Wildspitze 3.768 m

Der höchste Berg Tirols — und eine Gletscher-Hochtour, die vom Können lebt, nicht vom Fels.

Zwischen dem Brochkogeljoch und den tiefen Spaltenzonen des Taschachferners zieht sich der Weg auf die Wildspitze, den höchsten Punkt der Ötztaler Alpen. Der Gipfel wird in kurzer Blockkletterei erreicht — technisch fordert er wenig. Was ihn fordernd macht, ist die Länge und die große Gletscherfläche darunter. Sie eignet sich als erste große Hochtour ebenso wie für konditionsstarke Bergsteiger, die einen langen Firntag suchen. Zwei geführte Anstiege führen hinauf: von Pitztal und von Vent.

Steckbrief

Lage — Ötztaler Alpen, in Österreich (Tirol), zwischen Pitztal im Norden und dem Venter Tal im Süden. Ein Doppelgipfel, dessen felsiger Südgipfel mit dem Gipfelkreuz der Hauptgipfel ist.

Charakter — Eine lange Gletscher-Hochtour über den Taschachferner. Der Gipfel wird in leichter Blockkletterei erreicht — der Anspruch liegt in Länge, Höhenmetern und den großen Spaltenzonen, nicht im Fels.

Auf- & Abstieg — Vom Taschachhaus (2.434 m) rund 1.350 Hm hinauf, Abstieg über den Aufstiegsweg. Rund 11 Stunden für den langen Gletschertag.

Voraussetzung — Du bist trittsicher und schwindelfrei und bringst die Kondition für einen langen Tag mit. Erfahrung mit Steigeisen und Seil ist von Vorteil, aber nicht zwingend — der Bergführer entschärft die letzte Kletterstelle am Gipfelgrat. Dafür ist die Top-of-Tirol-Besteigung der richtige Einstieg.

Die Hochtour auf die Wildspitze — für wen sie geeignet ist

Im Sommer führen wir drei Wege auf die Wildspitze, und alle drei bleiben auf demselben Niveau: ein langer Gletschertag über den Taschachferner, technisch einfach am Gipfelgrat. Trittsicher und schwindelfrei musst Du sein, dazu kommt die Kondition für neun bis elf Stunden und bis zu 1.350 Höhenmeter.

Die Top-of-Tirol-Besteigung ist der klassische Einstieg über das Taschachhaus. Wer die Technik von Grund auf lernen will, ist im Gletscher-Grundkurs richtig — hier übst Du Steigeisen, Seil und Spaltenbergung, die Wildspitze ist die Abschlusstour. Und wer mehrere Gipfel in einer Woche sammeln möchte, kommt bei den Hochtouren-Dreitausendern über die Venter Seite herauf.

Die Wildspitze mit Ski im Frühjahr

Im Frühjahr ist die Wildspitze ein Skitouren-Ziel. Die Skitour Top of Tirol führt über den Taschachferner zum Gipfel und endet mit der langen Abfahrt nach Vent — eine ziemlich schwierige Tour, bis 40 Grad steil, für die Du sichere Spitzkehren und einen guten Schwung bei jeder Schneeart brauchst.

Wer noch nicht so weit ist, findet im Tiefschnee- und Skitourenkurs im Pitztal den Einstieg, mit der Wildspitze als Abschlusstour. Die Venter Runde verbindet den Gipfel mit einer mehrtägigen Durchquerung durch das Ötztal.

Wann auf die Wildspitze?

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Nordanstieg über das Taschachhaus

Vom Taschachhaus (2.434 m) führt ein Steig in rund einer Stunde zum Beginn des Taschachferners. Hier legst Du die Steigeisen an und ziehst über das weite Gletscherplateau am Mittelbergjoch vorbei, vorbei an tiefen Spalten, unter den Gipfelaufbau. Die letzte Kletterstelle am Gipfelgrat, im ersten UIAA-Grad, entschärft der Bergführer. Das ist der Weg der Top-of-Tirol-Besteigung und des Gletscher-Grundkurses.

Zur geführten Wildspitze-Besteigung (Top of Tirol)

Südanstieg über Vent und die Vernagthütte

Von Vent geht es über die Vernagt- oder Breslauerhütte und den Vernagtferner zum Brochkogeljoch (3.423 m), von dort über die obersten Firnfelder zum Gipfel. Der Abstieg führt nach Süden über einen kurzen Klettersteig auf den Mitterkarferner und durch weites Blockgelände zur Breslauer Hütte. Diesen Weg gehen die Hochtouren-Dreitausender im Ötztal.

Hütten und Stützpunkte an der Wildspitze

Mit Bergführer auf die Wildspitze

Der Gletscherrückgang ist am Taschachferner stark zu sehen — die Wege, um das blanke Eis überhaupt zu erreichen, werden von Jahr zu Jahr länger. Nach ein paar Stunden stehst Du dafür vor den großen, tiefen Spaltenzonen unter dem Gipfel; hier zeigt sich, warum diese Tour einen Bergführer braucht. Am Taschachhaus, einem DAV-Ausbildungsstützpunkt, halten wir seit vielen Jahren unsere Kurse ab und kennen den Berg gut. Bei passenden Verhältnissen geht der Gipfel fast immer auf — eine Garantie ist das keine, aber eine hohe Durchführungssicherheit.

Die Wildspitze ist für viele unserer Gäste die erste große Hochtour — und sie bleibt hängen. Der lange Weg über den Taschachferner, die letzte Kletterstelle am Gipfelgrat, und dann steht man auf dem höchsten Punkt Tirols, der Blick reicht bis in die Schweiz. Kein technisches Kunststück, aber ein langer, ehrlicher Gletschertag. Wer sie mit einem unserer Bergführer angeht, erlebt genau das, wofür man in die Berge geht.

— Hans Honold, Bergführer

In der Nähe der Wildspitze

Häufige Fragen zur Wildspitze

Wie schwer ist die Besteigung, von welcher Seite startet man, und geht die Wildspitze an einem Tag? Hier findest Du die Antworten auf die Fragen, die vor der Buchung am häufigsten kommen.

Welche Schwierigkeit hat die Besteigung der Wildspitze?

Technisch ist die Wildspitze einfach: Am Gipfelgrat wartet nur eine kurze Blockkletterei (II. UIAA), die Dein Bergführer entschärft. Anspruchsvoll ist die Länge — rund 9 bis 11 Stunden, bis 1.350 Höhenmeter, dazu die großen Spaltenzonen am Taschachferner. Voraussetzung sind Trittsicherheit und gute Kondition, nicht Klettertechnik. Wie wir die Stufe einordnen, findest Du in der AW-Schwierigkeitsbewertung.

Startet die Wildspitze vom Taschachhaus (Pitztal) oder von Vent?

Beides ist möglich — es sind zwei getrennte Anstiege auf verschiedenen Seiten des Bergs, kein gemeinsamer Weg. Von Pitztal steigst Du über das Taschachhaus und das Mittelbergjoch auf den Taschachferner (Tour 286 und der Grundkurs). Von Vent führt der Weg über die Vernagt- und Breslauer Hütte und das Brochkogeljoch auf den Gipfel (Tour 107).

Kann man die Wildspitze an einem Tag besteigen?

Über den Gletscherexpress im Pitztal ist die Wildspitze an einem Tag machbar — diesen Seilbahn-Weg führen wir aber nicht. Unsere geführte Besteigung geht über das Taschachhaus; die meisten übernachten dort und steigen früh auf den Taschachferner. Technisch einfach, aber ein langer Gletschertag mit bis zu 11 Stunden Gehzeit.

Ist Leihausrüstung inklusive?

Ja. Bei allen geführten Touren ist die technische Gletscher-Leihausrüstung inklusive, beim Skitourenkurs die LVS-Ausrüstung. Steigeisen, Pickel, Gurt und Seil werden Dir also beigestellt — Deine persönliche Bergausrüstung wie Schuhe und Kleidung bringst Du selbst mit.

Was kostet die Besteigung der Wildspitze mit Bergführer?

Die geführte Wildspitze-Besteigung Top of Tirol gibt es ab 349 € am Wochenende (Tour 286). Die aktuellen Termine und Preise stehen oben bei den Touren.

Ist die Wildspitze eine Wanderung?

Nein. Die Wildspitze ist eine Gletscher-Hochtour mit Bergführer über den Taschachferner, kein Wanderweg. Verdeckte Spalten und Steigeisengelände bestimmen den Aufstieg — ohne hochalpine Begleitung ist der Gipfel kein Ziel für Bergwanderer.

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