Der Rätikon zwischen Österreich, der Schweiz und Liechtenstein bildet das einzige Gebirge, das vollständig auf Liechtensteiner Staatsgebiet liegt – eine geografische Besonderheit in den Alpen. Die Schesaplana als höchster Gipfel (2.965 m) und die charakteristische Zimba prägen eine Region, die bereits im frühen 17. Jahrhundert alpinistische Pioniere anzog. David Pappus bestieg 1610 die Schesaplana und machte sie damit zu einem der frühesten dokumentierten Gipfelziele der Alpen.
Vom moderaten Bergwandern bis zu anspruchsvollen Skitouren bietet das Gebirge ein breites Spektrum zwischen 758 und 2.965 m Höhe. Die neuntägige Rätikon Tour führt als Höhenumrundung durch alle drei Anrainerstaaten, während lokale Klassiker wie die Zimba-Besteigung oder Touren vom Lünersee das alpine Programm ergänzen. Brand, Schruns und St. Antönien dienen als zentrale Ausgangspunkte für mehrtägige Unternehmungen.
Geologisch zeigt sich der Rätikon als Grenzbereich zwischen West- und Ostalpen – der Nordwesten gehört zu den Nördlichen Kalkalpen, der Südwesten zum Bündner Schiefersystem. Diese tektonische Komplexität spiegelt sich in knapp 300 benannten Gipfeln wider, die durch ein dichtes Hüttennetz von DAV, ÖAV und SAC erschlossen sind.