Die Technische Universität München (TUM) hat den Ausbildungsauftrag an den Verband Deutscher Berg- und Skiführer (VDBS) delegiert. Der VDBS verfügt hierfür über ein Lehrteam, das die Eignungsfeststellung und die folgenden Ausbildungslehrgänge bis zur Prüfung zum staatl. gepr. Berg- und Skiführer begleitet.
Der Weg zum Bergführer verläuft in mehreren Stufen: Eignungsfeststellung → Ausbildung als Kandidat → Praktikum als Aspirant → staatliche Prüfung.
Die TUM ist Träger der Ausbildung und führt die Prüfung zum staatl. gepr. Berg- und Skiführer durch. Die Durchführung und Organisation der Ausbildung hat die TUM an die Ausbildungskommission des Berufsverbands der Bergführer (VDBS) und an den DAV übertragen. Das heißt: Der VDBS bildet die Bergführer mit dem von der Ausbildungskommission eingesetzten Lehrteam aus, während die TUM die Ausbildung beaufsichtigt und die staatliche Prüfung durchführt.
Der Deutsche Alpenverein (DAV) unterstützt die Bergführerausbildung jährlich mit einer erheblichen Summe von rund 90.000 Euro. Diese Unterstützung kommt Dir zugute und reduziert die Kosten der Ausbildung um etwa die Hälfte.
Nach bestandener Eignungsfeststellung beginnt die eigentliche Ausbildung zum staatl. gepr. Berg- und Skiführer. Du erhältst den Status „Kandidat". In der anstrengenden Ausbildung wird weniger am persönlichen Können der Teilnehmer gefeilt, als an der Führungstechnik und Risikobeurteilung, die für den Bergführerberuf unabdingbar sind. Die Lehrgänge bauen zum Teil aufeinander auf, zum Teil hast Du aber auch die Möglichkeit, die Reihenfolge zu variieren und individuell zu planen. Nachdem die Prüfungslehrgänge erfolgreich abgeschlossen wurden, bist Du Aspirant und kannst mit dem Praktikum und dem Führen beginnen.
Generell ist es möglich, die gesamte Ausbildung zum Bergführer innerhalb von 2 ½ Jahren zu absolvieren. Das setzt ausreichend Zeit voraus, da rund 150 Tage Ausbildung, Prüfung und Praktikum zu leisten sind.
Die Ausbildung kann entweder mit dem Sommer- oder dem Winterteil begonnen werden. AL = Ausbildungslehrgang, PL = Prüfungslehrgang. Mit ∗ markierte Kurse sind variabel planbar.
1. AL-121 Methodik Fels – 8 Tage, Juli (Sommer)
2. AL-122 Bergrettung – 6 Tage, Juli/Aug. (Sommer)
3. PL-123 Fels Alpin – 13 Tage, Sept. (Sommer)
4. AL-111 Theorie I – 3 Tage, Okt. (Sommer)
∗ PL-141 Skitechnik & Methodik – 7 Tage, Feb. (Winter)
5. AL-142 Lawine – 8 Tage, Jan. (Winter)
6. PL-143 Skitour – 8 Tage, Jan. (Winter)
∗ PL-132 Eisfallklettern – 7 Tage, Feb. (Winter)
∗ AL-144 Variantenlehrgang – 6 Tage, Feb. (Winter)
7. PL-131 Eis/Hochtouren – 14 Tage, Juli (Sommer)
8. AL-112 Theorie II – 4 Tage, Okt.
9. AL-145 Skihochtour – 7 Tage, März (letzter AL)
1. AL-142 Lawine – 8 Tage, Jan. (Winter)
2. PL-143 Skitour – 8 Tage, Jan. (Winter)
∗ PL-132 Eisfallklettern – 7 Tage, Feb. (Winter)
∗ PL-141 Skitechnik & Methodik – 7 Tage, Feb. (Winter)
3. AL-121 Methodik Fels – 8 Tage, Juli (Sommer)
4. AL-122 Bergrettung – 6 Tage, Juli/Aug. (Sommer)
5. PL-123 Fels Alpin – 13 Tage, Sept. (Sommer)
6. AL-111 Theorie I – 3 Tage, Okt. (Sommer)
7. AL-112 Theorie II – 4 Tage, Okt.
∗ AL-144 Variantenlehrgang – 6 Tage, Feb. (Winter)
8. AL-145 Skihochtour – 7 Tage, März (letzter AL)
9. PL-131 Eis/Hochtouren – 14 Tage, Juli (Sommer)
Lehrgangsprüfungen (Demo) werden benotet und sind Zulassungsvoraussetzung für die staatliche Prüfung. Bestanden ist der Kurs mit der Note „ausreichend". Die Prüfungen können ab dem nächsten Lehrgang jeweils zweimal wiederholt werden.
Lehrgangsnoten werden auf den Kursen PL-123 Fels Alpin, PL-131 Eis/Hochtouren und AL-144 Variantenskilauf erhoben. Bestanden ist der Kurs mit der Note „ausreichend". Ein Lehrgang muss bestanden oder wiederholt werden, bevor die Ausbildung fortgesetzt werden kann.
PL-123 Fels Alpin | Demo Klettern
PL-141 Skitechnik & Methodik | Demo
PL-143 Skitour | Prüfung LVS-Suche
PL-132 Eisfallklettern | Demo Eis & Mixed
PL-131 | Demo Eisparcours
Sobald Du als Kandidat alle drei Eignungsfeststellungsprüfungen bestanden hast, kann eine Mitgliedschaft im VDBS (Verband Deutscher Berg- und Skiführer) beantragt werden. Hier profitierst Du von Partner-Bestellaktionen und – vor allem – kannst Du über den Gruppenvertrag des VDBS eine Berufshaftpflichtversicherung abschließen. Diese ist zwingend nötig, um bereits als Kandidat und später als Aspirant Führungen zu übernehmen.
Du hast die Prüfungslehrgänge, bei denen Lehrgangsnoten erhoben wurden, alle mit mindestens „ausreichend" abgeschlossen und kommst im Juli frisch vom Kurs PL-131 Eis/Hochtour aus den Westalpen. Nun bist Du voll ausgebildet für Führungen und Ausbildung mit dem kurzen Seil. Es gilt, für die Prüfungen möglichst viel Erfahrung zu sammeln und die geforderten 36 Tage in den Bereichen Fels, Eis/Hochtouren und Ski zu absolvieren. Spätestens jetzt musst Du Dich zwingend um einen Praktikumsplatz bei einem Lehrherren bemühen. Es macht jedoch Sinn, dies bereits in einem sehr frühen Stadium als Kandidat zu tun, um eine hohe Planungssicherheit zu erreichen. Der sehr spannende Teil der Ausbildung beginnt mit Führungen und realen Gästen im gesamten Alpenraum. Es folgen das Praktikum und die staatliche Prüfung zum Bergführer.