Gebiet

Berchtesgadener Alpen

🇦🇹 🇩🇪

Die Berchtesgadener Alpen zwischen Bayern und Salzburg bilden eine der markantesten Kalkgebirgsgruppen der Ostalpen, dominiert vom Watzmann mit seiner 1.800 m hohen Watzmann-Ostwand – der höchsten Wand der Ostalpen. Höchster Berg der Berchtesgadener Alpen ist mit 2.941 m der Hochkönig auf der Salzburger Seite.

Dieses gewaltige Dolomit- und Dachsteinkalkgebirge erstreckt sich zwischen 470 m und 2.941 m und lockt seit dem 19. Jahrhundert Alpinisten aus aller Welt. Pioniere wie Hermann von Barth und der legendäre Kederbacher Johann Grill prägten hier die alpine Geschichte mit Erstbesteigungen, die als Meilensteine des Bergsteigens gelten.

Das Spektrum reicht von leichten Bergwegen bis zu anspruchsvollem Bergsteigen wie der berühmten Watzmann-Überschreitung. Moderaten Klettersteig (A-C) finden sich an Grünstein und Jenner, bis zu D-Passagen wie dem Königsjodler am Hochkönig. Felsklettern führt durch klassische alpine Touren wie die Watzmann-Ostwand oder die Blaueis-Umrahmung, aber auch durch sehr anspruchsvolle Klettereien bis zum X. Grad am Untersberg oder Hohen Göll. Skitouren erschließen von Januar bis März die verschneiten Gipfel. Das 100 km² große Steinerne Meer als ausgedehntester Gebirgsstock und der fjordartige Königssee zwischen Watzmann und Hagengebirge prägen die einzigartige Landschaft.

Die tiefgreifende Verkarstung schuf mit der Riesending-Schachthöhle die größte Höhle Deutschlands und das 44,5 km lange Kolkbläser-Monsterhöhle-System. Der Nationalpark Berchtesgaden schützt seit 1978 diesen alpinen Kernbereich, während 34 Berghütten von der Blaueishütte bis zum hochgelegenen Ingolstädter Haus als Stützpunkte dienen.

Bekannte Ziele im Gebiet
Königssee 603m
Schneibstein 2275m
Watzmann-Mittelspitze 2713m
Berchtesgaden 572m
Funtensee 1601m

Land

Österreich
Deutschland

Orte im Gebiet

Schönau am Königssee
Ramsau bei Berchtesgaden
Berchtesgaden
Königssee

Klettern an der höchsten Wand der Ostalpen

Klettern & Bergwandern in den Berchtesgadener Alpen

Die Watzmann-Ostwand mit 1.800 m ist die höchste Wand der Ostalpen – und zieht seit Generationen Kletteralpinisten an. Klettersteige von mäßiger Schwierigkeit bis zum extremen Niveau (D/E/F) erschließen die Dolomit- und Kalkwände. Felsklettern führt über leichteste Kletterei bis zu schwieriger Kletterei am qualitätsvollen Dachsteinkalk.

Anreise & Logistik Berchtesgadener Alpen

Der Bahnhof Berchtesgaden ist mit der Deutschen Bahn direkt erreichbar. Schönau am Königssee und Ramsau bei Berchtesgaden dienen als zentrale Ausgangsorte für alpine Unternehmungen. Wichtige Verkehrserschließung erfolgt über Pass Hallthurm, Hangendensteinpass und Schwarzbachwacht. Seilbahnen wie die Predigtstuhlbahn, Jennerbahn und Untersbergbahn erleichtern den Zugang zu hochalpinem Gelände.

Saison in den Berchtesgadener Alpen

Klettersteige sind von Mai bis Oktober begehbar. Winteraktivitäten wie Skitouren, Schneeschuhwandern und Eisklettern finden von Dezember bis März statt. Das kontinentale Klima bringt schneereiche Winter und warme Sommer mit stabilen Wetterperioden.

Gut zu wissen:

Johann Grill, genannt der Kederbacher, war ein einfacher Bergbauer aus Ramsau – dass ausgerechnet er 1881 die Watzmann-Ostwand erstmals durchstieg, gilt bis heute als eine der kühnsten Leistungen der frühen Alpingeschichte. Die Route war so schwierig, dass sie jahrzehntelang nicht wiederholt werden konnte. Grill hatte keine formale Bergsteigerausbildung, sondern erlernte das Klettern beim Gamsjagen in den heimischen Wänden.

Beste Reisezeit für die Berchtesgadener Alpen

Klettern
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Bergwandern
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Skitouren
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Klettersteige
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Winterwandern
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Bergtouren in den Berchtesgadener Alpen

Häufige Fragen zu den Berchtesgadener Alpen

Welche Kondition und Erfahrung brauche ich für Bergwanderungen in den Berchtesgadener Alpen?

Die Bergwanderungen in den Berchtesgadener Alpen erfordern je nach Route mittlere bis sehr hohe Kondition und entsprechende technische Erfahrung. Die Touren bewegen sich zwischen einfachen Wanderungen und anspruchsvollen Bergtouren mit alpinen Passagen. Das Spektrum reicht von Einsteiger-geeigneten Routen bis zu Touren, die solide Bergerfahrung und Trittsicherheit voraussetzen.

Welche Hütten eignen sich als Stützpunkte für mehrtägige Hüttentouren rund um den Königssee?

Als Stützpunkte für mehrtägige Hüttentouren rund um den Königssee dienen mehrere strategisch gelegene Berghütten. Die Blaueishütte am Hochkalter-Massiv und das Carl-von-Stahl-Haus sowie das Schneibsteinhaus hoch über Berchtesgaden sind dabei zentrale Ausgangspunkte. Das Kärlingerhaus bietet zusätzlich Zugang zu den höheren Regionen des Steinernen Meeres. Das Watzmannhaus erleichtert die Besteigung des Watzmann

Wie schwindelfrei muss ich für Klettersteige in den Berchtesgadener Alpen sein?

Die Klettersteige in den Berchtesgadener Alpen reichen von einfachen Einsteiger-Routen bis zu extrem schwierigen Varianten wie dem Königsjodler am Hochkönig. Während der Grünstein-Klettersteig und der Mannlgrat moderate Schwindelfreiheit erfordern, verlangen Routen wie der Hochthronsteig am Untersberg absolute Schwindelfreiheit bei 400 Meter hohen Wanddurchstiegen. Die Bandbreite ermöglicht sowohl Klettersteig-Einsteigern als auch erfahrenen Alpinisten passende Herausforderungen.

Was ist eine typische Hüttentour von 3 bis 4 Tagen rund um den Königssee?

Eine typische 4-tägige Hüttentour rund um den Königssee führt über das Steinerne Meer mit Übernachtungen auf verschiedenen Berghütten. Die Route verbindet Gipfel wie den Selbhorn (2.655 m) und Funtenseetauern (2.579 m) über hochalpine Plateaus. Das Steinerne Meer mit seinen 100 km² bildet dabei den ausgedehntesten Gebirgsstock der Region.

Wann ist die beste Jahreszeit für Hüttentouren rund um den Königssee?

Juni bis Oktober bildet die Hauptsaison für Hüttentouren rund um den Königssee. Das Steinerne Meer und die hochgelegenen Hütten sind oft erst ab Juli schneefrei begehbar. Die Berghütten haben typischerweise von Juni bis September geöffnet, wobei die Witterung in dieser Höhenlage sehr wechselhaft sein kann.

Wie komme ich nach Berchtesgaden und welche Anreisemöglichkeiten gibt es?

Berchtesgaden ist über Pass Hallthurm, Hangendensteinpass und Schwarzbachwacht verkehrsmäßig erschlossen. Die wichtigsten Ausgangsorte sind Berchtesgaden, Ramsau und Bad Reichenhall, die über das überregionale Straßennetz gut erreichbar sind. Mehrere Seilbahnen wie die Predigtstuhlbahn, Untersbergbahn und Jennerbahn erschließen das Gebirge zusätzlich.

Wann ist die beste Jahreszeit für Skitouren und Schneeschuhwanderungen in den Berchtesgadener Alpen?

Die Skitourensaison in den Berchtesgadener Alpen erstreckt sich von Januar bis März bei optimalen Schneeverhältnissen. Das Gebiet um das Carl von Stahl Haus und die höheren Lagen des Steinernen Meeres bieten dabei die besten Bedingungen. Schneeschuhwanderungen sind ebenfalls in diesen Monaten ideal, wobei die Schneibsteinhütte als Stützpunkt dient.

Wie lange dauern typische Hüttentouren in den Berchtesgadener Alpen und wie viele Höhenmeter sind zu erwarten?

Typische Hüttentouren in den Berchtesgadener Alpen dauern zwischen 2 und 7 Tagen mit erheblichen Höhenunterschieden. Die Watzmanntour erstreckt sich über 4 Tage, während ausgedehnte Wanderwochen bis zu 6 Tage umfassen können. Die Höhenmeter variieren je nach gewählter Route zwischen moderaten Tagesetappen und anspruchsvollen Aufstiegen zu den Hauptgipfeln wie der Watzmann-Mittelspitze auf 2.713 Meter.

Bekannte Ziele in den Berchtesgadener Alpen

See 603 m

Königssee

Der Königssee liegt auf 603 m zwischen den steilen Wänden von Watzmann und Hagengebirge. Der fjordartige See ist mit 190 m Tiefe einer der saubersten Deutschlands. Mit der Elektrobootfahrt nach St. Bartholomä ist er Ausgangspunkt für Touren ins Steinerne Meer.

Gipfel 2.275 m

Schneibstein

Der Schneibstein erhebt sich auf 2.276 m im Hagengebirge an der deutsch-österreichischen Grenze. Als leichtester Zweitausender der Berchtesgadener Alpen bietet er einen mittelschweren Bergweg zum Gipfel. Der markante Aussichtsberg gilt als beliebtes Ziel für Ski- und Wandertouren.

Gipfel 2.713 m

Watzmann-Mittelspitze

Die Watzmann-Mittelspitze erreicht 2.713 m und bildet den höchsten Punkt im deutschen Teil der Berchtesgadener Alpen. Der markante Gipfel erhebt sich über der berühmten Watzmann-Ostwand, der höchsten Felswand der Ostalpen. Als Teil des Watzmanngrates verbindet er Hocheck und Südspitze zur klassischen Überschreitung.

Stadt 572 m

Berchtesgaden

Berchtesgaden (572 m) liegt im Talkessel der gleichnamigen Alpen und bildet das strategische Basecamp für Watzmann, Hochkönig und Steinernes Meer. Der historische Markt ist Ausgangspunkt für Klettersteige, Hochtouren und alpine Wanderungen.

See 1.601 m

Funtensee

Der Funtensee liegt auf 1.601 m in einer Karstsenke des Steinernen Meeres. Der abflusslose Bergsee ist bekannt für extreme Kälteereignisse und gilt als kältester Ort Deutschlands. Das nahegelegene Kärlingerhaus dient als Stützpunkt für Wanderungen durch das Steinerne Meer.

Dorf 630 m

Schönau am Königssee

Schönau am Königssee liegt auf 630 m am nördlichen Ufer des fjordartigen Königssees. Der Ort ist wichtigster Ausgangspunkt für Touren in die Berchtesgadener Alpen und zum Watzmann. Die Gemeinde umfasst auch die berühmte Wallfahrtskirche St. Bartholomä.

Kirche

St. Bartholomä

Die barocke Wallfahrtskirche liegt auf der Halbinsel Hirschau am Westufer des Königssees. Mit ihren zwei Zwiebeltürmen und roten Kuppeldächern gleicht ihr Grundriss dem Salzburger Dom. Die 1134 geweihte Kirche ist Ziel der ältesten Gebirgswallfahrt Europas.

Gipfel 1.874 m

Jenner

Der Jenner erhebt sich auf 1.874 m als seilbahnerschlossener Gipfel des Göllstocks in den Berchtesgadener Alpen. Die Jennerbahn führt von Schönau am Königssee zur Bergstation auf 1.800 m. Vom Gipfel reicht der Blick über den Watzmann und 1.200 m tiefer zum Königssee.

Gipfel 1.304 m

Grünstein

Der Grünstein erhebt sich auf 1.304 m nordöstlich des Watzmannstocks in den Berchtesgadener Alpen. Der Berg bietet mehrere Klettersteige unterschiedlicher Schwierigkeit, darunter den Isidor-Klettersteig im Grad C und schwierigere Varianten bis Grad D/E. Vom Gipfel reicht der Blick über den Berchtesgadener Talkessel bis zu Göll, Untersberg und Lattengebirge.

See 789 m

Hintersee

Der Hintersee liegt auf 789 m in der Gemeinde Ramsau bei Berchtesgaden. Ein Felssturz aus dem Hochkaltermassiv staute vor 3.500 Jahren den Klausbach und schuf gleichzeitig den Zauberwald. Das 16,4 Hektar große Gewässer erreicht eine maximale Tiefe von 18 Metern.

Dorf 615 m

Bischofswiesen

Bischofswiesen liegt auf 615 m im Berchtesgadener Talkessel. Die Gemeinde dient als strategischer Ausgangspunkt für Wanderungen zum Watzmann und in den Nationalpark Berchtesgaden. Der Bahnhof verbindet das Dorf mit Bad Reichenhall und dem Königssee.

Sattel 2.117 m

Dießbachscharte

Die Dießbachscharte liegt auf 2.117 m im Steinernen Meer an der deutsch-österreichischen Grenze. Die Scharte bildet den Standort des Ingolstädter Hauses mit 360-Grad-Panorama. Der Pass verbindet das Steinerne Meer mit dem Hochkönigstock.

Gebiete in der Nähe der Berchtesgadener Alpen

Berghütten in den Berchtesgadener Alpen

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