Die Bernina-Alpen in den Ostalpen bilden mit dem Piz Bernina (4.049 m) das einzige Viertausender-Massiv östlich des Gotthards. Diese extreme Höhendifferenz von 3.850 Metern – vom Comer See auf 199 m bis zum höchsten Ostalpengipfel – macht die Bernina-Alpen zu einem alpinistischen Sonderfall. Johann Wilhelm Coaz erreichte 1850 als Vermesser den Piz Bernina erstmals über eine 12-stündige Route durch das Labyrinth des Morteratschgletschers.
Das Spektrum reicht von anspruchsvollen Hochtouren über den legendären Biancograt bis zu hochalpinen Skitouren auf Viertausender-Niveau. Besonders die Kombination aus vergletscherten Gipfeln wie Piz Palü und Piz Morteratsch mit dem technischen Granit-Klettern am Piz Badile zeichnet die Region aus. Der Sentiero Roma im Bergell verbindet als einer der wildesten Höhenwege der Alpen sechs Hütten zwischen Italien und der Schweiz.
Die Bernina-Alpen zählen zu den inneralpinen Trockenzonen und bilden häufig den Kältepol der Alpen. Diese klimatische Besonderheit garantiert auch in 4.000 m Höhe stabile Firnverhältnisse für Hochtouren von Juni bis September, während die Skitourensaison von Januar bis Anfang Mai optimale Pulverschnee- und später Firn-Bedingungen bietet.