahrung im winterlichen Hochgebirge.

Wann ist die beste Saison für Eisklettern und Winterwandern im Averstal?

Die beste Saison für Eisklettern im Averstal erstreckt sich von Dezember bis März, für Winterwandern von November bis März. Die Wintermonate bieten optimale Bedingungen für gefrorene Wasserfälle und verschneite Wanderwege in der hochalpinen Landschaft.

Wie wirkt sich die Höhenlage von Juf auf Infrastruktur und Verpflegung aus?

Juf liegt auf 2.126 Metern als höchstgelegene ganzjährig bewohnte Gemeinde Europas. Die extreme Höhenlage bedeutet begrenzte Infrastruktur mit der Pension Edelweiss als Hauptanlaufstelle für Verpflegung und Übernachtung. Die Abgeschiedenheit des Walserdorfs prägt das authentische Bergerlebnis.

Welche Kondition brauche ich für mehrtägiges Winterwandern rund um Juf?

Mehrtägiges Winterwandern rund um Juf erfordert gute Kondition entsprechend der viertägigen Tourenlänge. Die Höhenlage von 2.126 Metern und die winterlichen Bedingungen im höchstgelegenen Dorf Europas stellen zusätzliche Anforderungen an die körperliche Fitness.

Welche Wasserfälle zum Eisklettern gibt es im Averstal?

Das Averstal bietet unzählige Wasserfälle zum Eisklettern, die von Dezember bis März optimale Bedingungen bieten. Die Eiskletter-Saison konzentriert sich auf die Wintermonate, wenn die Wasserfälle zu stabilen Eisformationen gefrieren. Das Hotel Capetta dient als Basislager für Eiskletterer in dieser abgelegenen Hochgebirgsregion.

Bekannte Ziele in der Plattagruppe

Wasserfall

Thron - Il mostro di Avers

Der Thron ist ein 280 Meter hoher Eisfall im Averstal und gilt als einer der schönsten regelmäßig begehbaren Eisfälle der Schweiz. Der auch als "Il Mostro di Avers" bekannte Wasserfall bietet 300 Meter Steileis bis zum 5. Eisschwierigkeitsgrad. Die Route ist trotz ihrer Schwierigkeit als außerordentlich sicher eingestuft.

Burg/Schloss

Campi

Die Ruine Campell liegt auf 772 m über der Albula bei Sils im Domleschg. Die Höhenburg entwickelte sich vom mittelalterlichen Wehrturm des 13. Jahrhunderts zur Schlossanlage von 1635. Nach jahrhundertelangem Verfall steht die baugeschichtlich wertvolle Anlage seit 2001 wieder öffentlich zur Besichtigung.

Gipfel 3.052 m

Piz Piot

Der Piz Piot erhebt sich südlich von Juf auf 3.052 m in den Oberhalbsteiner Alpen. Der Berg besitzt einen Doppelgipfel mit dem höheren Ostgipfel und dem 500 m entfernten Westgipfel. Auf der Nordflanke liegt der Piotgletscher.

Gipfel 3.018 m

Piz Turba

Der Piz Turba erhebt sich auf 3.018 m südlich von Juf in den Oberhalbsteiner Alpen. Der Berg zählt zu den beliebten und gut erreichbaren Skitourgipfeln der Region. Vom Gipfel treffen die Gemeindegrenzen von Avers, Surses und Bregaglia aufeinander.

Gipfel 2.444 m

Mot Scalotta

Der Mot Scalotta erhebt sich auf 2.444 m in der Plattagruppe der Oberhalbsteiner Alpen. Der Gipfel liegt im Bündnerland südlich des Splügenpasses.

Gipfel 2.991 m

Piz Scalotta

Der Piz Scalotta erhebt sich auf 2.991 m nordwestlich von Bivio in den Oberhalbsteiner Alpen. Der Berg gehört zur Piz Platta-Gruppe und gilt als beliebter Skitourenberg. Vom Gipfel reicht der Blick bis zur 126 km entfernten Äbeni Flue im Berner Oberland.

Dorf 1.769 m

Bivio

Bivio liegt auf 1.769 m am Schnittpunkt der historischen Alpenpässe Julier und Septimer. Der Ort gilt als sprachlich vielfältigste Gemeinde der Schweiz mit Deutsch, Italienisch und Rätoromanisch. Bivio dient als Ausgangspunkt für Skitouren in die Albula-Alpen.

Kirche

Santuario della Madonna di Gallivaggio

Das Santuario della Madonna di Gallivaggio liegt in der Fraktion Gallivaggio von San Giacomo Filippo in der Provinz Sondrio. Die katholische Wallfahrtskirche geht auf eine Marienerscheinung von 1492 zurück. Der heutige Bau entstand zwischen 1598 und 1603.

Aussichtspunkt

Foto-Spot Viamala-Schlucht

Die Viamala-Schlucht am Hinterrhein zwischen Thusis und Zillis gilt als eines der schwierigsten Hindernisse der historischen Splügen-Route. Der Name bedeutet "schlechter Weg" und verweist auf die jahrhundertelange Herausforderung dieser acht Kilometer langen Passage. Heute erschließt eine Treppe mit 321 Stufen die engste Stelle der Schlucht.

Sattel 2.115 m

Splügenpass

Der Splügenpass verbindet auf 2.115 m das schweizerische Rheinwald mit Chiavenna und dem Comer See. Der bereits den Römern bekannte Übergang trennt Tambogruppe und Plattagruppe an der Grenze zwischen West- und Ostalpen. Über den Pass verläuft die europäische Wasserscheide zwischen Rhein und Po.

Gipfel 3.163 m

Pizzo Stella

Der Pizzo Stella erhebt sich auf 3.163 m im Grenzgebiet zwischen der Schweiz und Italien in den Oberhalbsteiner Alpen. Der Berg liegt am Wasserscheidekamm zwischen Val Spluga und Val di Lei. Leonardo da Vinci zeichnete den markanten Gipfel in seinen Alpenpanoramen von Mailand aus.

Gipfel 2.948 m

Pizzo Groppera

Der Pizzo Groppera erhebt sich auf 2.948 m in den Oberhalbsteiner Alpen an der italienisch-schweizerischen Grenze. Der Gipfel liegt am Alpenhauptkamm zwischen der Valle Spluga und der Val di Lei. Eine Seilbahn aus Madesimo erschließt den Berg bis nahe zur Spitze.

Gebiete in der Nähe der Plattagruppe

Unterkünfte in der Plattagruppe

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