Das Mont-Blanc-Massiv erhebt sich mit seinem 4.806 m hohen Hauptgipfel als höchstem Berg Westeuropas über drei Länder und gilt als Geburtsstätte des modernen Alpinismus. Die Erstbesteigung am 8. August 1786 durch Jacques Balmat und Michel-Gabriel Paccard markierte den Beginn einer neuen Ära im Bergsteigen – der Genfer Naturforscher Horace Bénédict de Saussure hatte 1760 eine Belohnung für die Erstbesteigung ausgesetzt.
Das kompakte, nur 400 km² große Massiv vereint hochalpine Herausforderungen von schwierigen Hochtouren bis zu extremen Skitouren mit bis zu 40° Hangneigung. Das Spektrum reicht von der klassischen Goûter-Route bis zu anspruchsvollen Gratüberschreitungen wie dem Rochefortgrat, während im Winter die Haute Route von Chamonix nach Zermatt als Königin der Skitouren lockt.
Der Mont-Blanc-Granit aus dem späten Karbon prägt zusammen mit polymorphen Gneisen das Herzstück des kristallinen Außenmassivs, während sich die wichtigsten Gletscher des französischen Festlands – darunter die berühmte Mer de Glace – tief in die umgebenden Täler erstrecken. Chamonix und Courmayeur dienen als internationale Alpinismuszentren mit direktem Zugang über Seilbahnen bis zur Aiguille du Midi auf 3.842 m.