WISSEN
Von Hansi Stöckl · 23. März 2021
Vom Einnorden einer Karte spricht man, wenn die auf der zweidimensionalen Karte dargestellte Richtung mit dem Gelände übereinstimmt. Karte und Gelände sind dann gleich ausgerichtet. Dies ist dann der Fall, wenn die Nordrichtung der Karte nach Norden im Gelände ausgerichtet wird. Dieser Vorgang des Einnordens einer Karte erleichtert den Übertrag und Vergleich vom Kartenbild in die Natur. Für weitere Kompasstechniken, wie z. B. Vorwärts Einschneiden, ist das Einnorden ein Basisverfahren.
Es gibt generell zwei Möglichkeiten, um eine Karte einzunorden. Dies hängt maßgeblich von der gewünschten Genauigkeit ab. Wenn es darum geht unbekannte Geländepunkte zu bestimmen, dann reicht häufig ein "grobes Einnorden". Dies kann sowohl mit als auch ohne Kompass erfolgen.
Hierfür sind markante Geländepunkte oder Merkmale notwendig und auch der eigene Standort muss bekannt sein. Anhand mehrerer Peilpunkte dreht man die Karte so lange bis die Richtung der Punkte auf der Karte mit dem Gelände übereinstimmen. Beispiel: Nehmen wir an, wir stehen am Bahnhof (Peilpunkt 1) in Zermatt und sehen das bekannte Matterhorn (Peilpunkt 2). Die Karte wird so lange gedreht bis die Peillinie zum Matterhorn ausgehend vom Bahnhof mit dem Blick ins Gelände übereinstimmt. Gleiches kann mit einem Fluss, einer Straße, einem Fernsehturm oder anderen Geländemerkmalen geschehen. Geht man auf einer langen gerade Straße, kann die Karte so lange gedreht werden, bis die Straße auf dem Kartenblatt mit der Natur übereinstimmt. Dann stimmt das zweidimensionale Kartenbild mit dem Gelände überein.
Der eigene Standort muss nicht bekannt sein. Zu Beginn wird die Windrose auf 0 Grad | Nord gedreht. Man legt den Kompass mit der Anlegekante auf das nach Norden zeigende Kartengitter oder den Kartenrand auf. Die Karte wird anschließend so lange gedreht, bis die Kompassnadel in der Garage mit Nord übereinstimmt. Ersatzweise kann zum Anlegen auch ein Ortsname verwendet werden, da diese in den allermeisten Fällen von West nach Ost verlaufen.
Es gibt verschiedene Nordrichtungen und je nach Region, in welcher man sich befindet, muss hierauf geachtet werden! In den Alpen ist die Abweichung "Deklination" allerdings zu vernachlässigen. Je näher man den Polen kommt, desto wichtiger ist das Justieren des Kompasses und auch die Verwendung der richtigen Anlegekante.
1. Geographisch Nord - die Richtung der Längenkreise (Meridiane) zum geographischen Nordpol.
2. Gitter Nord - Das Gitter läuft parallel und nicht wie die Meridiane auf den geographischen Nordpol zu.
3. Magnetisch Nord - die Richtung (Feldlinien) des Erdmagnetfelds. Die Nadel des Kompasses zeigt nach magnetisch Nord.