Großglockner 3.798 m

Der Großglockner — höchster Berg Österreichs und ein Gipfel für viele Wege.

Über die Obere Glocknerscharte, den schmalen First des Kleinglockners hinüber, führt der Weg zum höchsten Punkt Österreichs im Nationalpark Hohe Tauern, an der Grenze zwischen Osttirol und Kärnten. Der Großglockner eignet sich als geführte Hochtour für alle, die Steigeisen sicher gehen, ebenso über den anspruchsvolleren Stüdlgrat für ambitionierte Bergsteiger und im Frühjahr mit Ski. Sicheres Gehen mit Steigeisen und die Kondition für einen langen Gipfeltag bleiben die Grundlage.

Steckbrief

Lage — Glocknergruppe in den Hohen Tauern, an der Grenze zwischen Osttirol und Kärnten. Talort ist Kals am Großglockner, Stützpunkt aller Touren die Stüdlhütte auf 2.802 m.

Charakter — Hochalpiner Gletschergipfel. Der Normalweg über die Adlersruhe ist der Hauptanstieg, daneben führen der Stüdlgrat und im Frühjahr die Skibesteigung über das Ködnitzkees hinauf.

Auf- & Abstieg — Rund 1.000 Hm im Gipfeltag, Abstieg über den Aufstiegsweg. Gehzeit rund 10 Stunden, ab der Stüdlhütte.

Voraussetzung — Du gehst sicher mit Steigeisen, bist trittsicher und schwindelfrei für die langen Gratpassagen und bringst die Kondition für einen langen Tag mit.

Für wen ist die Hochtour auf den Großglockner geeignet

Im Sommer führen wir den Großglockner in drei Varianten. Die geführte Besteigung über den Normalweg ist der Standardweg auf das Dach Österreichs — Voraussetzung ist sicheres Gehen mit Steigeisen, dazu Trittsicherheit und Schwindelfreiheit für die langen Gratpassagen und die Kondition für einen langen Gipfeltag mit rund 1.000 Höhenmetern.

Wer noch keine Steigeisen-Erfahrung hat, steigt über den Hochtourenkurs ein: Hier lernst Du Steigeisentechnik, Pickel und Spaltenbergung von Grund auf, die Besteigung des Großglockners bildet den Abschluss. Anspruchsvoller ist der Stüdlgrat mit Kletterei bis in den unteren vierten Grad — die Variante für ambitionierte Bergsteiger.

Großglockner mit Ski

Von März bis Mai lässt sich der Großglockner mit Ski besteigen. Der Aufstieg führt über das Ködnitzkees und den Kampl zum Skidepot, ab dort mit Steigeisen über den Gipfelgrat, danach die Abfahrt zurück zum Lucknerhaus. Du bringst eine sichere Abfahrt im freien Gelände und Hochtouren-Erfahrung für den Gipfelgrat mit. Als Königsetappe steht der Großglockner auch am Ende der Skidurchquerung Hoch Tirol.

Wann auf den Großglockner?

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Der Normalweg über die Adlersruhe

Von der Stüdlhütte über das Ködnitzkees zur Erzherzog Johann Hütte auf der Adlersruhe, weiter über das Glocknerleitl oder — je nach Betrieb — über den stangenversicherten Grataufschwung. Über den Kleinglockner und dessen schmalen First geht es zur Oberen Glocknerscharte, der berühmtesten Stelle des Anstiegs, und in leichter Kletterei zum Gipfelkreuz. Die Schwierigkeiten liegen überwiegend im zweiten, teilweise im dritten Grad.

Zur geführten Großglockner-Besteigung

Der Stüdlgrat auf den Großglockner

Vom Teischnitzkees am Luisenkopf vorbei zum Einstieg, über den Frühstücksplatz und in Kletterei über Kanzel, Tritt und Turm hinauf. Die Schwierigkeiten reichen bis in den dritten, an einer Stelle bis in den unteren vierten Grad — bei Vereisung oder Neuschnee deutlich anspruchsvoller. Mit dem Abstieg über den Normalweg wird daraus eine Überschreitung und eine gute Vorbereitung auf anspruchsvolle Westalpen-Ziele.

Zum Stüdlgrat auf den Großglockner

Der Skiaufstieg über das Ködnitzkees

Über das Ködnitzkees und den Kampl steigst Du bis zum Skidepot, ab dort mit Steigeisen über den exponierten Gipfelgrat zum höchsten Punkt. Die Abfahrt führt zurück bis zum Lucknerhaus. Die Skibesteigung gehört ins Frühjahr, von März bis Mai.

Zur Wochenend-Skitour auf den Großglockner

Hütten und Stützpunkte am Großglockner

Mit Bergführer auf den Großglockner

Am Großglockner ist viel Betrieb, und genau das steuern wir: Wann wir aufbrechen und ob wir am Glocknerleitl über den Eishang oder den stangenversicherten Grataufschwung gehen, entscheiden wir kurzfristig, sobald sich der Andrang auf dem Normalweg abschätzen lässt. Die Erzherzog Johann Hütte auf 3.454 m ist dabei unser strategischer Vorteil — dort fällt die wetterbedingte Entscheidung über den Gipfelaufstieg, und wer einen schlechten Tag erwischt, kann warten, ohne dass die ganze Gruppe umkehrt. Die Verhältnisse lassen sich nur tagesaktuell beurteilen; die Route steht dabei über dem Gipfel.

Wenn wir früh am Firn stehen und die ersten Strahlen den Schnee treffen, liegt vor uns nur noch der Grat zum höchsten Punkt Österreichs. Oben reicht der Blick vom Ortler über die Hohen Tauern bis in die Dolomiten, und die Stüdlhütte als Stützpunkt macht die Tour zu einer, an die man sich lange erinnert. Für viele ist der Großglockner die erste große Hochtour – und wer ihn erleben will, geht ihn am besten mit einem unserer Bergführer an.

— Christoph Sokoll, Bergführer

In der Nähe des Großglockners

Häufige Fragen zum Großglockner

Wie schwer ist die Besteigung wirklich, geht sie als erste Hochtour, und welche Hütte ist der Stützpunkt? Hier findest Du die Antworten auf die häufigsten Fragen rund um den Großglockner.

Wie schwer ist die Besteigung des Großglockners wirklich?

Der Normalweg über die Adlersruhe bewegt sich überwiegend im II., an einzelnen Stellen im III. Grad UIAA. Sicheres Gehen mit Steigeisen ist Voraussetzung, dazu Schwindelfreiheit und Trittsicherheit für die langen Gratpassagen über den Kleinglockner. Das entspricht der Stufe 3 unserer Hochtouren-Skala (verlinkt).

Kann man auf den Großglockner wandern?

Rund um den Berg und bis zur Stüdlhütte auf 2.802 m lässt es sich gut wandern. Ab der Stüdlhütte wird es hochalpin — Gletscher, Seil, Steigeisen und kurze Kletterstellen bis zum Gipfelkreuz. Der Gipfel selbst ist keine Wanderung, sondern eine ernsthafte Hochtour.

Geht der Großglockner als erste Hochtour?

Ja — über den Hochtourenkurs an der Stüdlhütte, der auf Einsteiger-Niveau beginnt und mit der Besteigung abschließt. Dort erlernst Du Steigeisen- und Pickeltechnik und die Spaltenbergung. Für die geführte Besteigung ohne Kurs ist sicheres Gehen mit Steigeisen dagegen Voraussetzung.

Welche Hütte ist der Stützpunkt für die Großglockner-Besteigung?

Die Stüdlhütte auf 2.802 m ist der Stützpunkt aller Touren, der Weg beginnt dort. Auf dem Anstieg liegt die Erzherzog Johann Hütte auf 3.454 m — die höchstgelegene Schutzhütte Österreichs. Dort fällt oben die wetterbedingte Entscheidung über den Gipfelaufstieg.

Kann man den Großglockner mit Ski besteigen?

Ja, von März bis Mai. Der Aufstieg führt über das Ködnitzkees und den Kampl zum Skidepot, ab dort mit Steigeisen über den exponierten Gipfelgrat, danach die Abfahrt zurück zum Lucknerhaus. Das ist Stufe 3 unserer Skitouren-Skala (verlinkt).

Wie schwierig ist der Stüdlgrat?

Der Stüdlgrat verlangt Kletterei bis zum III. Grad, an einer Plattenstelle bis in den unteren IV. Grad, im festen Glocknerfels über Kanzel, Tritt und Turm. Bei Vereisung oder Neuschnee wird er deutlich anspruchsvoller. Mit dem Abstieg über den Normalweg wird daraus eine Überschreitung — eine gute Vorbereitung auf anspruchsvolle Westalpen-Ziele.

Ist die Ausrüstung bei der Großglockner-Besteigung dabei?

Bei Normalweg, Hochtourenkurs und Skitour ist die Leihausrüstung Gletscher inklusive: Klettergurt, Steigeisen mit Kipphebel und Antistollplatte, Eispickel, Karabiner, Bandmaterial, Seil und Helm. Persönliche Ausrüstung wie Bergschuhe bringst Du selbst mit.

Wer hat den Großglockner erstbestiegen?

Die Erstbesteigung gelang im Jahr 1800 im Rahmen einer Großexpedition. Heute stehst Du am Ende des Anstiegs am ikonischen Gipfelkreuz, kurz zuvor liegt auf 3.454 m die Adlersruhe mit der Erzherzog Johann Hütte. Die ausführliche Expeditionsgeschichte findest Du auf unserer Gebiets-Seite zu den Hohen Tauern.

Braucht man für den Großglockner einen Bergführer?

Entscheidend ist weniger die Regel als die Strategie: das richtige Zeitfenster erwischen und den Andrang auf dem Normalweg steuern. Ob wir das Glocknerleitl oder den stangenversicherten Grataufschwung nehmen, entscheidet sich kurzfristig, sobald der Betrieb abschätzbar ist. Die Erzherzog Johann Hütte auf 3.454 m ist dabei der strategische Vorteil — dort fällt die wetterbedingte Entscheidung, und wer einen schlechten Tag hat, kann warten, ohne dass die ganze Gruppe umkehrt.

Was kostet die Großglockner-Besteigung mit Bergführer?

Der Preis hängt davon ab, wie Du gehst: in der Gruppe mit festem Termin oder als Privatführung, als zweitägige Besteigung oder als viertägiger Kurs. Enthalten sind die Führung und Organisation durch den Bergführer sowie die Leihausrüstung Gletscher; Hüttenübernachtung und Verpflegung kommen vor Ort dazu. Die konkreten Preise findest Du bei den einzelnen Terminen.

Welche Schuhe braucht man für den Großglockner?

Im Sommer brauchst Du einen steigeisenfesten Bergschuh mit Kipphebelaufnahme — die Steigeisen sitzen sonst nicht sicher am Eishang. Für die Skibesteigung sind es Tourenskischuhe mit Aufstiegs- und Abfahrtfunktion; achte auch hier darauf, dass sich die Steigeisen befestigen lassen, denn der Gipfelgrat wird zu Fuß gegangen.

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