Die Allgäuer Alpen zwischen Bayern, Tirol und Vorarlberg sind das regenreichste Gebirge Deutschlands und bilden mit ihren charakteristischen Grasbergen ein alpinistisches Unikum. Steile Grashänge mit Neigungswinkeln bis 70 Grad wie an der Höfats prägen das Landschaftsbild – ein Alleinstellungsmerkmal, das diese Bergregion von allen anderen Alpengruppen unterscheidet. Hermann von Barth erschloss bereits 1869 in wenigen Monaten 44 Allgäuer Gipfel und begründete damit die alpine Tradition dieser vielgestaltigen Bergwelt.
Das Spektrum reicht von einfachen Bergwegen über schwierige Gratpassagen bis hin zu anspruchsvollem Alpinklettern und Eisklettern an gefrorenen Wasserfällen. Die berühmte Nagelfluhkette ermöglicht mehrtägige Hüttenwanderungen von Gipfel zu Gipfel, während Klettersteige und Felsklettern wie die Überschreitung der Trettachspitze das Angebot auch für versierte Alpinisten vervollständigen. Im Winter verwandeln sich die Allgäuer Alpen in ein Eldorado für Ski- und Schneeschuhtouren sowie Eisklettern, nirgendwo im Bayerischen Alpenraum fällt im Winter mehr Schnee.
Die komplexe Geologie aus Hauptdolomit, Flysch, Nagelfluh und Kreidekalken schuf unterschiedlichste Geländeformen vom schroffen Hochvogel bis zum Karstplateau des Gottesackers. Oberstdorf und das Kleinwalsertal dienen als Hauptzugänge zu einer Bergwelt, die dank des niederschlagsreichen Klimas eine der vielfältigsten Alpenfloren beherbergt.