Watzmann 2.713 m

Der Watzmann über dem Königssee — eine der großen Gratüberschreitungen der Ostalpen für erfahrene Bergsteiger.

Vom Hocheck zieht der drahtseilversicherte Grat schmal über die Mittelspitze zur Südspitze, gut 2.000 Meter über dem Königssee, der tief im Talkessel liegt. Der Watzmann steht im Nationalpark Berchtesgaden über Ramsau und Schönau, in den Berchtesgadener Alpen, und ist der höchste Punkt im deutschen Teil dieser Gruppe. Wir führen Dich über den Steig oberhalb des Sees, an exponierten Stellen am Seil. Ein langer Gratsteig, kein Wanderberg — die Schwierigkeit liegt im ausgesetzten, versicherten Fels bis in den zweiten Grad.

Steckbrief

Lage — Berchtesgadener Alpen, im Nationalpark Berchtesgaden über dem Königssee; Gemeinden Ramsau und Schönau am Königssee, Oberbayern.

Charakter — Höchster Punkt im deutschen Teil der Berchtesgadener Alpen und dritthöchster Hauptgipfel Deutschlands. Eine lange, drahtseilversicherte Gratüberschreitung, kein Gletscherberg — Kletterstellen bis in den zweiten Grad.

Auf- & Abstieg — Vom Watzmannhaus rund 1.100 Hm hinauf über den Hochstieg zum Hocheck und den Grat zur Südspitze, dann über 2.000 Hm hinunter ins Wimbachtal — der Tag endet im Tal, deshalb der lange Abstieg. Rund 10 Stunden, 16 Kilometer.

Voraussetzung — Du bist trittsicher und schwindelfrei, hast Erfahrung im ausgesetzten Bergwandern und bringst die Kondition für einen sehr langen Tag mit. Die Klettersteigausrüstung bekommst Du bei uns leihweise.

Die Watzmann-Überschreitung mit Bergführer

Der Watzmann ist ein Sommerziel, von Juni bis Oktober. Die klassische Überschreitung von Hocheck über die Mittelspitze zur Südspitze ist der Weg, den die meisten gehen — mit Übernachtung auf dem Watzmannhaus, für erfahrene Bergsteiger, die einen langen ausgesetzten Gratsteig suchen. Dieselbe Tour gibt es auch unter der Woche, wenn Du dem Wochenendandrang am Grat ausweichen willst.

Wer bis zum Hauptgipfel will, ohne den ganzen Grat zu überschreiten, geht das Einzelziel Mittelspitze über den Königssee und den einfachen Klettersteig ab Hocheck. Für erfahrene Bergsteiger mit Klettererfahrung führen wir die Wiederroute durch die kleine Ostwand zur Mittelspitze.

Wann auf den Watzmann?

Überschreitung / Klettersteig
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Die klassische Überschreitung über das Watzmannhaus

Vom Watzmannhaus geht es über den Hochstieg auf das Hocheck, den ersten Watzmanngipfel. Hier beginnt der eigentliche Grat: ein teils drahtseilversicherter Steig oberhalb des Königssees über die Mittelspitze zur Südspitze, wo der Weg der Überschreitung auf den Ausstieg der Ostwand trifft. Rund dreieinhalb Stunden dauert die luftige Gratfahrt, an exponierten Stellen sichern wir Dich am Seil. Danach folgt der Abstieg ins Wimbachtal — über 2.000 Höhenmeter, mit einer Einkehr auf der Wimbachgrieshütte. Das ist die ehrliche Kante dieser Tour: der Abstieg ist länger und zehrender als der Aufstieg.

Zur geführten Watzmann-Überschreitung

Die Wiederroute durch die kleine Ostwand zur Mittelspitze

Von der Kührointalm führt der Weg ins Watzmannkar zwischen dem großen und dem kleinen Watzmann. Am Einstieg wird das Seil angelegt, die erste Rinne verlangt gleich Kletterei im zweiten bis dritten Grad. Nach rund 150 Höhenmetern erreichst Du das breite Wiederband, das wie aus der Wand geschnitten wirkt, mit Tiefblick zur Eiskapelle am Fuß der Ostwand. Weiter geht es querend bis unter die Mittelspitze, die letzten Klettermeter führen auf den Gipfel. Der Abstieg folgt dann der Überschreitung. Diese Route ist für erfahrene Bergsteiger mit Klettererfahrung.

Zur Wiederroute auf die Mittelspitze

Die Wege auf den Watzmann

Über die Gratüberschreitung und die Wiederroute hinaus zieht durch die Watzmann-Ostwand die höchste Wand der Ostalpen. Sie ist eine eigene, große alpine Kletterei und kein Weg für die Überschreitung — wir führen sie als separate Tour über die Südspitze. Wer den Watzmann sucht, findet mit uns den passenden geführten Weg; die Ostwand ist ein eigenes Kapitel für erfahrene Alpinisten.

Hütten und Stützpunkte am Watzmann

Mit Bergführer über den Watzmann

Der Grat oberhalb des Königssees ist lang und exponiert, und der Abstieg ins Wimbachtal fordert nach über 2.000 Höhenmetern volle Konzentration bis zum Schluss. An den ausgesetzten, drahtseilversicherten Stellen sichern wir Dich am Seil, damit Du Dich aufs Steigen konzentrieren kannst. Ob Grat und Tagesform der Gruppe passen, schätzen wir am Tourtag ein — ein Wettersturz am schmalen Grat ist ernst zu nehmen. So einen langen Tag gehen wir Schritt für Schritt.

Wenn Du am Hocheck stehst und der Watzmanngrat sich vor Dir bis zur Südspitze aufreiht – der Königssee gut 2.000 Meter senkrecht unter Dir – dann weißt Du, warum dieser Berg über Berchtesgaden thront. Die Überschreitung ist für viele die erste ganz große Gratfahrt: luftig, lang und ehrlich. Oben, wenn der Blick bis zum Großglockner reicht, ist die Mühe des Aufstiegs vergessen. So einen Tag geht man am besten Schritt für Schritt mit einem unserer Bergführer an.

— Hansi Stöckl, Bergführer

In der Nähe des Watzmann

See 603 m

Königssee

Der Königssee liegt auf 603 m zwischen den steilen Wänden von Watzmann und Hagengebirge. Der fjordartige See ist mit 190 m Tiefe einer der saubersten Deutschlands. Mit der Elektrobootfahrt nach St. Bartholomä ist er Ausgangspunkt für Touren ins Steinerne Meer.

Kirche

St. Bartholomä

Die barocke Wallfahrtskirche liegt auf der Halbinsel Hirschau am Westufer des Königssees. Mit ihren zwei Zwiebeltürmen und roten Kuppeldächern gleicht ihr Grundriss dem Salzburger Dom. Die 1134 geweihte Kirche ist Ziel der ältesten Gebirgswallfahrt Europas.

Gipfel 2.608 m

Hochkalter

Der Hochkalter erhebt sich auf 2.608 m als höchster Gipfel des gleichnamigen Gebirgsstocks westlich des Watzmannmassivs. Der Berg liegt im Nationalpark Berchtesgaden und ist bekannt für seine anspruchsvollen alpinen Routen. Vom Gipfel reicht der Blick über das gesamte Berchtesgadener Land bis zum Watzmann.

Gipfel 1.874 m

Jenner

Der Jenner erhebt sich auf 1.874 m als seilbahnerschlossener Gipfel des Göllstocks in den Berchtesgadener Alpen. Die Jennerbahn führt von Schönau am Königssee zur Bergstation auf 1.800 m. Vom Gipfel reicht der Blick über den Watzmann und 1.200 m tiefer zum Königssee.

See 1.601 m

Funtensee

Der Funtensee liegt auf 1.601 m in einer Karstsenke des Steinernen Meeres. Der abflusslose Bergsee ist bekannt für extreme Kälteereignisse und gilt als kältester Ort Deutschlands. Das nahegelegene Kärlingerhaus dient als Stützpunkt für Wanderungen durch das Steinerne Meer.

Gipfel 1.304 m

Grünstein

Der Grünstein erhebt sich auf 1.304 m nordöstlich des Watzmannstocks in den Berchtesgadener Alpen. Der Berg bietet mehrere Klettersteige unterschiedlicher Schwierigkeit, darunter den Isidor-Klettersteig im Grad C und schwierigere Varianten bis Grad D/E. Vom Gipfel reicht der Blick über den Berchtesgadener Talkessel bis zu Göll, Untersberg und Lattengebirge.

Häufige Fragen zum Watzmann

Wie schwer ist die Überschreitung, wie lange dauert sie, und passt sie zu Deinem Können? Die häufigsten Fragen vor der Buchung haben wir Dir hier zusammengestellt.

Wie schwierig ist die Watzmann-Überschreitung?

Sie ist ein langer, drahtseilversicherter Gratsteig mit Kletterstellen bis in den II. Grad — technisch die Kategorie ROT & SCHWARZ, ein einfacher Klettersteig bis B. Zwingend sind Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Bergwandererfahrung: der Steig verlangt über exponierten Passagen den Einsatz der Hände. An den luftigsten Stellen sichert Dich Dein Bergführer mit dem Seil, damit Du Dich auf den Grat konzentrieren kannst.

Wie lange dauert die Watzmann-Überschreitung?

Rechne mit rund 10 Stunden für die gesamte Runde vom Watzmannhaus bis ins Wimbachtal, über 16 Kilometer. Die luftige Gratüberschreitung vom Hocheck über die Mittelspitze zur Südspitze dauert davon etwa 3,5 Stunden. Danach kommt der lange Teil, der oft unterschätzt wird: über 2.000 Höhenmeter Abstieg ins Tal, die Konzentration und Kondition fordern.

Kann man die Watzmann-Überschreitung als Anfänger gehen?

Als reiner Bergsteiger-Einsteiger nicht — der versicherte Grat setzt Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Bergwandererfahrung zwingend voraus. Du solltest schon längere, ausgesetzte Bergwege sicher gegangen sein, bevor Du hier den ganzen Tag über dem Königssee unterwegs bist. Schätz Dich ehrlich ein: wer noch keine exponierten Steige kennt, geht besser zuerst eine Tour, die zu diesem Stand passt.

Braucht man für den Watzmann einen Bergführer?

Der Grat ist drahtseilversichert, aber lang und ausgesetzt — deshalb führen wir ihn und sichern Dich an den exponierten Stellen mit dem Seil. So kannst Du Dich aufs Steigen konzentrieren, während wir die Seiltechnik und die Wegführung übernehmen. Wer noch keine sichere Klettersteig- und Gratroutine hat, ist mit einem einheimischen Bergführer klar besser aufgehoben.

Kann man auf den Watzmann wandern oder mit einer Bahn fahren?

Nein — auf den Watzmann führt keine Bahn, und der Gipfel ist kein Wanderziel. Die Mittelspitze auf 2.713 m erreichst Du nur über den drahtseilversicherten Gratsteig, der Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und den Einsatz der Hände verlangt. Einen echten Aussichts-Spaziergang auf den Berg gibt es hier nicht; als Aussichtsberg auf den Watzmann bietet sich stattdessen der benachbarte Jenner an.

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