Die Ammergauer Alpen erstrecken sich zwischen Füssen und Garmisch-Partenkirchen als nördlichste Gebirgsgruppe der Nördlichen Kalkalpen. Das Dolomitgebirge mit dem 2.340 m hohen Daniel gilt als eines der naturnahesten und am wenigsten erschlossenen Gebiete der bayerischen Alpen – weite Bereiche sind völlig hüttenfrei und nur von wenigen Bergpfaden durchzogen. Die Region war jahrhundertelang königliches Jagdgebiet, was die außergewöhnlich geringe Almwirtschaft und den Wildnischarakter bis heute prägt.
Bergwanderer finden hier ein Spektrum von leichten Talwanderungen bis zu mittelschweren Bergpfaden mit Hüttenübernachtung. Die Dolomitgipfel bieten solide Kletterei, während die Flyschberge am Nordrand wie das Hörnle mit ihren bewaldeten Kuppen Mittelgebirgscharakter zeigen. Besonders reizvoll sind die fjordartigen Seen Plansee und Heiterwanger See sowie die gewaltigen Schuttströme aus Dolomitgries, die ganze Täler verschütten.
Das 288 km² große Naturschutzgebiet Ammergebirge schützt Bayerns größtes zusammenhängendes Wildnisgebiet. Die ständige Bewegung des Dolomitschutts ermöglicht seltenen Pflanzen wie der Spirke das Überleben – südalpine Arten wie das Eisglöckchen haben hier ihre einzigen Vorkommen in den Nordalpen.