Gebiet

Bernina-Alpen

🇨🇭 🇮🇹

Die Bernina-Alpen in den Ostalpen bilden mit dem Piz Bernina (4.049 m) das einzige Viertausender-Massiv östlich des Gotthards. Diese extreme Höhendifferenz von 3.850 Metern – vom Comer See auf 199 m bis zum höchsten Ostalpengipfel – macht die Bernina-Alpen zu einem alpinistischen Sonderfall. Johann Wilhelm Coaz erreichte 1850 als Vermesser den Piz Bernina erstmals über eine 12-stündige Route durch das Labyrinth des Morteratschgletschers.

Das Spektrum reicht von anspruchsvollen Hochtouren über den legendären Biancograt bis zu hochalpinen Skitouren auf Viertausender-Niveau. Besonders die Kombination aus vergletscherten Gipfeln wie Piz Palü und Piz Morteratsch mit dem technischen Granit-Klettern am Piz Badile zeichnet die Region aus. Der Sentiero Roma im Bergell verbindet als einer der wildesten Höhenwege der Alpen sechs Hütten zwischen Italien und der Schweiz.

Die Bernina-Alpen zählen zu den inneralpinen Trockenzonen und bilden häufig den Kältepol der Alpen. Diese klimatische Besonderheit garantiert auch in 4.000 m Höhe stabile Firnverhältnisse für Hochtouren von Juni bis September, während die Skitourensaison von Januar bis Anfang Mai optimale Pulverschnee- und später Firn-Bedingungen bietet.

Bekannte Ziele im Gebiet
Diavolezza 2958m
Morteratschgletscher
Piz Bernina 4048m
Piz Morteratsch 3751m
Novate Mezzola 212m

Land

Schweiz
Italien

Orte im Gebiet

Pontresina
Silvaplana
Novate Mezzola

Hochtouren auf den einzigen Viertausender der Ostalpen

Hochtouren in den Bernina-Alpen

Hochtouren auf Viertausender-Niveau prägen das alpine Spektrum – von wenig schwierigen Firngipfeln bis zu anspruchsvollen Eisgraten. Der Biancograt am Piz Bernina gilt als einer der schönsten Firngrate der Alpen und fordert sichere Steigeisen- und Pickeltechnik. Piz Palü und Piz Morteratsch bieten ideale Einstiegstouren ins Hochgebirge, während die Marco e Rosa Hütte auf 3.597 m als höchstgelegener Stützpunkt dient.

Anreise & Logistik Bernina-Alpen

Die Rhätische Bahn erschließt das Gebiet über die Bahnhöfe Bernina Diavolezza und St. Moritz optimal für alpine Unternehmungen. Pontresina dient als zentraler Ausgangspunkt für die meisten Hochtouren, während Silvaplana und Novate Mezzola weitere strategische Stützpunkte bilden. Das Berghaus Diavolezza auf 2.973 m ermöglicht frühe Aufbrüche zu den vergletscherten Gipfeln.

Saison in den Bernina-Alpen

Die Hochtourensaison dauert von Juni bis September mit optimalen Firnverhältnissen in den frühen Morgenstunden. Skitouren finden von Januar bis Anfang Mai bei stabilen Schneeverhältnissen statt. Bergwandern und Klettern sind von Mai bis Oktober möglich, wobei der Herbst als schönste Zeit in den Bernina-Alpen gilt - mit den ausgedehnten Lärchenwäldern im Val Roseg das Highlight dieser Jahreszeit.

Gut zu wissen:

Johann Wilhelm Coaz bestieg 1850 den Piz Bernina nicht als Alpinist, sondern als Vermesser – die 12-stündige Erstbesteigung durch das Labyrinth des Morteratschgletschers diente der kartografischen Erschließung der Ostalpen. Seine Route über den Ostgrat wird heute nicht mehr begangen, da sie zu gefährlich geworden ist.

Beste Reisezeit für die Bernina-Alpen

Hochtouren
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Bergwandern
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Skitouren
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Hochtouren in den Bernina-Alpen

Häufige Fragen zu den Bernina-Alpen

Welche alpine Erfahrung brauche ich für eine Hochtour auf den Piz Palü in den Bernina-Alpen?

Für eine Hochtour auf den Piz Palü sind mittlere alpine Erfahrung und sicherer Umgang mit Steigeisen erforderlich. Die Route führt über Gletscher und zuletzt über einen schmalen Firngrat, sie erfordert Grundkenntnisse im Gehen am Seil. Die technischen Anforderungen entsprechen einer klassischen Hochtour mit Firn- und Eispassagen.

Wie komme ich mit der Bahn zum Startpunkt einer Hochtour in den Bernina-Alpen?

Der Bahnhof Bernina Diavolezza liegt direkt an der Rhätischen Bahn und dient als Ausgangspunkt für Hochtouren in der Bernina-Gruppe. Von St. Moritz erreicht man die Diavolezza-Station in etwa 45 Minuten Fahrt. Die Bergbahn bringt Bergsteiger dann auf 2.973 m zum Berghaus Diavolezza.

Welche Berghütten dienen als Stützpunkte für Hochtouren in der Bernina-Gruppe?

Das Berghaus Diavolezza auf 2.973 m und die Marco e Rosa Hütte auf 3.597 m sind die Hauptstützpunkte für Hochtouren in der Bernina-Gruppe. Die Chamanna Coaz auf 2.610 m und die Tschiervahütte auf 2.583 m ergänzen das Hüttennetz. Diese Hütten ermöglichen mehrtägige Hochtouren-Durchquerungen im vergletscherten Hochgebirge.

Wann ist die beste Saison für Hochtouren auf den Piz Bernina und Piz Palü?

Die Hochtourensaison für Piz Bernina und Piz Palü dauert von Juni bis September. Juli und August bieten gute Bedingungen für Hochtouren, jedoch kann sich das Bergwetter innerhalb weniger Minuten dramatisch ändern von Sonne zu Gewitter oder Schneesturm. Eine sorgfältige Tourenplanung und ständige Wetterbeobachtung sind daher essentiell.

Wie schwindelfrei muss ich für Hochtouren in den Bernina-Alpen sein?

Hochtouren in den Bernina-Alpen erfordern absolute Schwindelfreiheit, da die Routen über ausgesetzte Grate und steile Eispassagen führen. Der berühmte Biancograt, auch Himmelsleiter genannt, gilt als einer der schönsten Eisgrate der Alpen. Bereits kleinste Unsicherheiten in der Höhe können in diesem vergletscherten Terrain problematisch werden.

Wie lange dauert eine typische Hochtour in den Bernina-Alpen und wie viele Tage sollte ich einplanen?

Typische Hochtouren in den Bernina-Alpen dauern 2 bis 5 Tage, abhängig von der gewählten Route und Gipfelkombination. Eine Piz Palü-Besteigung benötigt 2 Tage, während die Hochtourenwoche mit Piz Bernina, Piz Palü und Piz Morteratsch 5 Tage umfasst. Die Aufstiege beginnen meist zwischen 3 und 4 Uhr morgens für optimale Firnverhältnisse.

Welche Gletschererfahrung ist notwendig für Hochtouren in den Bernina-Alpen?

Hochtouren in den Bernina-Alpen erfordern solide Gletschererfahrung und sicheren Umgang mit Seil, Steigeisen und Pickel. Die ausgedehnten Gletscher wie der Morteratsch weisen zahlreiche Spalten auf, die besonders bei Neuschnee schwer erkennbar sind. Grundkenntnisse in Spaltenbergung und Seilschaftstechnik sind für alle Routen unerlässlich.

Wie ist das Wetter in den Bernina-Alpen und wie schnell können sich die Bedingungen ändern?

Das Bergwetter in den Bernina-Alpen kann sich innerhalb weniger Minuten dramatisch von Sonne zu Gewitter oder Schneesturm ändern. Die Region zählt zu den inneralpinen Trockenzonen, bildet aber im Winter häufig den Kältepol der Alpen. Auf 4.000 m fallen die Temperaturen selbst im Sommer auf -10°C bis -19°C.

Bekannte Ziele in den Bernina-Alpen

Sattel 2.958 m

Diavolezza

Die Diavolezza ist ein hochalpines Joch auf 2.958 m in den Bernina-Alpen. Das Skigebiet liegt strategisch zwischen Piz Bernina und Piz Palü. Eine Seilbahn erschließt das Gelände ganzjährig vom Berninapass.

Gletscher

Morteratschgletscher

Der Morteratschgletscher in der Berninagruppe ist mit 6,2 km Länge der drittlängste Gletscher der Ostalpen. Zusammen mit dem Persgletscher bildet er mit 1,2 Kubikkilometern das volumenstärkste Gletschersystem der Ostalpen. Ein Gletscherlehrpfad mit 20 Stationen dokumentiert den Gletscherrückgang von 2,5 km seit 1878.

Gipfel 4.048 m

Piz Bernina

Der Piz Bernina (4.049 m) erhebt sich als höchste Erhebung der Ostalpen und einziger Viertausender östlich des Gotthardpasses im Grenzbereich zwischen der Schweiz und Italien. Der Gipfel trennt die Gletscher Tschierva und Morteratsch und gilt als einer der bedeutendsten Hochgipfel der Alpen. Erstbesteigung erfolgte 1850 durch Johann Wilhelm Coaz über den heute unüblichen Ostgrat.

Gipfel 3.751 m

Piz Morteratsch

Der Piz Morteratsch (3.751 m) liegt zentral in der Berninagruppe und gilt als einfachster der Bündner Eisriesen. Der vergletscherte Normalweg führt über die Tschiervahütte und den Nordrücken zum Gipfel. Vom Gipfel eröffnet sich der klassische Blick auf den Biancograt des Piz Bernina.

Dorf 212 m

Novate Mezzola

Novate Mezzola (212 m) liegt am Ufer des Mezzolasees in der lombardischen Provinz Sondrio. Der Ort dient als Ausgangspunkt für den berühmten Sentiero Roma und weitere alpine Wanderwege der Bernina-Alpen. Die autofreie Val Codera mit ihren Schutzhütten ist nur zu Fuß oder per Helikopter erreichbar.

Sattel 2.754 m

Fuorcla Surlej

Die Fuorcla Surlej liegt auf 2.754 m zwischen Oberengadin und Val Roseg in den Bernina-Alpen. Der markierte Wanderweg verbindet Silvaplana mit Pontresina und bietet direkten Blick auf die Berninagruppe. Von der Corvatsch-Mittelstation Murtèl erreicht man den Pass in 45 Minuten.

Sattel 3.430 m

Fuorcla Prievlusa

Die Fuorcla Prievlusa auf 3.430 m bildet den strategischen Einstieg zum berühmten Biancograt am Piz Bernina. Der Pass verbindet das Tschierva-Gletschergebiet mit der legendären Himmelsleiter. Als tiefste Scharte zwischen Piz Bernina und Piz Morteratsch markiert er den Beginn einer der schönsten Felsfirngrate der Alpen.

Dorf

Surlej

Surlej ist ein Ortsteil von Silvaplana am Silvaplanersee zwischen Lej da Champfèr und Lej da Silvaplauna. Der Ort liegt am Fuße des Piz Surlej und des Corvatsch. Seit dem Bau der Corvatschbahn 1963 entwickelte sich Surlej zu einem lebendigen Bergdorf.

Gipfel 3.594 m

Piz Glüschaint

Der Piz Glüschaint erhebt sich auf 3.594 m an der Grenze zwischen der Schweiz und Italien in den Bernina-Alpen. Der Gipfel liegt zwischen dem Val Roseg und dem Val Malenco. An seiner Nordseite erstreckt sich der Roseggletscher.

Gletscher

Tschiervagletscher

Der Tschiervagletscher erstreckt sich über 5,63 km² zwischen Piz Bernina und Piz Roseg. Der zweigeteilte Gletscher fließt nordwestwärts ins Val Roseg. Ausgangspunkt für Hochtouren am Biancograt und Piz Palü.

Gletscher

Vadret Pers

Der Persgletscher erstreckt sich über 4 km in der Berninagruppe und nimmt seinen Ausgang an der Nordflanke des Piz Palü. Bis 2015 war er mit dem Morteratschgletscher verbunden, bevor die Gletscherzungen durch den Rückgang getrennt wurden.

Gipfel 3.511 m

Piz Sella

Der Piz Sella erhebt sich auf 3.511 m an der schweizerisch-italienischen Grenze in den Bernina-Alpen. Der Gipfel liegt zwischen Piz Glüschaint und Piz Roseg südlich des Roseggletschers. Als Skitourenziel ermöglicht er die Überquerung des Scersen Gletschers nach Süden.

Gebiete in der Nähe der Bernina-Alpen

Berghütten in den Bernina-Alpen

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