Ortler 3.905 m

Der Ortler — ein vergletscherter Hochtouren-Gipfel für erfahrene Alpinisten.

Der Nordgrat führt über den glatten Ortlerkalk zum Tschierfeckwandl, dann durch das Bärenloch aufs spaltenreiche Gletschergelände hinauf, bis der Weg das Ortlerplatt erreicht — das ausladende Gipfelplateau, das nach drei Seiten steil abbricht. Als höchster Berg Südtirols und einer der bedeutendsten Gipfel der Ostalpen eignet er sich für erfahrene Bergsteiger mit Steigeisenpraxis. Ein Berg, dessen schwerste Passagen im Fels liegen, bevor überhaupt das Eis beginnt.

Steckbrief

Lage — Ortlergebiet, westliches Südtirol, im Nationalpark Stilfserjoch zwischen Trafoital und Suldental.

Charakter — Stark gegliederter, vergletscherter Berg mit ausladendem Gipfelplateau, das nach drei Seiten steil abbricht. Alle Wege zum Gipfel sind anspruchsvolle Hochtouren.

Auf- & Abstieg — Rund 900 bis 1.000 Hm über den Normalweg von der Payerhütte, Abstieg über die Aufstiegsroute. Gehzeit 7 bis 10 Stunden. Ausgangspunkt ist Sulden (1.906 m).

Voraussetzung — Du gehst sicher mit Steigeisen und Pickel, bist trittsicher und schwindelfrei und bringst Hochtouren-Erfahrung mit. Die seilversicherten Felsstellen fordern eine kurze ausgesetzte Platte im III. Grad UIAA.

Für wen ist die Hochtour auf den Ortler geeignet

Der Ortler ist kein Einsteigerberg. Du solltest schon mit Steigeisen unterwegs gewesen sein und die Kondition für einen langen Gipfeltag mitbringen, denn die seilversicherten Felsstellen und der Beginn des Gletschers fordern von der ersten Stunde an. Danach führt spaltenreiches Gletschergelände zum Ortlerplatt.

Wir führen ihn als Tagestour ab Sulden und im Rahmen der Hochtourenwoche Ortlergruppe. Bei der Woche ist die Leihausrüstung inklusive — Steigeisen, Pickel und Gurt bekommst Du von uns, falls Du sie nicht selbst besitzt.

Beste Zeit für den Ortler

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Der Normalweg über die Payerhütte

Von Sulden steigst Du zur Payerhütte auf, der Aufbruch zum Gipfel erfolgt noch in der Dunkelheit. Der Pfad führt um die Tabarettaspitze, dann verlangen die ersten Felsstellen früh die Hände: über den glatten Ortlerkalk zum Tschierfeckwandl, einem steilen Aufschwung mit Ketten und Fixseilen. Die Schlüsselstelle folgt oberhalb, eine kurze ausgesetzte Platte im III. Grad UIAA. Eine Querung bringt Dich ins Bärenloch und auf den Gletscher, zunächst steil, dann flacher und spaltenreich bis oberhalb des Lombardibiwaks. Ein letzter Aufschwung führt aufs Ortlerplatt. Der Abstieg geht über die Aufstiegsroute zurück, vorbei an der Tabarettahütte nach Sulden.

Zur geführten Besteigung

Der Hintergrat von der Hintergrathütte

Der Hintergrat ist die zweite bedeutende Route auf den Ortler und verläuft von der Hintergrathütte (2.661 m) über den Grat zum Gipfel, mit Kletterei im Wechsel mit kombinierten Passagen in Schnee und Eis; der Abstieg erfolgt über den Normalweg. Er ist technisch anspruchsvoller als der Normalweg. Wir führen ihn derzeit nur auf Anfrage.

Die Routen auf den Ortler

Geführt bieten wir den Normalweg über die Payerhütte, den Hintergrat auf Anfrage. Daneben führen weitere Wege über den Berg, etwa der Meraner Weg über den Pleißhorngrat. Am bekanntesten ist die 1.200 m hohe Nordwand, die als größte Eiswand der Ostalpen gilt — inzwischen tritt dort zunehmend Fels zutage, und Verhältnisse, die eine Begehung unter vertretbarem Risikomanagement zulassen, gibt es nur noch extrem selten. Diese Wege sind Landschaft, kein Angebot.

Die Julius Payer Hütte als Stützpunkt

Die Julius Payer Hütte (3.029 m) am Tabarettakamm ist der wichtigste Stützpunkt am Normalweg zum Ortler. Von Sulden steigst Du hinauf, übernachtest und startest am nächsten Morgen in der Dunkelheit zum Gipfel; im Abstieg kommst Du wieder vorbei. Von der Sonnenterrasse der CAI-Schutzhütte hast Du die Ortler-Nordwand vor Augen.

Hütten und Stützpunkte am Ortler

Mit Bergführer auf den Ortler

Die schwersten Passagen kommen früh: erst im Fels, bis Du das Eis erreichst, und dann noch einmal am Beginn des Gletschers — hier sichern Dich unsere Bergführer am Seil. Der Ortler ist kein Einsteigerberg, und ob die Verhältnisse an einem Tag eine Begehung zulassen, entscheidet sich tagesaktuell und nicht Wochen im Voraus. Wer schon mit Steigeisen unterwegs war, ist hier richtig aufgehoben.

Oben auf dem Ortlerplatt, wo der König nach drei Seiten steil abbricht, reicht der Blick über die Königsspitze bis weit in die Dolomiten — das ist der Moment, für den man kommt. Der höchste Berg Südtirols bleibt einer der großen Gipfel der Ostalpen: keiner, den man nebenbei macht, aber einer, der bleibt. Wer ihn erleben will, geht ihn am besten mit einem unserer Bergführer.

— Hansi Stöckl, Bergführer

In der Nähe des Ortlers

Was man vom Ortler sieht

Vom Ortlerplatt reicht der Blick über die vergletscherte Ortlergruppe: nahebei die Königsspitze (3.851 m) und der Monte Cevedale (3.769 m). Bei klarer Sicht öffnet sich das Panorama weit über die Ötztaler Alpen, die Silvretta und die Berninagruppe im Norden und Westen bis zur Adamello-Presanella, der Brenta und den Dolomiten im Süden.

Häufige Fragen zum Ortler

Hier findest Du Antworten auf die Fragen, die uns zum Ortler am häufigsten erreichen — vom Bergführer über den Normalweg bis zur Höhe des Gipfels.

Braucht man für den Ortler einen Bergführer?

Ja — den Ortler solltest Du mit Bergführer gehen. Der Normalweg über die Payerhütte beginnt mit seilversicherten Felsstellen im III. Grad und führt über spaltenreiches Gletschergelände zum Gipfelplateau; das ist kein Einsteigerweg. Wir übernehmen die Seiltechnik und die Sicherung an den Kletterstellen, sodass Du Dich auf das Steigen konzentrierst.

Wie verläuft der Normalweg auf den Ortler?

Von Sulden steigst Du zur Payerhütte auf 3.029 m, am nächsten Morgen im Dunkeln über den Pfad um die Tabarettaspitze zu den ersten Felsstellen. Am Tschierfeckwandl helfen Ketten und Fixseile, darüber folgt eine kurze ausgesetzte Platte im III. Grad, dann ins Bärenloch und über den spaltenreichen Gletscher hinauf zum Ortlerplatt. Insgesamt rund 900 bis 1.000 Höhenmeter und 7 bis 10 Stunden.

Welche Hütte ist der Stützpunkt für den Ortler?

Die Julius-Payer-Hütte auf 3.029 m am Tabarettakamm ist der Stützpunkt für den Normalweg. Du steigst von Sulden auf, übernachtest dort und startest in der Dunkelheit; im Abstieg geht es an der Payerhütte vorbei zur Tabarettahütte auf 2.556 m. Von deren Terrasse hast Du noch einmal die Ortler-Nordwand im Blick.

Kann man den Ortler über den Hintergrat besteigen?

Ja, der Hintergrat zählt zu den bedeutenden Routen auf den Ortler: von der Hintergrathütte über den Grat zum Gipfel, mit Kletterei im Wechsel mit kombinierten Passagen in Schnee und Eis, technisch anspruchsvoller als der Normalweg. Wir führen ihn derzeit auf Anfrage — sprich uns dazu einfach an.

Wie hoch ist der Ortler?

Der Ortler ist 3.905 m hoch — das ist der gültige italienische Wert (s.l.m.) und der höchste Berg Südtirols. Daneben kursieren 3.899 m und 3.902 m: Diese Zahlen stammen aus dem deutsch-österreichischen Höhenbezugssystem. Verschiedene Bezugssysteme, keine Vermessungsfehler.

Ist der Ortler für Einsteiger geeignet?

Nein, der Ortler ist kein Einsteigerberg. Die schwersten Passagen kommen früh — im Fels bis zum Eis und noch einmal am Gletscherbeginn —, danach folgt spaltenreiches Gletschergelände. Du solltest schon mit Steigeisen unterwegs gewesen sein; geh vorher eine leichtere Hochtour, statt Dich hier zu überfordern.

Welche Schwierigkeit hat die Ortler-Besteigung?

Der Normalweg fordert Trittsicherheit im Fels und sicheres Gehen mit Steigeisen. Am Tschierfeckwandl kommen Ketten und Fixseile, die Schlüsselstelle ist eine kurze ausgesetzte Platte im III. Grad; darüber trägt der spaltenreiche Gletscher. Mit 900 bis 1.000 Höhenmetern und 7 bis 10 Stunden verlangt er zudem gute Kondition — die eigentliche Schwierigkeit liegt im Zusammenspiel aus Fels, Eis und Länge.

Kann man den Ortler als Skitour gehen?

Ja, eine Skibesteigung des Ortlers ist möglich — aber nicht über die Payerhütte und den sommerlichen Normalweg. Wenn Dich das Skibergsteigen in der Ortlergruppe reizt, ist die Cevedale-Skidurchquerung das passende Ziel; die Ortler-Besteigung selbst führen wir als Hochtour im Sommer.

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